Ein Clown mit Geist, Herz und Körper 

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Ein Clown mit Geist, Herz und Körper 

Foto: win

KLEINKUNST –Pantomime Peter Shub verzauberte das Publikum | Mitmach-Comedy ohne Worte

BUTZBACH (win). Einer der weltbesten Clowns beehrte am vergangenen Freitag Butzbach. Peter Shub war im Rahmen der Kleinkunst-Reihe „Live in Butzbach“ im Deutschen Haus zu Gast. Ein ziemlich außergewöhnlicher Komödiant, der mit seiner subtil-komischen und sehr sparsamen Darstellung sogar Leute zum Lachen bringen kann, die Clowns sonst eigentlich nicht mögen.

 Der gebürtige Amerikaner Shub kommt ohne rote Pappnase, ohne Schminke, bunte Perücke und übergroße Schuhe aus. Er ist Clown mit Geist, Herz, Körper. Seine Methode ist es, Erwartungen zu erfüllen, um sie durch das Unerwartete zu unterlaufen. Er kämpft mit Mikrofonen und Garderobenständern, die Komik liegt im Scheitern. 

Doch zunächst blieb es dunkel auf der Bühne, bis Shub wortlos mit ein paar Streichhölzern seinen Aktionsradius erhellte. Er zählte die Reihen durch und verbog dabei die Finger, dass schon das Zuschauen wehtat. Mit dem Ergebnis konnte er durchaus zufrieden sein: Volles Haus im Deutschen Haus. Es versprach ein wortkarger Abend zu werden, an dem es aber dennoch – oder gerade deshalb – sehr viel zu lachen gab. Und dann sprach er doch. 

Mit den Worten: „Bevor ich es vergesse … Sie sind ein wonderful Publikum, have fun, good night“, brachte er den Abspann gleich zu Anfang – und die Zuschauer zum Lachen. Der Pantomime zeigte sich wandlungsfähig und schlüpfte in die unterschiedlichsten Rollen: Mal Popstar, mal Hundehalter oder Stylist für Topfpflanzen. Manchmal bereicherte der 61-Jährige seine Körpersprache um ein paar treffende Vokabeln im Durchgangsbereich zwischen Deutsch und Englisch „Hello! Hi! How are you? heißt auf Deutsch: Na? Und? Tschüs!“, klärte er die Zuschauer über sein denglisches Kauderwelsch auf.

 Lange Zeit sprach er nur durch seinen Körper. Ließ sich von einer Leine ziehen, an der kein Hund war, hing als Kleiderbügel so krumm an der Garderobe, dass der Kopf im Mantelinnern fast verschwand, verlängerte seinen Arm endlos, rückte den schiefen Hals mit Krachen wieder gerade, bevor er sich an einem Kamerastativ zu schaffen machte. 

Erstaunte Ausrufe, lautes Lachen und immer wieder Szenenapplaus begleiten den Auftritt des eher unauffälligen Weltstars, der mit Roman Polanski gearbeitet hat und mit Loriot, im Zirkus Roncalli aufgetreten ist. Er spielt und flirtet gern mit den Zuschauern. So dirigierte er das Publikum – das Stück hieß „Husten“ – und alle machten bereitwillig mit. Der ganze Saal hustete und war dabei sichtlich vergnügt. Mit einem „Und dann?“ forderte er das Publikum immer wieder zum Mitmachen auf. Als er Klopapier mit dem Föhn verteilte, weckte er mit diesem Kalauer bei so manchem sicher Erinnerungen an die Kindheit.

 Mit seinem Auftritt erinnerte der berühmte Clown an die großen Zeiten der Stummfilmkomödie. Zwei Stunden großartigste Comedy zwischen Slapstick, Körperkomik und absurdem Humor bescherten den Gästen einen lustigen unbeschwerten Abend, an dem herzhaft gelacht wurde.

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