Die Fauerbacher „Kerb“ ist eine der eigenartigsten ihrer Art

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Die Fauerbacher „Kerb“ ist eine der eigenartigsten ihrer Art

Im Foto-Archiv der Butzbacher Zeitung geblättert   FAUERBACH v.d. Höhe.  Bei der Kirmes in Fauerbach v.d. Höhe ging es in früheren Jahren so richtig rund. Da wurde mit dem geschmückten Kirmesbaum noch ein Umzug durch das Dorf veranstaltet, bei dem auch die Musikanten nicht fehlten. In der für den Verkehr gesperrten  Vordergasse befanden sich Buden und manchmal sogar ein Karussell. Abends wurde dann in den beiden Gasthäusern weiter gefeiert. 

Bericht aus der BZ von vor 85 Jahren / Heuer wegen Corona-Pandemie abgesagt

FAUERBACHv.d.H. Die „Fauerbacher Kerb“ wird als die letzte im Jahr gefeiert und gilt als eine der eigenartigsten in ihrer Art wie die Butzbacher Zeitung – Wetterauer Bote vor 85 Jahren ausführlich berichtete. Vor allem wird sie mitten in der Woche gefeiert, und es muss der Bevölkerung von Fauerbach v.d.H. hoch angerechnet werden, dass sie an dem alten Brauch festgehalten hat, da Einzelne die Absicht hatten, die „Kerb“, wie überall auf einen Sonntag zu verlegen. Wenn andere Ortschaften im Sommer oder Herbst ihre Kirchweihen feiern, dann gibt es in Fauerbach im Vorwinter Kerb, und wenn anderswo am Sonntag die größte Dorffestlichkeit beginnt und höchstens noch am Montag andauert, so begehen die Fauerbacher ihr Kirchweihfest nahezu fast eine ganze Woche. 

Mitten in der Woche liegen die Haupt-Kerbetage. Im Volksmund heißt es: „Woans rahnt ean schneit, eas die Fauerbacher Kerb näit weit“. Die Fauerbacher feiern deshalb an den Wochentagen ihre Kirmes, weil um diese Zeit die Feldarbeiten vorbei sind und sie nun in aller Ruhe ihre Kerb haben wollen. 

Für das junge Volk, besonders die männliche Jugend, beginnt die Kirmes schon am Abend des Sonntags, an dem die Kerb „angetrunken“ wird; dabei stiften die Wirte das Bier. Montags wird der Durst gelöscht; am Dienstagabend hebt man bei den Mädchen die Bänder, die an den Kirmesbaum kommen. Dabei spielte schon die Musik. Früher wurden die Musikanten dabei reichlich mit Kuchen beschenkt. 

Am 1. Kirmestag, dem Mittwoch, ist die sogenannte „Männerkerb“, weil an diesem Tag nur die Jugend, Burschen und Mädchen aus dem Dorf und die Männer die Kerb mit Tanz, Musik, Gesang und feucht-fröhlich einleiten. Dabei herrscht oft eine recht ausgelassene, muntere Stimmung. Denn einmal im Jahr darf sich der Mensch doch von ganzem Herzen freuen, heißt es in dem BZ-Bericht. Frauen dürfen am Tag der „Männerkerb“ auf dem Tanzboden nicht erscheinen. 

Der Haupttag für Einheimische und Fremde ist der Donnerstag, an dem man unter schmetternder Musik die Kirmesbäume einholt. Als weiterer Hauptkerbtag gilt auch der Freitag. An diesem Tage endet früh oder spät, je nach Belieben, die Kirmes. Am Samstag ist Ruhetag und am Sonntag wurde die Kerb begraben, um im nächsten Jahre wieder gefeiert zu werden. Es ist erfreulich, dass man die alten Sitten und Gebräuche unserer Altvorderen, deren Dauer und Ursprung nicht bekannt ist, in unserer Generation festhält. Allerdings ist im Jahr 2020 alles anders. In Zeiten von Corona wurde auch die Fauerbacher Kerb abgesagt in der Hoffnung, dass 2021 wieder ausgelassen gefeiert werden kann.

 Dann kommen auch wieder zahlreiche Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung. Außer den vielen Verwandtenbesuchen sind es auch zahlreiche andere Gäste aus nah und fern, insbesondere die Jugend, die erscheinen. 

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