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„Discounter-Fläche und Tennishalle für Werkstatt-Kooperationen nutzen“

Butzbacher FDP reagiert auf Aussagen von Bürgermeister Michael Merle und fordert kreative Vorschläge

BUTZBACH (pm). Mit Kopfschütteln nimmt die FDP Butzbach laut einer Pressemitteilung die Äußerungen von Bürgermeister Michael Merle zur Stadtentwicklung auf (die BZ berichtete). „Die Konzeptlosigkeit der Stadtverantwortlichen spricht Bände“, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Marion Stahl, der stellvertretende Ortsverbandsvorsitzende Daniel Libertus und Vorstandsmitglied Dirk Weyerhäuser. 

„Städtebaulich sind die vagen Vorstellungen mehr als hinderlich. Kreative Vorschläge fehlen gänzlich“, kritisieren die Liberalen. Was fehle, sei die Gesamtübersicht, die Vorstellung eines Butzbachs in fünf, zehn und 25 Jahren. „Hier wird doch wieder ein Schnellschuss gewagt. Butzbach sollte weiterdenken, denn Butzbach kann mehr und daher kann Butzbach zukunftsfähige Konzepte entwickeln.“

Dabei lägen gute Ideen auf der Hand. Das vor kurzem postulierte „Gründerzentrum“ sei eine solche Idee. Es zeige sich aber, dass einige gerne mit Schlagworten Wahlwerbung machen möchten, den tieferen Sinn dahinter aber nicht verstünden. „Die Idee eines Gründerzentrums oder eines Co-Working-Space oder beidem ist eine gute. Sie muss aber auch mit Leben gefüllt werden“, sprachen sich Stahl, Libertus und Weyerhäuser für die Idee aus. Ruhiges Gewerbe sei insbesondere für Innenstadtlagen ein Gewinn. Der Handel dort profitiere und die gute Verkehrslage von Butzbach könne dabei helfen, erfolgreiche Dienstleistungsunternehmen, etwa in der IT oder ähnlichem erfolgreich werden zu lassen. „Dazu muss aber konsequent vor allem auch die digitale Infrastruktur ausgebaut und verbessert werden“, s die FDP-Vertreter.

Außenliegende Anlagen, etwa das Lidl-Gelände oder die Tennishalle würden sich gut eignen, für Projekte wie Werkstatt-Kollaborationen. „In Butzbach gibt es viele kreative Köpfe, die vielleicht komplexe Waren herstellen wollen, für die große oder spezialisierte Maschinen notwendig sind. Kaum einer kann sich die selbst leisten, vor allem nicht, wenn die Idee erstmal erprobt werden soll“, erklären Stahl, Libertus und Weyerhäuser. Wenn ein Ort eingerichtet würde, an dem zentral angeschafft diese Maschinen stünden, würde das auch Start-Ups von außerhalb anlocken. Vorstellbar seien große Kreissägen, Hebebühnen, aber auch 3-D-Drucker.

„Wenn die Stadt dann noch erkennt, dass dies auch die Chance böte, einen städtischen Not-Ausbildungsbetrieb zu etablieren, käme noch die soziale Komponente hinzu“, so die Liberalen weiter. Die Stadt könnte beispielsweise über den Bauhof an den genannten Orten für diejenigen Jugendlichen Praktikums- und Ausbildungsstellen bieten, die es sonst schwer hätten, einen geeigneten Platz zu finden. Dort könnten ein Einstieg oder eine Weiterführung einer Ausbildung stattfinden und so Leerläufe überbrückt werden.

Die Idee, einen Bildungscampus zu etablieren, der das ehemalige Arbeitsamt einschließt, begrüßt die FDP, sofern dort das Potenzial auch entsprechend ausgenutzt werde und sich in ein Gesamtkonzept einfüge. Den Ankauf weiterer Gebiete und Gebäude durch die Stadt begrüßt die FDP ebenfalls. „Schöner wäre es zwar, wenn bereits verschiedene Möglichkeiten der Nutzung in verschiedenen Szenarien vorlägen und Machbarkeiten im Groben bereits besprochen wären, aber das sollte nicht davon abhalten, bereits für die Zukunft Gebiete mit Potenzial zu entwickeln“, so die FDP-Mitglieder.

„Die Stadt Butzbach sollte gerade in dieser Corona-Krise in der die Arbeitslosigkeit wieder zunimmt und Existenzen bedroht sind, zeigen, wie rund um und in Butzbach neue Arbeitsplätze geschaffen werden können“, fordern die Liberalen. „Insgesamt fehlt aber ein Gesamtkonzept und das obwohl die Städteplan-Projekte bereits seit einiger Zeit laufen. Die Zukunftsideen fehlen ebenso wie ein Plan, für wen und vor allem wie flexibel einzelne Gebiete nutzbar gemacht werden sollen“, so erklären Stahl, Libertus und Weyerhäuser. „Da sind noch viele Hausaufgaben zu machen. Die FDP wird sich einbringen und konstruktiv die Stadt mitgestalten, denn Butzbach kann und Butzbach kann vor allem mehr.“

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