Der Tag in der Kita soll so normal wie möglich für die Kinder ablaufen

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Der Tag in der Kita soll so normal wie möglich für die Kinder ablaufen

Völlig neue Situation für die Erzieherinnen in der Notbetreuung

BUTZBACH (amf). Insgesamt wurden in Butzbach in elf Kinderbetreuungseinrichtungen bisher 33 Kinder zur Notbetreuung von anspruchsberechtigten Eltern angemeldet. Astrid Schlothauer, Leitung der Kita „Waldwichtel“ im Kinderhaus „Pusteblume“ und Simon Lingenberg vom Fachdienst für Soziales und Bildung der Stadt Butzbach geben einen Überblick über die Kindernotbetreuung in Butzbach. 

„Um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, wird die Notbetreuung dezentral angeboten und daher ein bis maximal sechs Kinder in einer Einrichtung betreut“, erläutert Lingenberg. Die tatsächliche Zahl der zu betreuenden Kindern variiere täglich, da die Eltern ihre Kinder nur dann bringen, wenn anderweitig keine Betreuung organisiert werden kann. Hier ist laut Lingenberg vor allem den Eltern für ihre Hilfsbereitschaft zu danken. 

Auf die Frage, wie viele Erzieherinnen bei der Notbetreuung involviert sind, erklärt Lingenberg: „Von den jeweiligen Kita-Leitungen wurde für die Schließzeit ein Dienstplan entworfen. In diesem haben die Leitungen ihre Teams in zwei Schichten eingeteilt. Diese Teams wechseln sich wöchentlich ab. Durch diese Verfahrensweise soll das Infektionsrisiko so gering wie möglich gehalten und die Durchführung der Notbetreuung dauerhaft gewährleistet werden.“ 

Die aktuelle Atmosphäre im Kindergarten Pusteblume sei in Ordnung, beschreibt Astrid Schlothauer. Es sei aber auch Anspannung zu spüren, da intensiv auf die Kinder und sich selbst geachtet wird. „Es ist etwas ungewohnt, weil die Kita so leer ist. Viele Kolleginnen und Kinder fehlen, was stetig an den Ernst der Situation erinnert und die Situation intensiviert.“, berichtet sie.  

Der Alltag der Erzieherinnen sei auch anders als sonst „Es befinden sich“ laut Schlothauer „immer nur zwei bis drei Fachkräfte und die Leitung oder ihre Stellvertretung in der Kita.“ Der neue Corona-Alltag der Kinder sei stark durch die Schutzmaßnahmen beeinflusst, da die Betreuung anders ablaufen würde als sonst. „Die Kinder müssen sich an einige neue Situationen gewöhnen. Wir versuchen, dass der Tagesablauf und die Rituale so wie immer stattfinden können und die Kinder somit etwas Vertrautes haben und sich sicher fühlen“, sagt sie. Der Tag in der Kita solle so „normal“, wie möglich für die Kinder ablaufen. 

Trotz allem gebe es für die Kinder neue Situationen zu bewältigen, wie beispielsweise das Entgegennehmen oder Abgeben an der Tür, die geringe Anzahl der Kinder in der Kita, oder die Betreuung in einer anderen Gruppe mit wechselnden Erzieherinnen. „Wir versuchen den Kindern verschiedene Dinge anzubieten und die Rituale so gewohnt wie möglich zu gestalten und darauf zu achten, dass die Kinder etwas Abstand zueinander halten, was natürlich sehr schwierig ist. Gut bewährt hat sich das Spielen an der frischen Luft. Dort haben die Kinder einen größeren Raum zur Verfügung und die frische Luft stärkt die Abwehrkräfte“, berichtet sie. Dennoch seien die Kinder noch zu klein, um die Corona-Situation zu verstehen. 

„Alles in allem sind wir sehr bemüht, den Spagat zwischen dem „normalen“ Alltag für die Kinder und dem Einhalten von Hygienevorschriften zur Vermeidung weiterer Ansteckungen miteinander zu vereinbaren“, verweist sie abschließend. 

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