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Ehrenamt Ein Jahrzehnt Hausaufgabenhilfe des Roten Kreuzes Münzenberg / Team feiert mit Gästen

MÜNZENBERG (pe). Wissen ist leichtes Gepäck! Die DRK-Hausaufgabenbetreuung in Gambach feierte ihren zehnten Geburtstag. Eine Dekade – für die beteiligten Verantwortlichen und Betreuer eine kurze Zeit, die wie im Fluge vergangen ist – für einige der jungen Gäste mehr als das halbe Leben. Das Betreuer-Team rund um Erika Huslik freute sich daher ganz besonders über den Besuch von Ehemaligen, die mittlerweile fest im Berufsleben stehen: „Schön zu sehen, wie die Kinder Fuß gefasst und einen Platz im Leben gefunden haben.“

Kinder, Bürger, Politiker, DRK-Vorstände, Sponsoren und Förderer, Familien aus der Gemeinde, Kirchenvertreter sowie Sprecher sozialer Initiativen und Vereine zeigten dem Betreuungsteam der DRK- Hausaufgabenbetreuung, wie sehr man die ehrenamtliche Tätigkeit zu schätzen weiß. Bildung für alle ist nicht selbstverständlich. Es gibt Kinder und Jugendliche mit anderem Lerntempo und speziellen Herausforderungen, die das Schulsystem im Alltag nicht auffangen kann. Daher gab es auch durchaus kritische Worte der Redner. DRK-Ehrenvorsitzender Frank Metz initiierte vor zehn Jahren die Hausaufgabenhilfe, sah den Bedarf und setzte sich mit allen Mitteln für eine solche Institution in Münzenberg ein. Als damaliger Vorsitzender des Roten Kreuzes der Stadt Münzenberg überlegte er, ob es nicht die Aufgabe der größten internationalen Hilfsorganisation sein müsse, Kindern hier direkt vor Ort zu helfen, wenn man erkennt, dass das „Recht auf Bildung“ bei ihnen zu kurz kommt.

„Wir wollten keine Konkurrenz zu den Hausaufgabenbetreuungen vor Ort an den Schulen eröffnen“, erklärte er den Gästen, sondern eine Ergänzung. Viele Kinder aus den umliegenden Gemeinden kommen zur Hausaufgabenbetreuung, aber selten sind es Kinder aus Münzenberg.

Im Rückblick wurde deutlich, dass die Gründung der Hilfe und das damit verbundene soziale Engagement auch von offizieller Seite nicht immer entsprechend unterstützt wurden. Münzenberger Unternehmen engagieren sich  ebenso wie die Initiative „Wir machen. Für ein Kinderlachen“, viele Privatpersonen wie zum Beispiel die Familie Wosinski aus Friedberg, die für die Hausaufgabenbetreuung und Kinderhilfsprojekte bereits zum zweiten Mal den Tintenfass-Spendenlauf organisiert haben, der Lions-Club Butzbach, die Butzbacher Tafel und neben dem DRK-Kreis-verband auch die DRK-Ortsvereine Reichelsheim und Bad Vilbel.

Für Metz und das Team war es ein „Schlag ins Gesicht“ als der Wetteraukreis vor einigen Jahren die finanzielle Unterstützung der Einrichtung einstellte. Der Kreis gab die Empfehlung, die vom DRK Münzenberg in dieses Projekt investierten Gelder doch lieber den Schulen zur Verfügung zu stellen. Somit also Spendengelder zur Finanzierung von Staatsaufgaben zu investieren. „Nach einer Welle der Empörung waren es die Bürger sowie die Vereine und Unternehmen der heimischen Wirtschaft, die uns ermutigt haben, weiterzumachen. Ihre Spendengelder stellen bis heute sicher, dass wir auch ohne finanzielle Unterstützung der Politik arbeiten können“, so Metz.

Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch und Jan Weckler, Erster Kreisbeigeordneter des Wetteraukreises zeigten durch ihre Anwesenheit ebenso wie bereits in der Vergangenheit durch die Übernahme der Schirmherrschaft des Tintenfasslaufs und Besuch der Einrichtung großes Interesse am Engagement für die Kinder in Münzenberg.

Dr. Isabell Tammer, Bürgermeisterin der Stadt Münzenberg, richtete ihre Worte dann auch an die jungen Menschen und Kinder im Saal: „Lernt jetzt, denn mit zunehmendem Alter fällt es immer schwerer.“ Sie erzählte auch von einem ehemaligen Tierarzt der Gemeinde, der selbst als Flüchtling nach dem Zweiten Weltkrieg nach Münzenberg kam. „‚Wissen ist leichtes Gepäck‘, meinte er, ‚denn egal wo es einen hinverschlägt und welche Schicksalsschläge man zu ertragen hat – das Wissen und die Bildung, die man im Laufe seines Lebens erfahren hat, kann einem keiner nehmen’“, so Tammer.

Die Gruppe „Harry and the mindwaves“ mit Laura Fischer, Ela Samesreuther und Louisa Metz sowie die „Delphi Minis“ unter der Leitung von Sabine Mohr und Rebecca Metzger gestalteten musikalisch den Nachmittag.

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