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Das gute Haus erhält Demografie-Preis

BUTZBACH. Staatsminister Axel Wintermeyer (v.l.) ehrt die Gewinner des diesjährigen Demografie-Preises von „dasgute.haus“ Traude Kalla, Stefanie Santila Krause, Dr. Heidi Braunewell, Dr. Agnes Model, Isalie Winter und Walter Strasheim-Weitz. Foto: Staatskanzlei

Butzbacher gemeinnützige Genossenschaft erhält in Wiesbaden 8000 Euro für Mehrgenerationenprojekt

BUTZBACH (pd/thg). Gestern verlieh der Chef der Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, in Wiesbaden den mit insgesamt 24 000 Euro dotierten hessischen Demografie-Preis. Den ersten Preis in Höhe von 8000 Euro erhielt die Butzbacher gemeinnützige Genossenschaft „dasgute.haus“. „Dankbar, glücklich und überrascht“ sei sie, sagte Stefanie Santila Krause, die zusammen mit der Mit-Initiatorin Dr. Agnes Model den Preis entgegengenommen hatte, gestern der BZ. 

In die Formel „Marktplatz – Arbeitsplatz – Spielplatz“ hatte das gute Haus die Projektbeschreibung gekleidet. „Wir sind sehr froh, dass der innovative Charakter die Jury überzeugt hat“, so Krause. Denn andere Projekte im Wettbewerb bewiesen mitunter schon seit Jahren, dass sie in Sachen Demografie erfolgreich arbeiten. Das Vertrauen in und der Glaube an das Butzbacher Mehrgenerationenkonzept freut die Verantwortlichen. 

Mit dem Preisgeld möchten Krause und Model das gute Haus in der Krachbaumgasse in der Butzbacher Altstadt noch länger öffnen als bisher. Auch für weitere Projekte oder den Ausbau bestehender Angebote sollen die Mittel verwendet werden. 123 Mitglieder und knapp 40 ehrenamtliche Unterstützer hat das gute Haus. Es finanziert sich aus Spenden und Einnahmen aus den Angeboten wie Kaffeetrinken und Coworking. Hinzu kommen Förderungen wie vom Wetteraukreis für das Elterncafé aus dem Bereich „Frühe Hilfen“ für eine pädagogische Fachkraft, 18 000 Euro aus der jährlich neu zu beantragenden Förderung des Landes als Familienzentrum und eine Drei-Jahres-Förderung der Stadt Butzbach als Mietzuschuss von maximal 650 Euro pro Monat. 

„Wir haben ganz viele tolle Ehrenamtliche, aber es gibt auch Themen, die einen fachlichen Hintergrund erfordern, und Experten müssen wir dann auch bezahlen“, sagte Krause. Und es gebe Tätigkeiten, die „keinen Spaß machen“ wie zum Beispiel Putzen, aber etwa auch die Mitgliederverwaltung. Auch dies sei zu bezahlen, wenn sich keine Ehrenamtlichen dafür finden. „Das steigert sich, wenn das Angebot größer wird“, so Krause. 

Der Mehrgenerationen-Ansatz mit viel Platz für alle oder auch ein Angebot wie der 14-tägige Jugendtreff seien zudem nicht wirtschaftlich. Aber es gehe um das gemeinsame Erleben. Und die besondere Atmosphäre im guten Haus komme daher, dass alles, was dort angeboten wird, von Menschen kommt, „die Lust darauf haben, das zu tun“. Teilnehmen kann, wer möchte. Eine Mitgliedschaft in der Genossenschaft ist nicht erforderlich. 

Die Weiterentwicklung des guten Hauses führt neben den wirtschaftlichen Auswirkungen inzwischen auch zu Raumkapazitätsgrenzen. „Wir sind schon im Gespräch mit der Stadt, weil wir mehr Platzbedarf haben“, berichtet Krause. Erst im vergangenen Herbst wurden die Räume in der Krachbaumgasse eröffnet. „Für Coworking und Kinderbetreuung ist es schon zu wenig.“ Fest steht, dass das gute Haus aber weiter für alle erreichbar bleiben will. Daher würden auch mögliche neue Räume in der Butzbacher Innenstadt bezogen.  

Mehr als 80 Projekte hatten sich in diesem Jahr um den Demografie-Preis beworben. Den zweiten Platz teilt sich das Projekt „Jugendgerechte Städte und Gemeinden – jugendgerechter Landkreis Gießen“ (Landkreis Gießen), das 5000 Euro erhält, mit dem Museumsbus Schwalm-Aue (Schwalm-Eder-Kreis). 

Wintermeyer bestätigte bei der Gratulation: „Das vorgetragene Konzept als Treffpunkt, Kinderstube und Arbeitsplatz hat unsere unabhängige Jury überzeugt.“ Er ist Demografie-Beauftragter der Landesregierung und hatte die Nominierten, darunter das gute Haus, im Sommer besucht. „Das Haus ist ein offener Treffpunkt, jeder ist willkommen. All das gilt es gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zu fördern.“

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