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Daniel Landskron beim Wetteraukreis neuer Bezirksdenkmalpfleger

WETTERAUKREIS. Daniel Landskron betreut den Wetteraukreis seit dem 1. Februar als neuer Bezirksdenkmalpfleger. Foto: Christine Krienke, LfDH

31-Jähriger will im Dialog Wert historischer Kulturgüter vermitteln und Sinn für Authentisches schärfen

WETTERAUKREIS (pm). „Insbesondere stumme Zeitzeugen vergangenen Lebens brauchen Anwälte“, sagt Daniel Landskron, der den Wetteraukreis seit dem 1. Februar betreut. Das teilt das Landesamt für Denkmalpflege mit.

Auf die intensive Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Wetteraukreises freut sich Landskron. Wichtig sind ihm vor allem der Dialog und die Vermittlung von Denkmalwerten. „Ich verstehe mich als Ermittler von Spuren, die Menschen hinterlassen haben. Anderen den Wert dieser Zeugnisse zu vermitteln und ihren Sinn für Authentisches zu schärfen, ist meine Aufgabe.“ Im Dialog gehe es darum, die Interessen des Denkmals mit den Vorstellungen der Eigentümer abzugleichen. „Wenn es gut läuft, haben wir es am Ende mit Menschen zu tun, die sich selbst als aktiven Teil der Geschichte des Gebäudes, des Ortes und der Region begreifen. Mit der Instandsetzung verwirklichen sie nicht nur sich selbst einen Traum, sie erfüllen auch einen öffentlichen Auftrag, indem sie die Zukunft des Denkmals sichern.“  

Der landschaftlich reizvolle Wetteraukreis zeichne sich durch eine Reihe von sehr reizvollen spätmittelalterlichen-frühneuzeitlichen Städten und Ortschaften aus. „Die Stadt Büdingen mit ihrer außergewöhnlich gut erhaltenen Stadtmauer etwa gehört zu den bedeutendsten Stadtanlagen Deutschlands. Aber auch Ortenberg, Münzenberg und Friedberg sind historisch wertvolle Fachwerkstädte mit großartigen stadtbildprägenden Gebäuden über nahezu komplett erhaltenen Stadtgrundrissen,“ freut sich Landskron (31). „Sie zeugen vom Stolz und der Verbundenheit der Wetterauer Bürger mit ihrer Heimat. „Das ist die ideale Voraussetzung für eine in die Zukunft gerichtete, gelingende Zusammenarbeit mit allen Partnern vor Ort.“  

Nach einem Studium der Kunstgeschichte, Ägyptologie und Altorientalistik in Mainz erweiterte Landskron seine Kenntnisse durch den Masterstudiengang Denkmalpflege in Bamberg. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Assistent und Gastdozent schulte er sich in der Projektorganisation und der Vermittlung von Grundkenntnissen der Baugeschichte. 

Seine Masterarbeit hat er der bauhistorischen Bewertung der Toranlage der befestigten Kirche in Rohr/Thüringen, seinem Heimatort, gewidmet. Nach dem Studium war er als Bauforscher tätig. Ein Praktikum im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege eröffnete ihm einen Einblick in die umfassenden Tätigkeitsfelder der Staatlichen Denkmalpflege.  

Der Wetterau-Kreis verfügt aktuell über 2785 eingetragene Einzelkulturdenkmäler und 166 Gesamtanlagen. Dokumentiert sind diese geschichtlichen und künstlerischen Werte unter anderem in der Denkmaltopografie des Wetteraukreises Wetteraukreis II (Altkreis Friedberg, zwei Bände), 1999 und des Wetteraukreises I (Altkreis Büdingen), 1982. Die Fortschreibung und Aktualisierung des Denkmalverzeichnisses ist über das digitale Auskunfts- und Recherchesystem DenkXweb einsehbar. 

Sowohl die Denkmaltopografien als auch DenkXweb bilden eine wichtige Grundlage für alle weiteren Forschungen und Planungen in der Region. Sie geben Auskunft über die Bedeutung der ausgewiesenen Kulturdenkmäler und erlauben eine räumliche Einordnung von Lage und Ausdehnung des erfassten Denkmalbestandes.

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