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Ein Luther im Himmel …

Foto: werner

Szenisches Spiel am Reformationstag, 31. Oktober in der Fauerbacher Kirche

FAUERBACH v.d.H. (pm). Der ev. Kirchenvorstand lädt wieder die gesamte Bevölkerung des Kirchspiels sowie alle Lutherfans aus der Umgebung zur Reformationsveranstaltung am Mittwoch, 31. Oktober, um 19.00 Uhr in die ev. Kirche in Fauerbach ein.

Einem fast schon unglaublichen Luther-Hype zum letztjährigen 500. Reformationsjubiläum, das in den Medien und in den einzelnen Kirchengemeinden ausgiebig behandelt wurde, steht in diesem Jahr das große Schweigen im Walde bzw. im Lande gegenüber. Angespornt durch das aktuell abflauende Interesse und die Lethargie hinsichtlich der Person Luthers in diesem Jahr, lässt man noch einmal in Fauerbach das vergangene Jahr Revue passieren. 

Was hat sich verändert? Was ist geblieben? Hat das Reformationsjubiläum die christliche Botschaft neu in die Mitte gerückt? Luther würde uns heute ins Stammbuch schreiben: „Ihr habt dann erst die Reformation richtig gefeiert, wenn ihr Glauben wagt, wenn ihr es lernt, Gott über alle Dinge zu fürchten, zu lieben und zu vertrauen!“ Diesem Ausspruch Referenz erweisend versucht der Kirchenvorstand, wie schon seit fast 20 Jahren, traditionell den Reformationstag gebührend zu würdigen. 

In Anlehnung an den legendären „Münchner im Himmel“ hat sich der Veranstalter wieder etwas Besonderes ausgedacht. Die Eheleute Luther, die nach 500 Jahren endlich im Himmel angekommen sind, beobachten nun als holdes Engelspaar das teilweise maßlose Treiben auf der Erde. Dass dies von Dr. Luther nicht unkommentiert bleibt, ist zu erwarten. So debattieren die beiden das Geschehen auf der Erde in unterhaltsamer, aber doch tiefsinniger Weise. Hier beschimpft Martinus kräftig in einem Rundumschlag auch seine Käthe nach alter Luther-Manier. Sie versucht zwar ihren Mann immer noch zu mäßigen, jedoch ohne Erfolg. Er unterstellt ihr sogar, dass sie das unwürdige Verhalten der Menschen auf der Erde noch toleriere. 

Während die Luthers auf einem eigens dafür errichteten Wolken-Himmelsgerüst sitzen, stellen unter ihnen auf Erden die Laienschauspieler vier verschiedene Handlungen dar. Die Szenerie umfasst eine weite Spannbreite, von der letztjährig viel beschworenen Ökumene über unsinnige Literatur bis zur Profitgier bzw. Geschäftemacherei hinsichtlich der Person Luthers. Amüsant und aufschlussreich wird die Thematik den Besuchern dargeboten, sodass Kurzweil garantiert ist. 

In den Pausen werden die Bühnenbilder für die einzelnen Akte umgestaltet, die Orgel aber begleitet als Intermezzo die Gemeinde zu Luthers starken Liedern „Ein feste Burg ist unser Gott“ und „Vom Himmel hoch“. 

Am Ende steht nun die Frage im Raum, ob es dem Doktor Martinus Luther gerade so ergeht wie seinem Münchner Engelskollegen Aloisius, der auf die Erde zurückgekehrt, um seinen göttlichen Auftrag zu erledigen. Nach dem Luther-Spektakel lädt der Kirchenvorstand die Besucher noch in das gegenüberliegende Gemeindehaus zu einem Umtrunk und dem traditionellen Suppenbuffet ein. 

Eintritt und Imbiss sind wie immer kostenfrei, Spenden werden aber gerne angenommen. 

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