Eine frische Meeresbrise weht wieder durch Bad Nauheim …

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Eine frische Meeresbrise weht wieder durch Bad Nauheim …

… pünktlich zum Frühlingsanfang, denn an den Gradierbauten rieselt wieder das Wasser. Mit der Öffnung des Gesundheitsgartens, der Kneipp-Becken und der Liegewiese am Gradierbau I  fällt nach der Winterpause der Startschuss für die Gradierbausaison 2021. Lediglich das Inhalatorium am Gradierbau I muss wegen der aktuellen Corona-Lage geschlossen bleiben. – Die Bad Nauheimer Solequellen enthalten nur 3 Prozent Salz. Ein direktes Eindampfen dieser schwachprozentigen Sole – wie früher mit Brennholz und später mit Braunkohle – war wegen des hohen Brennstoffverbrauchs unwirtschaftlich. Der Salzgehalt der Sole ließ sich aber durch Verdunsten des Wassers erhöhen. Dieser Vorgang heißt Gradierung. 1716 verbesserte der Salzmeister Joseph Todesco die bisher ausgeführte Gradierung über sogenannte Leckwerke, indem er die ersten großen Gradierbauten errichten ließ, deren Wände mit Schwarzdornreisig bestückt wurden. Die Verrieselung über mehrere Gradierbauten förderte die Reinigung der Sole und erhöhte den Salzgehalt auf etwa 13 bis 16 Prozent. Die gradierte Sole wurde zu den Siedehäusern gepumpt und dort in Siedepfannen so lange erhitzt, bis das Salz auskristallisierte. Das Wasserrad am Ludwigsbrunnen aus dem Jahre 1740 ist eines von sieben Wasserrädern.

Zur Blütezeit der Nauheimer Saline im 18. Jahrhundert lieferten die Wasserräder die Energie, um die Sole auf die Gradierwerke und die Siedehäuser zu pumpen. Um auch bei Wasserknappheit gradieren zu können, nutzte man die Energie von zwei Windmühlen auf den Türmen zwischen den Gradierbauten IV und V.  

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