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Düsteres Bild zeigt sich im Wald

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Förster berichtet: Trockenjahre, Borkenkäfer und kollabierter Holzmarkt belasten Langgönser Forstwirtschaft

LANGGÖNS (ikr). Der Langgönser Revierförster Ralf Krämer berichtete in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses über die aktuelle Situation in den Wäldern der Gemeinde. Er zeichnete ein düsteres Bild.

Die beiden vergangenen Trockenjahre und die damit verbundene hohe Borkenkäferpopulation sowie weitere Schädlinge setzten den Bäumen und insbesondere den Fichten extrem zu. In einem Bereich seien 15 Hektar Fichte am Stück kaputt, „wenn man da hinkommt da kriegt man einen Schock“, sagte er. Auch die Holzvermarktung für Fichten sei „komplett kollabiert, es gibt keine Absatzmöglichkeiten, wir können das Holz nicht mehr kostendeckend verkaufen“, berichtete Krämer. Beim Verkauf gewährt das Land Hessen zwar Zuschüsse pro Festmeter Schadholz, wie der Ausschussvorsitzende Dr. Michael Buss (Grüne) ergänzte, dennoch finde „momentan überhaupt kein Absatz statt“, so der Förster. 

Bürgermeister Marius Reusch informierte, dass derzeit nur die Fichten geschlagen werden, die auch direkt aus dem Wald heraustransportiert werden können, um das Lagervolumen gering zu halten. Bei der Strategie im Umgang mit der aktuellen Situation steht die Verkehrssicherheit an erster Stelle – hier werden geschädigte Bäume zuerst entlang der Straßen und Wege gefällt – und dann der Verkauf des Holzes. Vorschlag des Försters ist es, kleinere Bereiche mit abgestorbenen Fichten vorläufig stehen zu lassen und nur die großen Flächen mit standortgerechten klimaresistenten Laubbaumarten wie Buche und Eiche sowie weiteren Mischbaumarten aufzuforsten. „Wir wollen schauen, was die Natur auf diesen Flächen selbst einbringt und das durch unsere Maßnahmen ergänzen, wir wollen keine hektische Aufforstung“, betonte der Waldexperte. 

Rund 5500 Euro sind bislang für die Ende 2019 gestartete Aktion „Bäume für den Klimaschutz“ auf den Konten der Gemeinde Langgöns eingegangen. Diese Summe reicht für 550 Bäume. Geplant ist, im kommenden Herbst eine erste Fläche in der Abteilung 305 im Waldgebiet Wehrholz, gelegen zwischen Lang-Göns, Dornholzhausen und Niederkleen, oder vielleicht auch eine alternative Fläche mit jungen Bäumchen aufzuforsten. Bis dahin werden weiterhin gerne Spenden angenommen, denn pro Hektar Waldfläche wird ein zehnfaches an Bäumen benötigt. 

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