Drogen-Razzia: Kopf in Butzbach vermutet

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Drogen-Razzia: Kopf in Butzbach vermutet

BUTZBACH. Nach umfangreichen Ermittlungen verzeichneten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag einen Erfolg und nahmen in Butzbach den 33-jährigen mutmaßlichen Kopf einer Drogenbande fest. Gegen ihn und einen weiteren Mann aus Butzbach wurden Haftbefehl erlassen. An sieben Adressen in Butzbach und Umgebung wurden laut Staatsanwalt Rouven Spieler Gebäude durchsucht. Symbolfoto

POLIZEI – Durchsuchungen am Montag / Laut Staatsanwaltschaft Gießen Schwerpunkt in der Weidigstadt

BUTZBACH (thg). Nach jahrelangen Ermittlungen haben Polizei und Staatsanwaltschaft den Kopf eines Dealer- und Drogenrings in Butzbach vermutet und am Montag bundesweit Wohnungen durchsucht. Das sagte der Gießener Staatsanwalt Rouven Spieler gestern auf BZ-Anfrage. „Die in Butzbach Verhafteten gehören schon zum engsten Kreis“, erklärte er. Der Schwerpunkt der Bande liege in Butzbach. 

Als Hauptverdächtiger wurde ein 33-Jähriger verhaftet. Gegen ihn lag ein Haftbefehl vor, ein weiterer wurde gestern gegen einen weiteren Butzbacher erwirkt, der eine „nicht geringe Menge“ Cannabis und Amphetamin ebenso besaß wie Waffen – Machete und Baseballschläger. 

Bei dem 33-Jährigen wurden laut Spieler 100 000 Euro Bargeld, eine Maschinenpistole, anderthalb Pfund Ecstasy, das Equipment für eine Marihuana-Plantage und ein Ferrari sowie fünf weitere, wahrscheinlich weniger wertvolle Fahrzeuge gefunden und beschlagnahmt. Diese „U-Haft für Gegenstände“, so Spieler, wurde verhängt, falls das Gericht zum Urteil kommt, sie resultierten aus dem illegalen Handel mit Betäubungsmitteln. Es handele sich um eine „Vermögensabschöpfung“. Insgesamt wurde bei den Hausdurchsuchungen im Butzbacher Stadtgebiet „Illegales, Gefährliches, Handys und Dokumentationen“, die gefunden wurden, sichergestellt. 

Denn gleich mehrere Objekte – das können Häuser, Wohnungen oder auch andere Gebäude sein – wurden am Montag auch in Butzbach gleichzeitig durchsucht. Vier der laut Spieler sieben Adressen waren in Butzbach, darunter eine Halle und eine Garage, zwei in Nieder-Weisel und eine in Münzenberg. 

Neben dem 33-Jährigen fanden die Durchsuchungen statt bei einem 38-Jährigen in Nieder-Weisel und an zwei verschiedenen Adressen einer 23-Jährigen. Auch bei einer 42-Jährigen in Kirch-Göns und einem Ehepaar in den Siebzigern in Butzbach hätten die Beamten Räume durchsucht. Ein Objekt eines 46-Jährigen in Butzbach und eine Werkstatt seien ebenso durchsucht worden wie Räume eines 31-Jährigen in Butzbach. Eine weitere Garage in Butzbach und ein Schließfach in einem Geldinstitut wurden ebenfalls durchsucht. 

Die Ermittlungen dauern an. Das Dunkelfeld könne noch größer sein. Es gebe Verbindungen nach Mecklenburg-Vorpommern, aber auch nach Nordrhein-Westfalen, wo in Iserlohn und Solingen ebenfalls Durchsuchungen stattgefunden hätten. 

Ob die beim 33-jährigen Butzbacher gefundene Maschinenpistole im Zusammenhang mit einer Straftat benutzt wurde, wird vom Landeskriminalamt routinemäßig untersucht, wie Spieler sagte. Derzeit gebe es keine konkreten Hinweise auf deren Verwendung. 

Nach den bisherigen Ermittlungen besteht der Verdacht, dass die Bande über die vergangenen fünf Jahre hinweg Cannabis im Zentnerbereich sowie Kokain und Amphetamin im Kilobereich aus dem europäischen Ausland, insbesondere Spanien und den Niederlanden, einführt und gewinnbringend weiterveräußert.

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