Die Idee für den Film kommt Drehbuchautor Schraml im Schlaf

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Die Idee für den Film kommt Drehbuchautor Schraml im Schlaf

BUTZBACH. Beim Filmprojekt „Irrtum“ sind auch die Butzbacher Timo Nern sowie Mirco und Joachim Rolshausen aktiv dabei. Gedreht werden soll u.a. in der Wendelinskapelle. Das Foto zeigt eine Szene aus dem Film. Text: win, Foto: Alexander Klotz (OrangeProduction)

Im hessischen Krimi „Irrtum“ sind Butzbacher Schauspieler dabei

BUTZBACH (win). Manchmal ist es nur ein kurzer Weg vom Kopfkino zum Drehbuch. Und wenn man dann seine Freunde für die Idee begeistern kann, ist der Anfang gemacht. Ein Film entsteht. Genauso ist es Frank Schraml ergangen. Der 50-Jährige arbeitet nebenbei als Komparse und Kleindarsteller. Als sein Freund und Schauspielerkollege Sammy Koc ihn auf die Idee bringt, eine kurze Gefängnisverhörszene als Bewerbungsvideo zu drehen, setzt er sich abends hin und schreibt einen Dialog. Ursprünglich als „Showreel“ gedacht, lässt ihn eine Idee nicht mehr los. Schraml schläft eine Nacht darüber – oder besser gesagt – er schläft nicht. Denn in seinem Kopfkino entsteht bereits das Drehbuch zum Film „Irrtum“. Der Stoff reicht für einen zweiteiligen Krimi. 

Nicht nur träumen, sondern auch machen 

Schraml trommelt seine Freunde und Kollegen zusammen und erzählt ihnen von seiner verrückten Idee, einen Film drehen zu wollen. Rund 70 Schauspieler konnte er mittlerweile für das Projekt begeistern; allesamt engagierte Schauspieler, die bereits Erfahrungen bei professionellen Drehs gesammelt haben. Wie der Kirch-Gönser Timo Nern, zum Beispiel. Auch er hat vor einigen Jahren als Komparse angefangen und ist inzwischen zum gefragten und respektablen Kleindarsteller avanciert. Im Film spielt er einen Häftling, genau wie die beiden anderen Butzbacher Mirco und Joachim Rolshausen. Die Szene wird am 21. Oktober in der JVA in Preungesheim gedreht, die speziell für solche Filmszenen einen separaten Trakt zur Verfügung stellt. Die Drehgenehmigung liegt vor.

Das eigentlich Außergewöhnliche an diesem Projekt ist, dass der Film ohne Produktionsfirma und nahezu ohne Budget gedreht wird. Die Darsteller spielen unentgeltlich und nehmen teils weite Strecken auf sich, um beim Dreh dabei zu sein. Beispielsweise Deborah Muriel Blum, die eine Polizistin spielt, und die extra aus Berlin angereist war. Es sei ein Highlight, wenn Komparsen eine Sprechrolle bekommen, weiß Schraml aus eigener Erfahrung. Deshalb bekomme jeder Darsteller im Film mindestens einen Satz. Über die Szenen werde gemeinsam abgestimmt, die Regie habe aber das letzte Wort, so Schraml. 

Auch das Kamerateam, Maske und Security (B.A.B.A. Sicherheitsdienste) – alle arbeiten quasi umsonst. Multitalent Schraml konnte für sein Projekt sogar Tom Barcal gewinnen, der durch die Rolle des Marc „Keule“ Schneider in der RTL-Serie „Alles was zählt“ bekannt wurde. Neben „Fachpersonal für Bild und Ton“, Fotografen usw. spielt auch tierisches Personal eine Rolle, zum Beispiel Hund Toffi, Pferd Gil Geronimo sowie die Papageien Zazou M und Saphira W. Spannung und Action pur sind garantiert. Dafür hat Schraml alle Hebel in Bewegung gesetzt. 

Auf dem Foto der Regisseur Frank Schraml, der für sein Projekt Schauspieler Tom Barcal (rechts) gewinnen konnte, der durch die Rolle des Marc „Keule“ Schneider in der RTL-Serie „Alles was zählt“ bekannt wurde. Foto: Alexander Klotz (OrangeProduction)

Sogar ein Privatjet kommt zum Einsatz. Die nötigen Requisiten wurden unentgeltlich von einem „Film-Polizei-Ausstatter“ gestellt. Von Polizei- und Einsatzfahrzeugen bis zum voll ausgestatteten Sondereinsatzkommando gibt es bei „Cops Frankfurt“ so ziemlich alles, was ein actionreicher Krimi braucht.

Inzwischen ist aus der verrückten Idee spontan ein großes Projekt geworden. In „Irrtum“ geht es um eine Frau (Beatrice Knörzer), die mit ihrem Pferd im Wald ausreitet und plötzlich eine Leiche (die zehnjährige Monja Vehlow) findet. Sie ruft die Polizei. Die beiden durchgeknallten Polizisten Franky (Frank Schraml) und Sammy (Sammy Koc), die ihre Fälle schnell, aber nicht immer ganz so sauber lösen, nehmen die Ermittlungen auf. Sie stehen vor einer großen Herausforderung. Denn ihre Karriere steht auf dem Spiel, wenn sie in Zukunft keine ordentliche Polizeiarbeit leisten. 

Drehtag demnächst in Butzbach?

 Bereits fünf Drehtage hat das Team um Frank Schraml jetzt schon hinter sich, und es werden noch einige folgen, bis der Film in etwa anderthalb Jahren im Kasten ist. Hauptsächlich wurden in den vergangenen Wochen immer wieder Szenen im Langener Wald rund um den Steinberg gedreht, aber auch am Flugplatz Mainz-Finthen. Drohnen-Profi Frank Cayenz (Rhein-Main-TV) steuerte fantastische Luftaufnahmen bei und kommt mit seiner Drohne auch bei den Gefängnisszenen zum Einsatz. Gedreht wird aber auch in Weilbach, dem Heimatort des Regisseurs und in Butzbach. Die Drehgenehmigung für die Wendelinskapelle steht allerdings noch aus. 

Zu einem Krimi gehört unbedingt auch spannende Musik. Die kommt von „The Muffin Top“. Und für die Szene in einer Diskothek komponiert der Musiker Christoph Gudzik mit Maurice Herz sogar einen eigenen Song. 

Der Film wird zuerst im Internet auf Facebook oder Youtube zu sehen sein. Später soll er dann noch ins Kino kommen, so der Plan von Regisseur Schraml. Autorin Nicole Beisel aus Lampertheim schreibt gerade den Roman zum Film. Doch Schraml hat schon die nächsten verrückten Ideen im Kopf. Eine Staffel mit mehreren Episoden, mit Hintergrundgeschichten einzelner Akteure. Kinoproduktionen, Fernsehbeiträge, Serien und, und, und … Schramls Kopfkino hat „Tag der offenenTür“ und scheint unerschöpflich. Und wer weiß, vielleicht klappt es ja auch noch mit einer Filmförderung. Wer auf dem Laufenden bleiben will, schaut einfach mal auf der Homepage vorbei: www.irrtum-derfilm.de. 

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