Der Friedhof in Oberkleen wird für 220 000 Euro umgestaltet

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Der Friedhof in Oberkleen wird für 220 000 Euro umgestaltet

OBERKLEEN. So sieht der Lageplan der Landschaftsarchitekten  für die Umgestaltung des Oberkleener Friedhofes aus.  In der vergangenen Woche wurden die Arbeiten in Angriff genommen. Mit der Fertigstellung wird im Frühsommer gerechnet. Planskizze: pgb

Bürgermeister Marius Reusch stellte geplante Maßnahmen vor

OBERKLEEN (ikr). „Der Friedhof in Oberkleen soll ein neues, schönes Gesicht bekommen“, brachte der Langgönser Bürgermeister Marius Reusch die anstehende Umgestaltung auf den Punkt. Diese beinhaltet die Anlage neuer Platz- und Wegeflächen, Wasserentnahmestellen sowie Grabanlagen für neue Bestattungsformen. Bei einem Ortstermin stellte der Rathauschef gemeinsam mit Vertretern des Planungsbüros, der ausführenden Firma und der Gemeinde die geplanten Maßnahmen vor. Die Bauarbeiten sollen noch im März beginnen, sie werden voraussichtlich drei bis vier Monate dauern. Die Auftragssumme umfasst 220 000 Euro.

„Ich freue mich, dass wir jetzt starten können, es geht um eine langfristige Gestaltung bis ins Jahr 2050. Heute machen wir den ersten Schritt, jetzt wird die Grundstruktur neu gelegt. Ich danke schon jetzt allen Beteiligten“, sagte Reusch. Im südlichen Bereich des Friedhofs, wo sich momentan nur wenige Gräber befinden, soll mit geschwungenen Wegen ein parkähnlicher Bereich entstehen. Dort wird es auch pflegeleichte, neue Bestattungsformen wie Baumurnengrabanlagen geben.

Bereits 2017 hatte das Gemeindeparlament einen Beschluss zur Umgestaltung des Friedhofs Oberkleen gefasst, 2018 entwickelte die Gemeinde Langgöns ein Friedhofskonzept. Dieses beinhaltet auch die Baumaßnahmen zur jetzigen Umgestaltung des Friedhofs in Oberkleen.

„Die vorhandene Wegeachse bleibt erhalten, das neue Wegenetz knüpft daran an. Insgesamt soll das am Hang gelegene Gelände barriere-freundlicher gestaltet werden, dazu gehört auch der Übergang vom Parkplatz zum Friedhof“, erläuterte Landschaftsarchitekt Michael Dorlas vom Planungsbüro BPG Landschaftsarchitekten aus Biebertal. Seine Kollegin Stefanie Wendel ergänzte: „Der neue Übergang vom Parkplatz zum Friedhof wird durch eine der Trauerhalle vorgelagerte Platzfläche geschaffen. Beton-Sitzblöcke mit Sitzauflagen aus Holz sowie Pflanzflächen mit kleinen Sträuchern und Bodendeckern sollen den Vorplatz einrahmen.“

Entlang der Wege aus Betonsteinpflaster gliedern sich kleine Sitzplätze an, die zum Ausruhen und Verweilen einladen. An zentralen Stellen im Wegenetz werden neue Wasserentnahmestellen in Form von eckigen Schöpfbecken aus Betonstein geschaffen. Dabei werden sowohl die bestehenden Leitungen im südlichen Friedhofsbereich genutzt, als auch neue Frischwasserleitungen im nördlichen Bereich verlegt. Die bereits vorhandenen Kannenhalter werden seitlich der Schöpfbecken wieder eingebaut.

„Mit der Anlage einer Gemeinschaftsgrabanlage, eines anonymen Urnengrabfeldes sowie halbanonymer Baumgräber finden neue Bestattungsformen ihren Weg auf den Oberkleener Friedhof“, berichtete der Bürgermeister. Jede der fünf geplanten Baumurnengrabanlagen ist eine kleine gepflasterte Platzfläche am Wegesrand zugeordnet, welche nach Bedarf mit Stelen aus Kalkstein, an denen Namensplättchen angebracht werden können, ausgestattet wird.

Im westlichen Eingangsbereich des Friedhofs wird ein Sammelplatz für Abfall-Container und Gießkannen eingerichtet. Die gepflasterte Fläche ermöglicht das reibungslose An- und Abtransportieren des vorhandenen Abfall-Containers und wird durch eine blickdichte Bepflanzung optisch vom Friedhof abgeschirmt.

„Die Kosten liegen mit 220 000 Euro voll im Kostenrahmen des Haushaltsplans“, betonte Bauamtsleiter Jan Schäfer. Er kündigte an, dass es durch die Bauarbeiten auf und um den Friedhof herum Einschränkungen geben werde, dabei werde jedoch Rücksicht auf die Bedürfnisse der Anwohner und Friedhofsbesucher genommen werden, auch solle „der Zugang zu den Grabstätten grundsätzlich gewährleistet bleiben“. Im Rahmen der Umgestaltung werden u. a. 340 Kubikmeter Boden bewegt, 730 Quadratmeter Wege- und Platzbefestigungen gebaut, 375 Quadratmeter Pflanz-  und 1530 Quadratmeter Rasenfläche angelegt sowie 15 hochstämmige Bäume gepflanzt. Vier Wasserschöpfbecken zuzüglich Frischwasserleitung werden eingerichtet.

Marius Herrmann von der ausführenden Firma Reuter aus Nieder-kleen informierte, dass es mit den Erdarbeiten losgehe, sobald das Wetter trockener werde. Nachdem als erstes neue Wasserleitungen gelegt würden, folge dann der Wege- und Platzbau, zuletzt würden die Pflanzarbeiten ausgeführt. 

Marius Reusch freute sich besonders, dass im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung eine ortsansässige und eine Firma aus der Region die Aufträge erhalten hätten.

Er bat die Bevölkerung bereits jetzt um Verständnis, „dass es zu Beginn etwas wild aussehen wird, das lässt sich aber bei dem Umfang einer solchen Maßnahme nicht vermeiden“.

Wenn im Sommer der erste Bauabschnitt fertiggestellt sein wird, werden die Besucher sehen, dass sich die Unannehmlichkeiten ausgezahlt haben und sich der Friedhof dann bereits im attraktiveren Gewand präsentiert.

OBERKLEEN. Beim offiziellen Start der Bauarbeiten zur Neugestaltung des Friedhofs in Oberkleen (v. l.): Marius Reusch, Jan Schäfer, Marius Herrmann, Christian Ulm, Holger Beul, Michael Dorlas und Stefanie Wendel. Foto: ikr

OBERKLEEN. Bereits 2017 war in der Gemeindevertretung die Entscheidung gefallen, die Friedhof-Neugestaltung in Oberkleen anzugehen. – Unsere Bilder zeigen oben den Eingangsbereich und unten ein Gräberfeld mit der Trauerhalle im Hintergrund.   

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