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Einstimmig für Familienzentrum votiert

AUSSCHUSS – Zwei Millionen Euro aus Förderprogramm Soziale Stadt Degerfeld / Eigenanteil 600 000 Euro

BUTZBACH (dt). Einstimmig und einhellig über alle Parteigrenzen hinweg sprach sich am Montagabend in seiner Sitzung im Gruppenraum des Bürgerhauses der Sozialausschuss dafür aus, die vorliegenden Planungen zur Realisierung des Familienzentrums Degerfeld in Angriff zu nehmen. Begünstigt wird der Umbau der ehemaligen Mensa zu einem solchen Zentrum durch die Tatsache, dass aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ dafür zwei Millionen Euro auf dem Tisch liegen. BWG-Geschäftsführer Alexander Kartmann ließ jedoch wissen, dass Verwaltung und BWG empfehlen, den Umfang der Planung auf 1,75 Millionen Euro zu deckeln, um für zusätzliche mögliche Eventualitäten gerüstet zu sein.  

Ausschussmitglied Michael Schröter (SPD) bezeichnete es im Verlauf der Beratung als eine „optimale Kombination“, in der nach Fertigstellung ein Kinder- und Familienzentrum zur Verfügung stehe, das gleichzeitig auch für vielfältige öffentliche Veranstaltungen genutzt werden könne. Fachgebietsleiterin Beate Lüders unterstrich, dass mit dem bestehenden Quartierszentrum im Verbund mit der umgebauten ehemaligen Mensa in ein Familienzentrum für das Degerfeld eine „Win-Win-Situation“ entstehe. Schröter betonte, die geplante Baumaßnahme sei eine „notwendige Ergänzung“ zum bestehenden Quartierszentrum.      

 Hintergrund ist, dass das Thema Integration der in den letzten Jahren 800 zugezogenen Neubürgern im Degerfeld für die Stadt Butzbach eine Herausforderung und große Aufgabe darstellt. Insbesondere die Kinderzahlen sprechen hier eine deutliche Sprache. So gibt es in der Kindertagesstätte „Pusteblume“ aktuell vier Ü3-Gruppen mit 100 Kindern, in der Krippe „Waldwichtel“ fünf U3-Gruppen mit 60 Kindern und eine Ü3-Gruppe mit 25 Kindern, während die Krippe „Wiesenzwerge“ fünf U3-Gruppen mit 60 Kindern umfasse. Da werde die Weiterentwicklung der bestehenden Kindertagesstätte zu einem Kinder- und Familienzentrum ein wichtiges Element der Integration, des Zusammenwachsens und des Zusammenhalts im Quartier und in der Stadt als Ganzem sein. Für den geplanten Umbau seien verschiedene Varianten in der Diskussion gewesen. An der Planung beteiligt waren die pädagogischen Teams mit ihren Überlegungen zum Raumprogramm, der Stadtteilbeirat mit Anregungen und das Quartiersmanagement.       

Aufgaben des geplanten Familienzentrums sollen unter anderem Angebote zur Beratung, Bildung, Weiterbildung und Kontaktaufnahme sein. Dazu wird es eine Bibliothek als Raum für Kleingruppen-Angebote geben, ein „Elterncafé“ für offene Treffs, Räume für Beratungs- und Bildungsangebote, einen Verwaltungsbereich für die Leitung und die notwendigen Toiletten. Der sanierte Bereich der alten Mensa, die durch eine Trennwand teilbar sein werde, sei einmal vorgesehen für die Nutzung der klassischen Kinderbetreuung – beispielsweise als  Bewegungsraum – und zum anderen für alle Bewohner des Wohngebietes im Rahmen auch einer „außer-kindergartlichen“, öffentlichen Nutzung“, erläuterte Kartmann; nicht gedacht sei der ehemalige Mensaraum allerdings für eine sportliche Nutzung durch Öffentlichkeit und Vereine, weil dafür die baulichen Voraussetzungen fehlten. Schröter verwies darauf, dass im Zuge der notwendigen zukünftigen Erweiterung der Degerfeldschule eine entsprechende Sporthalle eingeplant werden müsse, die dann abends auch für Außenstehende und Vereine nutzbar sein werde. Susanne Schmidt (Grüne) regte die Anbringung einer Photovoltaikanlage zur Energieversorgung an, die möglicherweise jedoch an der nicht vorhandenen notwendigen Statik der Dachkonstruktion scheitern könnte. 

Bürgermeister Michael Merle verwies in der Diskussion darauf, dass es eine Kostenbindung an die vorhandenen  Fördermittel gebe. BWG-Geschäftsführer Kartmann versicherte: „Wir bemühen uns, die günstigste und ökologischste Variante zu finden.“ In der vom Ausschussvorsitzenden Dennis Wirth (CDU) aufgerufenen Abstimmung gab es keine Gegenstimmen und Enthaltungen zur vorliegenden Planung und Realisierung des Projekts.    

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