Ehemaliger Auschwitz-Häftling Hermann Reineck erzählt aus seinem Leben

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Ehemaliger Auschwitz-Häftling Hermann Reineck erzählt aus seinem Leben

BUTZABCH. Anlässlich des 100. Geburtstages von Hermann Reineck (Foto), des Gründers der Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer, findet am Mittwoch, 9. Januar, um 19.00 Uhr im Butzbacher Museum eine Gedenkveranstaltung statt. Zu hören wird dabei auch ein Original-Radio-Feature. Foto: BZ

Gedenkveranstaltung zum 100. Geburtstag im Museum / Original Radio-Feature

BUTZBACH (pm). Anlässlich des 100. Geburtstages von Hermann Reineck wird am Mittwoch, 9. Januar,  19.00 Uhr, Butzbach, Museum der Stadt, Färbgasse 16, an den Gründer der Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer mit einem Original Radio-Feature, das die Rundfunk-Journalistin Monika Held mit ihm produziert hat, erinnert. 

Geboren wurde Hermann Reineck am 9. Januar 1919 in Wien, gestorben ist er am 27. Dezember 1995 im Krankenhaus in Lich. Er wuchs in einem sozialdemokratischen Elternhaus auf und war Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend. 1941, an seinem 22. Geburtstag, wurde er von der Gestapo verhaftet. Nach einer Verurteilung und dem Ende einer Gefängnisstrafe wurde er in „Schutzhaft“ genommen und mit dem Vermerk „Rückkehr unerwünscht“ am 24. September 1942  in Auschwitz als politischer Häftling Nr. 63387 registriert. 

Für eine kurze Zeit musste er im Kommando Straßenbau arbeiten, bevor  er als Schreiber im Krankenbau des Stammlagers fast zwei Jahre lang Totenscheine für ermordete und verstorbene Häftlinge ausfüllte. Im November 1944 wurde er für das berüchtigte Sonderregiment Dirlewanger verpflichtet, um – wie man ihm erklärte – den Schaden, den er dem deutschen Volk zugefügt habe, sühnen zu können. Reineck und die anderen verpflichteten Häftlinge wurden in SS-Uniformen gesteckt und bekamen eine kurze militärische Ausbildung. Sie wurden danach zur Partisanenbekämpfung in die Berge im Grenzgebiet zur Tschechoslowakei geschickt. Dort gelang Reineck mit einem Kameraden die Flucht zu den Partisanen. Zurück in Österreich kämpfte er bis zum Kriegsende in einer Widerstandsgruppe gegen die Nazi-Truppen. 

Die ersten beiden Jahrzehnte im Nachkriegseuropa lebte Hermann Reineck in Wien. 1964 trat er im großen Frankfurter Auschwitz-Prozess als Zeuge auf und stand seinen ehemaligen Peinigern gegenüber. Während dieser Zeit lernte er auch seine spätere Frau Anni Roßmann-Reineck kennen und siedelte schließlich in die Bundesrepublik über. Das Paar wohnte im Münzenberger Stadtteil Gambach. 

Zur Gedenkveranstaltung der Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer e. V. und der Stadt Butzbach sind alle Interessierten eingeladen. Der Eintritt ist frei.   

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