Entsetzen über Brand in Notre-Dame

Supermarkt soll erweitern dürfen
17. April 2019
Schwalben haben „Wohnungsnot“
18. April 2019

Entsetzen über Brand in Notre-Dame

BUTZBACH. Das Foto zeigt die Butzbacher Delegation, die zwei Tage vor dem Brand die Kathedrale Notre-Dame in Paris besuchte. Foto: Rüdiger Fanslau 

STÄDTEPARTNERSCHAFT –  Butzbacher Delegation besuchte am Wochenende Saint-Cyr-l‘École und Paris

BUTZBACH (pd). Über den Brand in der  Kathedrale Notre-Dame in Paris zeigen Jung und Alt in Butzbach große Betroffenheit. Immer wieder kommen Zeichen des helles Entsetzens, Tränen und Mitgefühl bei der Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins, Christine Borchers-Fanslau, an.   

„Man kann und mag nicht glauben, was der Fernseher am Montagabend und in der Nacht präsentierte, denn vom 12. bis zum 14. April, also gerade am letzten Wochenende, war eine große Delegation aus Butzbach in der Partnerstadt Saint-Cyr-l’École. Am Samstag besuchten die 64 Teilnehmer Paris und das Quartier Latin, das unmittelbar südlich der Ile de la Cité und damit von Notre-Dame liegt“, so Borchers-Fanslau.

 Bürgermeister Michael Merle, ebenfalls Vereinsmitglied, schreibt dazu: „Erst am Samstag haben wir auch Notre-Dame bei unserem Paris-Besuch bestaunen können. Nun dieses schreckliche Unglück. In solchen Momenten fährt einem der Schreck in die Glieder und man fühlt mit unseren französischen Freunden.“ Dr. Peter Rothkegel schreibt: „Wir waren vor 15 Jahren in einem Orgelkonzert! In Notre-Dame vibrierte der Boden bei den tiefen Bässen!“ In der Tat steht in Notre-Dame die größte Orgel des Landes. Man mag sich nicht vorstellen, welche Schätze dort verloren gehen, selbst wenn die Liebfrauenkirche wieder aufgebaut wird. 

Notre-Dame ist Frankreichs meist besuchte Sehenswürdigkeit und zieht mit geschätzten 13 Millionen Besuchern pro Jahr doppelt so viele  Bewunderer an wie der Eiffelturm“, so die Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins. Die Geschichte der „Grande Nation“ Frankreich sei mit dieser Kirche im ältesten Stadtteil verbunden: Ludwig IX. ließ in der Kathedrale die vermeintliche Dornenkrone Jesu deponieren und lockte damit die Pilger nach Paris. Die als Ketzerin verbrannte Jeanne d´Arc wurde im Gotteshaus rehabilitiert. Napoleon setzte sich dort 1804 selbst die Kaiserkrone auf, und im August 1944 wurde die Staatsmesse zur Befreiung Frankreichs selbstverständlich ebenfalls in Notre-Dame abgehalten. Staatsgäste werden nach Notre-Dame eingeladen. 

Ein Bronzestern im Boden vor Notre-Dame markiert nicht nur das Zentrum von Paris, sondern auch den Nabel von Frankreich. Seit dem Mittelalter werden von diesem Punkt auf der Seine-Insel die Entfernungen zu allen französischen Städten berechnet. Das Meisterwerk mittelalterlicher französischer Architektur mit der Panoramaterrasse des 69 Meter hohen Südturms mit dem Blick auf „tout Paris“, den einzigartigen und wohl größten Fensterrosetten ist für viele Butzbacher ein Stück abendländische Kultur, in jedem Falle aber ein Symbol für die Kultur Europas und für Europa schlechthin. „Es blutet das Herz, dieses Bauwerk in Flammen zu sehen, der Verlust ist immens, und das Mitgefühl für die Freunde in Frankreich ist groß“, so Borchers-Fanslau. 

Es können keine Kommentare abgegeben werden.