Dreierkonstellation im Münzenberger Parlament meistert „schwere Geburt“

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Dreierkonstellation im Münzenberger Parlament meistert „schwere Geburt“

MÜNZENBERG. Stadtverordnetenvorsteher Manfred Tschertner (Mitte) nahm zur einstimmigen Wahl die Glückwünsche des Alterspräsidenten Heinz Reuhl und der Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer entgegen. Text + Fotos: thg

Konstituierende Sitzung mit einstimmiger Wahl des Magistrats / Tschertner weiter Stadtverordnetenvorsteher

MÜNZENBERG (thg). Dass die Fraktionen in annähernd gleicher Stärke im neu gewählten Münzenberger Stadtparlament vertreten sind, war ein Aspekt, der in der konstituierenden Sitzung mehrfach eine Rolle spielte. Jeweils acht Mandate entfallen auf die stärkste Kraft CDU und die SPD, sieben Sitze hat die FWG-Fraktion. In den ersten Entscheidungen erzielten die Fraktionen Einigkeit, wenn auch an einzelnen Stellen offensichtlich mit Ringen und „schwerer Geburt“, wie es Stadtverordnetenvorsteher Manfred Tschertner sagte. Der Sozialdemokrat wurde im Amt einstimmig wiedergewählt und übernimmt es damit zum vierten Mal in seinen nunmehr fünf Legislaturperioden.
Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer hatte die Sitzung eröffnet und sich für den ehrenamtlichen Einsatz der Stadtverordneten bedankt. „Die Stadt lebt und gedeiht durch Menschen, die ihre Stimme einbringen“, sagte sie. Die Ausübung des Amts solle unparteiisch und dem Gemeinwohl verpflichtet erfolgen.
Als Alterspräsident setzte der 77-jährige Heinz Reuhl (CDU) die Sitzung fort mit der Wahl des Stadtverordnetenvorstehers. Er warb für ein gutes menschliches Miteinander und für ein „Aufeinanderzugehen“ zwischen den Fraktionen. In der vergangenen Wahlperiode habe es den einen oder anderen „Zwist“ gegeben, der „mit Großmut hätte verhindert werden können“.
Tschertner bedankte sich für die Wahl und forderte die Parlamentarier dazu auf, an einem Strang zu ziehen im Sinne der Stadt. „Eine Stadt ist nie fertig, eine Stadt muss gelebt werden“, sagte er. Zu seinen Stellvertretern im Amt wurden einstimmig Hans Jürgen Zeiß (CDU), Ronald Berg (FWG) und Peter Hüttl (SPD) gewählt.
Drei Ausschüsse wurden gebildet, analog zur bisherigen Arbeit. Neu ist, dass der Begriff „Jugend“ dem Ausschuss für soziale und kulturelle Angelegenheiten beigefügt wird. Daneben gibt es den Ausschuss für Bauen, Ökologie und Planung sowie den notwendigen Haupt- und Finanz-
ausschuss. Von bisher fünf auf sechs Mitglieder wurden diese Gremien vergrößert. Die Konstituierung findet am Donnerstag, 6. Mai, ab 19.00 Uhr im Bürgerhaus Gambach statt.
Die Wahl des Magistrats erfolgte über eine gemeinsame Liste der drei Fraktionen. Und dabei sei die Entscheidungsfindung laut Tschertner schwierig gewesen. Darauf lässt auch schließen, dass ein Antrag der FWG-Fraktion auf der Tagesordnung stand, die Zahl der Magistratsmitglieder um einen auf sechs Stadträte zu reduzieren, um das Stärkeverhältnis in der Stadtverordnetenversammlung abzubilden. Denn die Mandatsstärke sei vor fünf Jahren der Grund für SPD und CDU gewesen, das Gremium zu erweitern, als die Freien Wähler nur vier Parlamentarier stellten.

MÜNZENBERG. In der konstituierenden Sitzung der Münzenberger Stadtverordnetenversammlung wurden die Mitglieder des Magistrats ins Amt eingeführt.

Angesichts der Einigung im Vorfeld zog FWG-Fraktionschef Ronald Berg den Antrag zurück. Es bleibt bei sieben Stadträten, die mit der Bürgermeisterin den Magistrat bilden. Als Magistratsmitglieder wurden Lothar Düringer als Erster Stadtrat und Heinz Reuhl für die CDU, Hagen Vetter, Carsten Bolz und Wolfgang Fitzthum für die SPD und Cornelia Scheurich und Gerhard Immel-Voigt für die FWG gewählt.
Auch Amtseid und Verpflichtung der Gewählten waren Bestandteil der Sitzung. Weil die Hessische Gemeindeordnung den Handschlag dafür vorsieht, hatte Tschertner angesichts der Pandemie-Einschränkungen eine Lösung. Er verteilte weiße Baumwollhandschuhe, damit die Verpflichtung formal einwandfrei stattfand.
Nachdem Düringer, Reuhl, Bolz und Scheurich auf ihre Mandate in der Stadtverordnetenversammlung verzichtet hatten, rief Wahlleiterin Berit Heller die Nachrücker auf. Thorsten Schepp und Daniel Rasser (beide CDU), Norbert Schwab (SPD) und Otfried Düringer (FWG) komplettierten ihre Fraktionen.
Einstimmig liefen die Wahlen der Vertreter der Stadt Münzenberg nur in einem Punkt nicht ab: bei der Festlegung für den Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main. In geheimer Wahl wurde der frühere Bürgermeister Hans Jürgen Zeiß mit zwölf gegen neun Stimmen für seine Nachfolgerin Dr. Isabell Tammer gewählt. Sie wurde dann einstimmig zur ersten, Peter Hüttl zum zweiten Stellvertreter gewählt. In der Ekom21 vertreten Tammer und Janek Eckert von der Stadtverwaltung als Stellvertreter die Stadt, im Wasserverband Nidda ebenfalls. Die Vertretung im Zweckverband Gemeinschaftskasse Wetterau wählt der Haupt- und Finanzausschuss.
Als Schriftführer des Parlaments gewählt wurden von der Verwaltung Janek Eckert, Daniela Groß, Heike Mühlenbruch, Manfred Müller, Stefanie Peter und Dorothee Weckmann.
Die Arbeit der Ausschüsse erhielt auch gleich ein Ziel. Sie sollen sich mit dem Dorfentwicklungskonzept befassen, und das zusammen mit den Ortsbeiräten. Im Juni soll das Konzept vom Parlament beschlossen werden, um die einzuhaltenden Fristen zu wahren.

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