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Eine Erfolgsgeschichte 

Vor dem Dorfladen Eberstadt: Bürgermeister Julien Neubert, Schatzmeister Ulrich Kadel, die Gemeindeschwestern, Jochen Sauerborn und Landrätin Anita Schneider (v.r.n.l.) Foto: Schäfer

2000-Euro-Scheck von anonymem Spender an Gemeindeschwestern in Eberstadt überreicht / Versorgung von Senioren wichtige Aufgabe

EBERSTADT (rrs). Am Freitagnachmittag empfingen die Licher Gemeindeschwestern im Dorfladen Eberstadt hohen Besuch. Landrätin Anita Schneider (SPD) und Bürgermeister Dr. Julien Neubert (SPD) waren gekommen und bei selbst gebackenem Käsekuchen sowie frisch gebrühtem Kaffee überreichte Anita Schneider einen Scheck über 2000 Euro von einem Sponsor, der nicht genannt werden will. 

Als Dr. Detlef Kuhn 2012 den Förderverein „Unsere Gemeindeschwestern Lich“ in Muschenheim ins Leben rief, war das ein absolutes Novum und keiner konnte ahnen, dass sich dieses Projekt zu einer Erfolgsgeschichte entwickeln würde, dem heute sogar überregional Aufmerksamkeit gezollt wird. 

Mittlerweile sind die Gemeindeschwestern nicht nur in Muschenheim sondern auch in Birklar, Bettenhausen, Eberstadt, Langsdorf und Kloster Arnsburg aktiv.

Wertvolle Stütze 

Ein Beweis, dass ihre Tätigkeit ein wichtiger Bestandteil der Seniorensozialarbeit und Gesundheitsvorsorge ist. Neben zwei wöchentlichen Sprechstunden für ältere Bürger werden ebenso Hausbesuche für nicht mehr mobile Senioren angeboten, um Wunden zu versorgen, Blutdruck sowie Blutzucker zu messen oder im Fall von ernsteren Gesundheitsproblemen oder gar Verschlechterungen den dringend nötigen Arztbesuch in die Wege zu leiten. Ein regelmäßiger Mittagstisch und Freizeitangebote komplettieren das Angebot, mussten aber während der Corona-Pandemie leider eingestellt werden. 

Anita Schneider erinnerte sich wehmütig an die letzte Scheckübergabe beim Muschenheimer Weihnachtsmarkt 2018 und zeigte sich froh: ,,Die geleistete präventive Gesundheitsvorsorge ist nicht nur im Landkreis, sondern auch darüber hinaus einzigartig. Gerade in der Corona-Pandemie waren die Gemeindeschwestern eine wertvolle Stütze für die einsam und isoliert zu Hause ausharrenden älteren Bürger. Das im nächsten Jahr stattfindende zehnjährige Bestehen zeigt klar, dass das Projekt sich etabliert hat und gut angenommen wird. Der Scheck über 2000 Euro soll als neuer Nach-Corona-Startschuss dienen und mit Kraft aus der Pandemie helfen“. · 

Auch Bürgermeister Neubert bedankte sich bei den Schwestern, dass sie Älteren in der Corona-Einsamkeit beigestanden haben und warf einen Blick voraus auf sein gerade vom Magistrat genehmigtes neues Wohnprojekt in Langsdorf für seniorengerechtes Wohnen im geplanten Mehrgenerationenhaus. Weiter zeigte er sich glücklich mit Petra Schneider, Frauenbeauftragte und zuständig für Jugend und Soziales beim Landkreis, eine Frau „vom Fach“ mit frischen Ideen für die notwendige Neubesetzung im Vorstand gefunden zu haben. Mit dem Gedanken, behinderte Menschen in die Schwestern-Versorgung mit einzuschließen und einzelne Dienste vielleicht über die Pflegever-sicherung abzurechnen, sieht er optimistisch in die Zukunft. 

Schatzmeister Ulrich Kadel hoffte, dass der neue Vertrag mit der Stadt Lich über drei Jahre mit jährlicher Unterstützung von 15 000 Euro, zu der Jochen Sauerborn dann noch 15 000 Euro zusteuern würde und sich vielleicht auch Licher Firmen mit 15 000 Euro beteiligen würden, bald unter Dach und Fach ist. Da die Belastungsgrenze der ehrenamtlich tätigen Gemeindeschwestern schon lange erreicht sei und wohl zwei aus dem Dienst ausscheiden, müssten neue Leute geschult und eingestellt werden. Den Mittagstisch wolle man sobald es möglich sei wieder anbieten, allerdings fehlen auch hier ehrenamtliche Hilfskräfte. 

„Einsamkeit ist eine Krankheit. Ich finde es schrecklich, wenn Ältere im Seniorenheim keinen Kontakt mehr zur Außenwelt haben oder ältere Bürger nicht mehr zusammen auf der Dorfbank in der Sonne sitzen und über dies und das schwatzen können“, warf Jochen Sauerborn einen Blick zurück auf die Lockdown-Zeit und lud abschließend alle am Projekt Beteiligten für den 12. August zu einem Gartenfest zu sich ein.

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