„Das Ziel sind gesunde Menschen“

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„Das Ziel sind gesunde Menschen“

BUTZBACH. Gut besucht war der Neujahrsempfang der Stadt Butzbach im Bürgerhaus in der Kernstadt.

Dr. Ehnert über Kneipp auf dem Butzbacher Neujahresempfang/Kräuter-Empfehlungen von Dr. Braunewell

BUTZBACH (thg). „Kneipp 5.0 – kneippen für jedermann, jederzeit in Butzbach“ lautete das Thema des Neujahrsempfangs der Stadt Butzbach am Dienstag im Bürgerhaus Butzbach. Kneipp-Arzt Dr. Lutz Ehnert, Butzbacher mit Praxis in Bad Nauheim, beschrieb fachkundig das Thema und machte deutlich, dass Kneippen mehr ist als nur Wassertreten. 

BUTZBACH. Bürgermeister Michael Merle überreichte Dr. Lutz Ehnert zum Dank für die Einführung in das Thema Kneipp einen Präsentkorb. Text + Fotos: thg

Martin Guth moderierte die Veranstaltung. Unter anderem befragte er die Biologin Dr. Heidi Braunewell zu Heilkräutern und Arnzeipflanzen. Stadtverordnetenvorsteher Dr. Matthias Görlach begrüßte die Gäste, Bürgermeister Michael Merle sprach Neujahrsgrüße und Elke Ludwig nahm in ihren Comedy-Einlagen Bezug auf das Thema Kneipp. Die Band „Vortex“ der Musikschule Butzbach hatte vor der Veranstaltung im Foyer die Gäste rockig auf den Abend eingestellt. Die Querflötistinnen Kira Müller und Antonia Stemann, die sich auf den Wettbewerb „Jugend musiziert“ vorbereiten, vertraten die Musikschule im Saal mit einem Stück von Wilhelm Friedemann Bach. 

Guth bezeichnete Ehnert als „Mister Kneipp Wetterau“, unter anderem ist er seit dem Jahr 2000 Vorsitzender des Kneipp-Vereins Bad Nauheim/Friedberg/Bad Salzhausen mit 1300 Mitgliedern. Zu Beginn zeigte er ein Foto, auf dem er mit Mutter und Großmutter im Jahr 1965 in Bad Wörishofen zu sehen ist, also früh einen Bezug zu Kneipp erhielt. 

Ehnert nannte die fünf Elemente der Kneipp-Therapie: Balance als Gleichgewicht von Seele und Körper, Heilpflanzen, Ernährung, Bewegung und Wasser. Wichtig sei das Zusammenspiel der Bereiche. Eine innere Lebensordnung sei wichtig, wie die steigende Zahl von Burnout-Erkrankungen zeige. 

Sebastian Kneipp hatte als Stadtpfarrer mit seinen Ansätzen Erfolg, galt aber als Kurpfuscher. Dennoch war er für seine Lehre bis nach Amerika bekannt. Mittlerweile ist sie in Deutschland immaterielles Kulturerbe und soll es auch über die Unesco weltweit werden. Kneippen dient der Prävention, der Behandlung und auch der Rehabilitation. Dabei handelt es sich um ein mildes Naturheilverfahren, so Ehnert. 

Auf Butzbach und die Wetterau mit dem von Landrat Jan Weckler geprägten Begriff „Kneipp-Dreieck“ zwischen Bad Nauheim, Bad Salzhausen und Bad Vilbel bezogen führte Ehnert an, jeder könne einen Nutzen von Kneipp haben. Er nannte die Entschleunigung, dass Touristen kämen und dass das boomende Frankfurt die grüne Lunge Wetterau benötige. Eine nach Kneipp zertifizierte Kita in Bad Nauheim zeige, dass die Erzieherinnen seltener krank sind. Ein Ziel könne sein, eine Schule mit Kneipp-Zertifikat zu versehen. In Butzbach könnte im Schlossbereich ein Wassertret- und Armbecken geschaffen werden. Der Heilpflanzengarten und das angrenzende Seniorenheim seien Bezüge, auch das Heim könne nach Kneipp zertifiziert werden. Das diene den alten Menschen, denn: „Jede Anwendung ist auch eine Zuwendung.“ Butzbach könne von Fördermitteln profitieren. Auf dem Hessentag in Bad Vilbel sei Butzbach am Samstag, 6. Juni, unter dem Wetterauer Kneipp-Dach vertreten. 

„Das Ziel sind gesunde Menschen“, sagte Ehnert. Ärzte wollten nicht nur als Reparateure hinterherlaufen. Er wünschte den Zuhörern: „Gut und achtsam sein mit sich selbst, seinen Mitmenschen und der Natur.“ 

Die Butzbacher Phytotherapeutin, also Pflanzenheilkundlerin, Braunewell machte deutlich, dass chemisch-pharmazeutische Produkte ihre Berechtigung in der medizinischen Behandlung haben. Wenn jedoch Heilpflanzen helfen, brauche man manche Präparate gar nicht. Arzneipflanzen und Kräuter hätten ihre Wirkungen. 

BUTZBACH. Dr. Heidi Braunewell informierte die Gäste des Neujahrsempfangs über Heilpflanzen und Kräuter. Bürgermeister Michael Merle bedankte sich dafür bei ihr.  Foto. thg

Angesprochen auf die Behandlung von Erkältungen nannte sie Thymian, Pfefferminze und Huflattich als wirksam. Grundsätzlich gelte, je eher die Behandlung beginne, desto größer die Chance auf Besserung. Ätherische Öle wirkten unter anderem antibakteriell. Thymian lobte sie für sein antibiotisches Potential. Für das Herz sei Weißdorn gut, er fördere die Schlagkraft. Ginseng mache leistungsstark. Die beste Vorbeugung für Erkältungen 

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