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Eltern für Teilung der Schulklassen 

Videokonferenz des Kreiselternbeirats Wetterau / „Frustration über Umgang mit Pandemie an Schulen“

WETTERAUKREIS (pm). Am Dienstag lud der Kreiselternbeirat die Schulelternbeiräte der circa 100 Schulen im Wetteraukreis zu einer Videokonferenz ein. Schwerpunkt war die Situation an den Schulen unter den aktuellen Pandemiebedingungen. Das überwältigende Interesse zeigt, wie sehr dieses Thema die Elternschaft beschäftigt: über 90 Elternvertreter aus dem ganzen Wetteraukreis nahmen an dem Informationsaustausch teil. 

Die Diskussionsbeiträge spiegelten laut Mitteilung des Kreiselternbeirats eine große Unsicherheit und Unzufriedenheit der Eltern über den Umgang der Schul- und Gesundheitsbehörden mit der Coronakrise an den Schulen wider. Das Ziel, den Präsenzunterricht in möglichst großem Umfang aufrecht zu erhalten, werde auch in der Elternschaft geteilt. Vermisst würden jedoch Wille und Strategien der verantwortlichen Stellen, dies auch unter optimalem Gesundheitsschutz der Kinder zu gewährleisten. 

Beispielhaft wurde etwa die Ausstattung der Schulen mit Luftfiltern diskutiert. Selbst Elternbeiräte oder Fördervereine, die auf eigene Kosten solche Geräte anschaffen möchten, stießen dabei auf große bürokratische Widerstände. 

Kritik gab es laut Beirat auch an fehlenden oder sehr späten Reaktionen des Gesundheitsamtes auf positiv getestete Schüler. Ein schnelles und einheitliches Vorgehen bei Nachverfolgung und Quarantänemaßnahmen sei für die Eltern derzeit nicht erkennbar. „Dieses halten wir aber zum Schutz der gesamten Schulgemeinden im Präsenzunterricht für unabdingbar – auch wenn im Klassenraum Maske getragen wurde“, so der Beirat. 

Die auch jüngst vom Wetteraukreis wiederholte These, in Schulen finde keine signifikante Verbreitung des Virus statt, scheint den Eltern nicht belegt. Andere Einschätzungen besagten aktuell, dass es spätestens ab der Mittelstufe keinen Unterschied im Infektionsgeschehen zu dem unter Erwachsenen gebe. Somit könnten auch die Schulen einen wesentlich zur Übertragung des Coronavirus beitragen. „Als Kreiselternbeirat können wir hier keine abschließende Bewertung vornehmen. Wir fordern aber vor dem Hintergrund einer unsicheren Faktenlage, dass erhöhte Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. 

Dazu gehöre das Teilen der Klassen, zumindest in den höheren Jahrgängen, wie es auch im Wechselmodell der Stufe 3 des Kultusministeriums vorgesehen ist. Das Teilen der Klassen wirke gleich dreifach: Verdoppelung des Abstandes, Halbierung der Schülerzahl im Raum, Halbierung der Kontaktzeiten. „Hierin sehen wir eine effektive Maßnahme, das potenzielle Infektionsgeschehen an den Schulen zu bremsen. Ziel wäre auch hierbei, den Präsenzunterricht zumindest in Teilen so lange wie möglich aufrecht zu erhalten“, schreiben die Elternvertreter. 

Die Entwicklung nach den Sommerferien habe gezeigt, dass die Hoffnung auf das Eintreffen der günstigsten Prognosen nicht länger die Vorbereitung auf den schlimmsten Fall verhindern darf. Daran schließt ein weiterer Kritikpunkt des Abends an: die immer noch mangelhafte Vorbereitung des Schulsystems auf einen eventuell wieder notwendigen Distanzunterricht. Sowohl die technische Ausstattung, vor allem aber auch die Umsetzungskonzepte an den Schulen klaffen nach Berichten der Elternvertreter immer noch weit auseinander. 

Die gesamte Videokonferenz zeigte eine große Frustration über den aktuellen Umgang mit der Pandemie an den Schulen auf. Um dies auch öffentlich gegenüber den verantwortlichen Behörden deutlich zu machen, wurde beschlossen, die geäußerten Kritikpunkte in einer Online-Petition zu formulieren. Dies wird der Kreiselternbeirat jetzt mit Unterstützung vieler Schulelternbeiräte angehen. 

Last Updated on 25. November 2020 by Martina Hofmann

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