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Ein Schaf ist Opfer der Bürokratie

Butzbacher Hundebesitzer schildern die vergeblichen Bemühungen um ein Tier

BUTZBACH (dr). Unter der Überschrift „Ein Schaf fällt der Bürokratie zum Opfer“ schildern Butzbacher Hundebesitzer die Schwierigkeiten, denen sie sich konfrontiert sahen, als sie einem geschwächten Schaf (die BZ berichtete) helfen wollten, aber die Zuständigkeit für dieses Tier nicht klären konnten. Weder Tierheim Butzbach, noch Veterinäramt Friedberg, noch Ordnungsamt der Stadt Butzbach fühlten sich in diesem Fall zuständig. Inzwischen ist das Schaf verendet. Nachstehend der Bericht der Butzbacher Hundebesitzer:

Am Montag letzter Woche meldeten Butzbacher Hundebesitzer nach ihrem Hundespaziergang dem Tierheim Butzbach ein Schaf nahe einer Kuhherde am Hoch-Weiseler Waldrand Richtung Butzbach. Das Schaf quälte sich mit viel zu langem Fell und benötigte Hilfe.

Nach einem Anruf im Tierheim Butzbach wurden sie an das Veterinäramt in Friedberg verwiesen. Sie als Tierheim Butzbach könnten keine Schafe als Fundtiere mehr aufnehmen. Das sei nur noch bei Hunden, Katzen und Kleintieren möglich.

Beim Veterinäramt konnten die Butzbacher auch am Dienstag und Donnerstag, dem 12.10., Fotos machen, beim letzteren war der extreme Fellstand des Schafes bis zu den Füßen gut zu erkennen. Weiterhin beobachteten sie immer wieder den schwerfälligen Gang des Schafes.

Am Donnerstagmittag nach dem letzten Foto erhielten sie eine Mail des Veterinäramts, dass sie für das Tier nicht zuständig seien. Es könne aufgrund der fehlenden Ohrmarke kein Tierhalter ermittelt und aus tierschutzrechtlichen Gründen keine Anordnung zum Einfangen des Tieres erteilt werden. Somit fiele das Schaf als herrenloses Tier in die Zuständigkeit des Ordnungsamts der Stadt Butzbach. Und sie sollten sich dann mit weiteren Hinweisen direkt an die Stadt Butzbach wenden.

Am Freitag telefonierte die Hundebesitzerin nach erneuter Sichtung des Schafes mit dem Ordnungsamt Butzbach. Sie hatten keine Lösungsvorschläge – wie vom Veterinäramt in der E-Mail behauptet – erhalten bzw. auch keine Informationen, wo genau sich das Schaf aufhielt. Das Ordnungsamt war sehr dankbar für die weiteren Auskünfte und wollte sich zeitnah um das Schaf kümmern und es dann ggfs. ins Tierheim Butzbach als Fundtier bringen.

Die Hundebesitzerin unterrichtete das Ordnungsamt über die Auskunft des Tierheims, was zu absolutem Unverständnis und Erstaunen führte. Selbstverständlich müsse das Tierheim Butzbach auch Schafe als Fundtiere aufnehmen.

Der Kreis schließt sich nun und die Odyssee hatte für das Schaf am Sonntag sein Ende gefunden. Die Hundebesitzer fanden es am Nachmittag beim routinemäßigen Spaziergang verendet im Graben neben der Kuhherde. Wie lange es sich wohl gequält hat. Sie haben die Polizei darüber informiert.

Warum musste es aufgrund der Bürokratie und den sich nicht zuständig Fühlenden sterben?

Die Hundebesitzer stellen sich viele Fragen. Es wird viel von der Oberflächlichkeit und Ignoranz der Bürgerinnen und Bürger geredet und geschrieben. Kein Nachbar weiß etwas, hört kein Kind schreien, sieht eine ältere Frau nicht mehr. Keiner registriert den Vandalismus und die Vermüllung am Straßenrand und keiner sieht ein Pferd am Boden liegen oder ein Kälbchen, dem auf die Welt geholfen werden muss.

Und wenn Bürger aufmerksam sind, muss letztendlich doch das Tier, das ja nur eine Sache ist, mit dem Leben bezahlen.

Die Hundebesitzer geben nicht auf und werden in Zukunft aufmerksam bleiben, auch wenn die Bürokratie im Weg steht.

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