Eisenbahnfreunde Wetterau haben jetzt eine neue PS-starke Diesellok

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Eisenbahnfreunde Wetterau haben jetzt eine neue PS-starke Diesellok

BUTZBACH/BAD NAUHEIM. Bei den Eisenbahnfreunden Wetterau traf jetzt diese Zwölf-Zylinder-Diesellok ein, die mit ihrer 650-PS-Maschine eine große Erleichterung bei den Holztransporten darstellen wird. Unser Bild entstand im Bahnhof Grindel, wo wir die Neuerwerbung mit weiterem "rollenden Material" fotografierten. Foto: BZ

BADNAUHEIM (pe). Die Eisenbahnfreunde aus Bad Nauheim haben seit je her historische Diesellokomotiven im Einsatz, abgesehen von der Dampflok Baujahr 1904. Seit Beginn der Holzzugverkehre zwischen Griedel und Münzenberg wurden „etwas“ modernere Dieselloks beschafft, die zum einen etwas PS-stärker waren, aber auch einfacher zu bedienen und weniger aufwendig in der Wartung sind. Doch auch diese Fahrzeuge sind inzwischen in die Jahre gekommen oder in Hauptuntersuchung. Also beschlossen die Eisenbahner aus Bad Nauheim eine zusätzliche, möglichst noch leistungsstärkere Diesellok zu übernehmen, und dies auch möglichst sofort einsetzbar. 

Nachdem einige Fahrzeuge bei Nebenbahnen und anderen Vereinen besichtigt wurden, fiel schnell die Entscheidung auf eine Maschine aus dem Saarland. Diese wurde dann näher inspiziert, mehrmals Probe gefahren und dann entschieden die Lok zu übernehmen. Natürlich war die Entscheidung, eine solche Anschaffung im Winter zu tätigen, nicht ganz einfach, denn in dieser Zeit haben die EFW keine Einnahmen, doch Mitglieder, Freunde und Unterstützer halfen dem Verein bei der Finanzierung und so konnte sie am Samstag, 12. Januar, von Schwarzerden, Sitz des Vereins Arbeitskreis Ostertalbahn (AKO) nach Bad Nauheim überführt werden.  

Die neue Maschine unterscheidet sich ganz wesentlich von den anderen bei den EFW, denn sie ist 4-achsig, hat 650 PS und ist somit fast doppelt so leistungsstark, wie zum Beispiel die Museumszuglok V36 mit 360 PS. Damit ist sie bestens geeignet für die schweren Holzzüge und andere Einsätze, die die V36 ebenfalls die letzten Jahre absolvieren musste. 

Zu der Lok selbst: Sie ist noch recht jung, denn sie wurde erst am 29.11.1977 in Dienst gestellt. Hergestellt wurde sie im „LEW Henningsdorf“ und ausgeliefert an das VEB Kombinat Kali Sondershausen, hier genauer an den VEB Kalibetrieb Südharz in Bischofferode Kaliwerk „Tomas Müntzer“ und als Lok „Kali 4“ betrieben. Nach der Wende wurde sie dort weiterbetrieben, wechselte aber ab 1999 vier Mal an andere Eigentümer, bis sie im Oktober 2009 von der AKO übernommen und grundlegend aufgearbeitet wurde und eine neue Hauptuntersuchung erhielt, mit der die Eisenbahnfreunde heute auch sofort fahren und sie einsetzen können. Mit ihren 60 Tonnen Dienstgewicht wird sie von einem 650 PS starken Motor mit 12 Zylinder des Typs 12 KVD angetrieben, die vom VEB Motorenwerk Johannistal gebaut wurden. Nun wartet die Maschine in Bad Nauheim auf ihre ersten Einsätze, um zu zeigen, was in ihr steckt.

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