„Dankeschön“ bereitet Gänsehaut

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„Dankeschön“ bereitet Gänsehaut

Foto: jung

Mira Bobinac mit den Johanniter-Weihnachtstruckern von Butzbach nach Bosnien auf Tour

Butzbach (pd). „Jedes Päckchen ein Lächeln“ war die Mission, als sich 120 ehrenamtliche Helfer am 26. Dezember von Landshut auf den Weg Richtung Albanien, Bosnien, Rumänien und in die Ukraine machten. Eine von ihnen ist die Restaurantleiterin des Johanniter-Hotels im Butzbacher Stadtteil Nieder-Weisel. Mira Bobinac hat den Konvoi aus 45 Lkw begleitet, um notleidende Menschen mit insgesamt 54 901 Hilfspäckchen zu unterstützen. Im Konvoi Bosnien hat sie die Helfer auf der Reise und vor Ort gedolmetscht und bei der Verteilung geholfen. Im Folgenden beantwortet sie Fragen zum Projekt.

Frage:  Warum haben Sie neben der Organisation von zahlreichen Päckchen auch selbst den Konvoi nach Bosnien begleitet?

Mira Bobinac: Ich wurde in Bosnien geboren: genauer gesagt 40 Kilometer von der Stadt Tuzla entfernt – eine der Zielregionen unserer Weihnachtstrucker. Als ich gehört habe, dass die Johanniter Päckchen dorthin bringen, wollte ich unbedingt dabei sein. Fast 25 Jahre nach dem Bürgerkrieg in Bosnien möchte ich helfen, meiner Heimat etwas zurückzugeben. Dank meiner Muttersprache konnte ich die Konvoi-Leitung unterstützen, indem ich zwischen Johannitern und Bosniern vermittelt habe.

Frage: Was war Ihr emotionalster Moment auf der Reise?

Mira Bobinac: Die Weihnachtstrucker haben an einer verschneiten Schule in den Bergen bei Tuzla Halt gemacht. Dort haben orthodoxe, katholische und muslimische Kinder zusammen gelernt, was in meinem Heimatland keine Selbstverständlichkeit ist. Wir haben die Päckchen an eine erste Klasse verteilt, und ich habe die persönlichen Grüße daraus für die Kinder übersetzt. „Wir sind bei euch“, schrieb ein Mädchen aus Deutschland, und als die Klasse mir das deutsche Wort „Dankeschön“ im Chor nachplapperte, habe ich Gänsehaut bekommen.

Frage: Würden Sie nochmal einen Konvoi begleiten?

Mira Bobinac: Meine Zeit bei den Weihnachtstruckern war emotional und unvergesslich. Die Helfer haben Hand in Hand zusammengearbeitet, und ich habe mich der bosnischen Bevölkerung lange nicht mehr so verbunden gefühlt. Ich bin dankbar für die Eindrücke und stolz, Teil davon gewesen zu sein. Ich vermisse die Weihnachtstrucker schon jetzt und bin auf jeden Fall wieder mit dabei! Denn wie man so schön sagt, nach den Weihnachtstruckern ist vor den Weihnachtstruckern.

In Bosnien und Herzegowina herrschen große soziale Unterschiede. Denjenigen, die über ein Doppeleinkommen verfügen und davon gut leben können, steht eine große Zahl an Menschen gegenüber, die Geringverdiener oder arbeitslos sind. Bei einem monatlichen Durchschnittsbruttoeinkommen von 345 Euro und Lebenshaltungskosten von 900 Euro sind die Päckchen eine Hilfe, um etwas Geld für andere Kosten zur Verfügung zu haben. Dafür, dass diese Päckchen bei den richtigen Empfängern ankommen, sorgen die Weihnachtstrucker mit ihren Kooperationspartnern vor Ort.

Mehr als 10 000 Kilometer brachten die Helfer während ihres Weihnachtsurlaubs hinter sich. Über teils unwegsames Gelände wurden mehrere hundert Verteilstellen in den ländlichen Gebieten angefahren –darunter Schulen, Waisenheime, Kirchengemeinden, Klöster und Armenküchen. In den sozial schwachen Regionen herrschen schwierige Lebensbedingungen und teilweise leiden die Menschen Hunger. Doch die Begegnungen geben den Helfern auch viel zurück, denn die Menschen sind unglaublich herzlich.

Die Landesgeschäftsstelle und das Johanniter-Hotel in Nieder-Weisel schickten im vergangenen Jahr 101 Päckchen auf die Reise schickten. Dafür bedanken sich die Johanniter ganz herzlich bei allen Spendern in und um Butzbach, die in der Vorweihnachtszeit zahlreiche Päckchen gepackt haben. Wenn es dieses Jahr darum geht, den hilfebedürftigen Menschen in Südosteuropa ein Lächeln zu schenken, sind auch die Johanniter aus Butzbach wieder mit dabei.

Weitere Spendenmöglichkeiten und Infos gibt es unter www.johanniter.de/weihnachtstrucker.

Foto: jung

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