Erbengemeinschaft will kein Gewerbegebiet, sondern Feuerwehrhaus

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Erbengemeinschaft will kein Gewerbegebiet, sondern Feuerwehrhaus

Erben fühlen sich getäuscht / Punkt wurde in Parlamentssitzung abgesetzt

Langgöns (ikr). Kontrovers und teilweise sehr emotional tauschte sich das Langgönser Parlament über den geplanten Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Niederkleen und das dort ebenfalls geplante Gewerbegebiet aus.

Zu Beginn der Sitzung hatte Jürgen Knorz (CDU) die Absetzung der beiden Punkte gewünscht, die sich mit der Änderung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans im Bereich „An der Butzbacher Straße“ im Ortsteil Niederkleen beschäftigen sollten. Durch die Änderungen soll der Weg für den Neubau des Hauses der Freiwilligen Feuerwehr Niederkleen und ein Gewerbegebiet von der Größe von rund 7000 Qudratmeter geebnet werden. Knorz begründete die geforderte Absetzung mit dem Hinweis, dass „eine Grundstücksfrage nicht geklärt ist“. Der Gemeindevorstand solle stattdessen erneut mit der Erbengemeinschaft verhandeln. Bürgermeister Horst Röhrig war gegen dieses Prozedere, „weil es ein Jahr Verzug bedeuten würde.“ Mit der knappen Mehrheit von einer Stimme wurde die Absetzung der beiden Tagesordnungspunkte beschlossen.

Diskutiert wurde trotzdem, doch worum geht es eigentlich? Eine Erbengemeinschaft aus Niederkleen möchte das betreffende Gelände zwar verkaufen, allerdings unter der Bedingung, dass ausschließlich die Feuerwehr dort ansässig wird und kein Gewerbe entsteht. Im Vorvertrag sei von Gewerbe keine Rede gewesen, deshalb fühlen sich die Erben  getäuscht. Sie haben diesen Vorvertrag gekündigt, sind jedoch weiterhin bereit, das Gelände zur Verfügung zu stellen, aber ausschließlich der Feuerwehr. Dies ist der aktuelle Stand.

Der Bürgermeister möchte die Problematik lösen, indem er eine Baulandumlegung vorschlug, das sei „ein ganz normales übliches Verfahren“. Röhrig erklärte, die Umlegung sei in Vorbereitung und sollte im März Beschlusslage werden. Er warf Knorz vor, einen „Alleingang ohne Kenntnis der Gesamtzusammenhänge losgetreten“ zu haben, „und die Mehrheit rennt wie Lemminge hinterher, das ist wirklich traurig“, sagte er und bedauerte, dass Knorz das Thema nicht zuvor mit dem Gemeindevorstand abgesprochen und auch nicht mit der Feuerwehr kommuniziert habe.

Knorz wies diese persönliche Schuldzuweisung zurück, die Koalition habe dies so beschlossen. Die Formulierung mit den Lemmingen nahm Röhrig nach Aufforderung und einer scharfen Rüge von Parlamentsvorsteher Martin Hanika zurück. Hanika stellte eine außerordentliche kurzfristige Sitzung in Aussicht, „um das Verfahren wieder auf den Weg zu bringen“. Knorz seinerseits machte Röhrig hauptsächlich dafür verantwortlich, das Verfahren verschleppt zu haben.

Dr. Buss (Grüne) betonte: „Wir sollten einig sein und die Regeln zum Einkauf von Grundstücken einhalten, denn Ausnahmen haben verheerende Signalwirkung auf andere“. Üblich sei es, erst sämtliche Grundstücke in gemeindlichen Besitz zu bringen und anschließend den Bebauungsplan aufzustellen. „Von dieser Regel sind wir nicht abgewichen in den vergangenen Jahren, auch jetzt sollten wir keine Extrawürste braten“, meinte der Grüne. Gemeindevorstandsmitglied Hans Noormann (Grüne) teilte mit: „Der Bürgermeister sagt, was nicht Gemeindevorstandsmeinung ist. Er möchte eine Gewerbefläche schaffen, die privat vermarktet ist.“

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