Ehemaliges Butzbacher Arbeitsamt bleibt vorerst Flüchtlingsunterkunft

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Ehemaliges Butzbacher Arbeitsamt bleibt vorerst Flüchtlingsunterkunft

Anfrage des Wetteraukreises nach Kapazitäten / Musikschule soll andere Räume in Innenstadt erhalten

BUTZBACH (thg). Das frühere Arbeitsamtsgebäude in der August-Storch-Straße in Butzbach dient als Flüchtlingsunterkunft. Und das wird voraussichtlich vorerst so bleiben. Das sagte Bürgermeister Michael Merle auf BZ-Anfrage. 

Angesichts zurückgehender Zahlen Schutzsuchender hatte die Stadtverordnetenversammlung im März einen Grundsatzbeschluss zur Nutzung des angemieteten Baus gefasst. Demnach sollte die Musikschule Butzbach dort neue Räume erhalten, nachdem der ehemalige Ostbahnhof nicht mehr zur Verfügung stand. Weil aber der Wetteraukreis inzwischen die Kommunen gebeten hat, zu prüfen, welche Möglichkeiten sie haben, Flüchtlinge unterzubringen, wird es wohl dazu nicht kommen. 

„Wir haben nicht viele andere Möglichkeiten zur Unterbringung“, sagte der Bürgermeister. Die Nutzung der bestehenden Unterkunft sei voraussichtlich weiter notwendig. „Die Not ist groß, wir werden dem Wetteraukreis helfen.“ 

Was den Umzug der Musikschule angeht, prüft die Butzbacher Wohnungsgesellschaft laut Merle derzeit eine Alternative. Es handelt sich um eine Liegenschaft in der Straße Breiter Stein in der Innenstadt. Das Vorgehen sei mit der Musikschule abgesprochen. 

Die Flüchtlingsunterkunft im Oberwerk im Butzbacher Norden ist laut Anette Krämer vom Sozialfachdienst bis auf zwei Betten mit 93 Bewohnern belegt. In kommunalen Unterkünften sind derzeit 185 Menschen untergebracht, darunter angemietete Wohnungen. Einigen der Bewohnern wurde die private Anmietung ermöglicht, weil sie den Status der Anerkennung erhielten. Damit blieben noch 110 Menschen in städtischen Unterkünften. Würde das frühere Arbeitsamt wieder voll mit belegt betrage die Kapazität rund 160 Flüchtlinge. In den Unterkünften leben Menschen unterschiedlicher Herkunft, darunter Iran, Somalia oder auch Türkei und Afghanistan. Von den so genannten Ortskräften aus diesem Land seien zwei Familien in Butzbach. 

Wie sich die Flüchtlingszahlen weiter entwickeln und wie viele Menschen in Butzbach untergebracht werden sollen, ist derzeit noch offen. Klar sei, dass die Stadt Butzbach versuche, „das Schicksal der Menschen etwas zu mildern und dass sie jemand haben, der sie betreut“, sind sich Merle und Krämer einig. 

Die Betreuung leisten von der Stadt Butzbach vier Sozialarbeiter mit Zeitanteilen, sodass sich knapp zwei volle Stellen ergeben. Es sei aber derzeit schwierig, entsprechendes Personal zu finden, berichtete der Bürgermeister. 

Die Unterstützung der Ehrenamtlichen ist nach Krämers Worten wegen der Corona-Pandemie fast ganz zum Erliegen gekommen. Um die Kleiderkammer kümmern sich Ehrenamtliche, auch wenn sie derzeit wegen Covid-19 geschlossen ist, ebenso um die Fahrrad-Werkstatt. Zudem gibt es etwa zehn Helfer, die sich um einzelne Familien kümmern. 

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