Einzigartiger Jahrgang in einzigartiger Zeit

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Einzigartiger Jahrgang in einzigartiger Zeit

BUTZBACH. Drei der sieben besten Abiturienten der Weidigschule bei der besonderen Ehrung (v.l.): Schulleiterin Annette Pfannmüller, Lisa-Pauline Wirl (Abiturnote 1,1), Burak Türkmen (1,2), Natascha Hofacker (1,0) und Burkhard Reuhl, der für den Verein der Freunde und Ehemaligen der Weidigschule die Ehrungen vornahm.  Text + Foto: dt 

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Weidigschule verabschiedete am Samstag letzten G8-Jahrgang mit 91 Abiturienten

BUTZBACH (dt). Es war das Wörtchen „anders“, das die diesjährigen Abiturienten und ihre Eltern am Samstag im Butzbacher Bürgerhaus gleich zu Anfang beider Abschiedsreden vernehmen konnten. Studienleiterin Barbara Plock: „Abitur einmal ganz anders…Wer hätte zu Beginn dieses Jahres gedacht, dass wir heute hier auf diese Weise stehen beziehungsweise sitzen würden: in Kleingruppen aufgeteilt, einen Meter fünfzig Abstand voneinander wahrend, ohne die Möglichkeit, einander zu umarmen oder auch nur die Hände zu schütteln.“ 

Schulleiterin Annette Pfannmüller, vermied bewusst die Vokabel „Corona“ und bezog sich in ihrer Ansprache auf Herbert Grönemeyers Song „Bleibt alles anders“. 

Mitleid oder eine irgendwie geartete Resignation seien jetzt keinesfalls das Gebot der Stunde: „Mitleid hat oft etwas Gönnerhaftes, als ob man einer Person nicht zutraut, dass sie mit einer Herausforderung gut umgehen wird.“ Sie zitierte Grönemeyer und sprach die einzelnen Abiturienten damit gezielt an: „Du gehörst zum festen Kern, trockne die Tränen, zieh deine Kreise, forder das große Glück, erwarte viel, zwing das wahre Geschick.“ 

Pfannmüller unterstrich, dass, wer gelernt habe, in Krisenzeiten ruhig und besonnen zu bleiben, über Resilienz verfüge: „Und diese Widerstandsfähigkeit wird euch noch oft im Leben nützlich sein, weil auch da nicht immer alles glatt laufen wird.“ Die Schulleiterin zollte den 91 diesjährigen Abiturienten „Hochachtung und Respekt“, weil sie unter schwierigsten Bedingungen ihren Abschluss erworben hätten. „Wir haben euch das Abitur nicht hinterher geworfen. Ihr musstet zu den schriftlichen Prüfungen antreten, ohne dass ihr wusstet, ob die Abiturprüfungen zu Ende geführt werden würden,“ kennzeichnete Annette Pfannmüller die problematische Prüfungssituation. Um so herzlicher fielen abschließend die Glückwünsche der Schulleiterin an die Abiturienten zum  bestandenen Abitur aus, wobei sie gleichzeitig auch den Eltern und ihren Kolleginnen und Kollegen dankte. 

Studienleiterin Barbara Plock bescheinigte in ihrer Ansprache dem aktuellen Abiturjahrgang, „dass ihr in eurer Individualität tatsächlich etwas Besonderes seid … Abinauten – keine Überflieger, aber abgehoben ist ein sehr treffendes Motto, das eurem Jahrgang mit seinen unverwechselbaren Eigenheiten und seiner bisweilen recht eigenwilligen Interpretation historischer und aktueller Geschehnisse gerecht wird.“ Dabei spielte die Studienleiterin – wie jedes Jahr – auf humorvolle Weise auf markante Momente in den Abi-Prüfungen an. Sie stellte fest: „Wir werden euch als einen einzigartigen Jahrgang in einer einzigartigen Zeit in Erinnerung behalten!“ Plock forderte die Abiturienten auf, die „richtigen Schlüsse zu ziehen und den eigenen Kompass einzunorden.“ Hilfreich seien dabei autonome Werte wie Integrität, Loyalität, Verantwortungsbewusstsein, Authentizität, Toleranz und Mitgefühl. Die Studienleiterin bezog sich auf das Grundgesetz der Bundesrepublik: „Die Würde des Menschen ist unantastbar, und nicht, sie sollte es sein.“ Mit den besten Wünschen für ihren weiteren Lebensweg und der Anmerkung „be true to yourselves“ schloss Barbara Plock. 

Im Anschluss erhielten alle 91 Abiturienten aus den Händen ihrer Tutorinnen und Tutoren ihre Abiturzeugnisse. Beigelegt waren dazu in schriftlicher Form die Abschiedsworte des Schulelternbeirats, der – in Anbetracht des Ausfalls des diesjährigen Abiballs – als „Geschenk“ die Einladung zu einem fröhlichen, nachzuholenden Festabend aussprach, der auch noch im „nächsten Sommer“ stattfinden könne. 

Am Rande: Im nächsten Jahr gibt es an der Weidigschule keinen Abijahrgang wegen der durchgeführten Rückkehr von G8 auf nun wieder G9. Ausgezeichnet wurden am Samstagnachmittag im Bürgerhaus von verschiedenen Institutionen auch die besten Abiturienten (siehe dazu gesonderten BZ-Artikel). 

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