Digitalisierung erspart Stadt künftig Papier und Botenfahrten

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Digitalisierung erspart Stadt künftig Papier und Botenfahrten

Butzbacher Parlament beschließt Anschaffung von Tablets / Linke beantragt mehr historische Informationen

BUTZBACH (thg). Die Butzbacher Stadtverordnetenversammlung wird künftig noch digitaler. In einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen fasste das Stadtparlament am Donnerstag den Grundsatzbeschluss zur Einführung der digitalen Gremienarbeit. Dafür werden unter anderem Tablets angeschafft. Ein Aspekt dabei ist der Umweltschutz.
Die überwiegende Mehrheit der Stadtverordneten füllte bereits den Anmeldebogen aus, um künftig die Sitzungsunterlagen nicht mehr in Papierform, sondern per E-Mail zu erhalten, wie Achim Thiel von der Stadtverwaltung gestern berichtete. Auch die Fahrten des Boten der Stadt, der sonst die Unterlagen in die Briefkästen der Parlamentarier steckte, entfallen. Für eine Übergangszeit soll es noch für jede Fraktion einen Satz der Unterlagen in Papierform geben.
Als Anschauungsobjekte hatte die Stadtverwaltung zur Sitzung zwei unterschiedliche Geräte mitgebracht, mit denen die Kommunalpolitiker künftig arbeiten. 37 Stück sollen angeschafft werden, das entspricht der Zahl der Sitze im Parlament. Drei weitere Geräte stehen dann als Ersatz oder auch für Gäste oder Schriftführer zur Verfügung. Im ersten Quartal kommenden Jahres soll die neue Technik einsatzbereit sein.
Drei Anträge hatte die Fraktion der Linken offenen Liste eingebracht. Sie werden noch in Ausschusssitzungen näher besprochen. Sie beantragt, dass zu allen Menschen, nach denen in Butzbach ein Gebäude, eine Straße oder ein Platz benannt ist, eine Kurzbiographie auf der Internetseite der Stadt abrufbar ist. Mit einem QR-Code beispielsweise am Pfosten eines Straßenschilds kann die Information auch mobil abrufbar sein. Hintergrund ist die Benennung der Schutzhütte auf dem Schrenzer nach August Storch, dessen Handeln kontrovers diskutiert wurde.
In einem zweiten Antrag der Linken geht es ebenfalls um die Historie. Er bezieht sich auf eine Adler-Abbildung am Landgrafenschloss. Zwar befinde sich unterhalb des Wappentiers kein Hakenkreuz mehr, aber die Symbolik sei wiedererkennbar. Eine Informationstafel soll über die Zusammenhänge aufklären.

Ferner stellte die Linke einen Antrag zu den Anfragen von Stadtverordneten an den Magistrat. Sie möchte den Bearbeitungsstand der noch nicht beantworteten Anfragen erfahren.
Außerdem beschlossen die Parlamentarier die Bebauungspläne Tuchbleiche Ebersgöns und Wohnen am Limes (Limespark) als Satzung. Damit werden sie nach der entsprechenden Veröffentlichung rechtskräftig. Die UWG-Fraktion stellte noch Anfragen zum Vicus Romanus, zur Entwicklung der Mensa der ehemaligen amerikanischen Schule im Degerfeld und zur Belegung der Kindergärten.

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