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Ein Storchenschicksal in Rockenberg

ROCKENBERG. Der Rockenberger Storch kurz vor seiner Freilassung aus der Storchenauffangstation in Wabern. Foto: hutfiels

Dreimal war Überleitungsmast der Ovag für Nestbau ausgewählt worden

ROCKENBERG (pe). Am 6. März erreichte den Vorsitzenden des BUND in Rockenberg, Jürgen  Hutfiels, der Anruf eines besorgten Bürgers – ein offenbar verletzter Storch befinde sich in den Wiesen am Ortsrand.  Hutfiels fand an der beschriebenen Stelle einen offenbar angeschlagenen Storch im Gebüsch. Das Tier wurde über das Tierheim Rödgen zur Uniklinik Gießen gebracht. Dort stellte man Prellungen, Abschürfungen und eine  gewisse Benommenheit fest. Von Gießen aus fand der Storch Aufnahme in der  Storchenauffangstation in Wabern. Vierzehn Tage lang wurde das Tier aufgepäppelt – am 22. März wurde es  wieder in die Freiheit entlassen.   

Zwischenzeitlich hatte Hutfiels den Wetterauer Betreuer von Störchen in der  Wetterau, Udo Seum, informiert. Der hatte anhand der Ringnummer in  Erfahrung gebracht, dass der Storch im Jahre 2012 in Südwürttemberg geboren  wurde und in den letzten drei Jahren auf einem Storchenhorst in  Rockenberg gebrütet hatte. Beobachtungen von Seum bestätigten, dass der  Storch am 1. April wieder in Rockenberg angekommen war. Er hatte auch  seinen bisherigen bzw. einen neuen Partner dabei. Nun war das alte Nest  zwischenzeitlich von einem anderen Storchenpaar besetzt. Nach einigen  Kämpfen gaben die neuen alten Störche auf und begannen auf einem  benachbarten Überleitungsmast der Ovag ein Nest zu bauen. Aus Gründen der  Netzsicherheit war die Ovag gezwungen, das Nest zu entfernen und den Mast  zu sichern.   Das war für das Storchenpaar kein Anlass aufzugeben – auf einem 100 m  entfernten Stahlmast begannen sie erneut sich ein Heim anzulegen. Aber  auch das konnte die Ovag nicht zulassen – auch dieses Nest wurde abgeräumt  und auch dieser Mast wurde gesichert.   

Der BUND-Vorsitzende war zufällig vor Ort und stimmte mit dem Rockenberger  Bürgermeister Manfred Wetz und der Ovag ab, dass mit Hilfe des Ovag Hubwagens und  Gemeindearbeitern eine 30m entfernte Fichte um vier Meter eingekürzt wurde.  Dadurch entstand ein Plateau, das den Störchen eine Grundlage für ein  neues Nest bieten könnte. Nun sollte es an den Störchen liegen, dieses  Angebot anzunehmen – sie taten es jedoch nicht und bauten ihr drittes Nest auf einem Ovag-Mast.   

Am Montag wurde auch dieses Nest entfernt. Seitens der Storchenhelfer wurde  nun ein letzter Versuch unternommen – auf der gekappten Fichte wurde eine Holzpalette aufgebracht – auf dieser  wurden die Restbestände des letzten Nestes aufgelegt. Nun ist es an den Störchen …

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