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Erinnerungen an alte Gambacher

Foto: raith

WANDERUNG – Hagen Vetter: Einblicke in Bestattungswesen / Wintergrillen der Theaterleute Lampenfieber

GAMBACH (HV). „Die Toten lehren uns“ war der etwas unheimlich anmutende Titel der heimatgeschichtlichen Wanderung anlässlich des „Wintergrillens“ der Gambacher Theatergruppe Lampenfieber am Samstag. Bei recht mäßigem Wetter hatten sich einige Helfer des umtriebigen Vereins auf dem Bürgerplatz eingefunden und mittels einiger Pavillons und Feuerschalen das Gelände für den Besucheransturm vorbereitet. 

Ab 14.00 Uhr füllte sich der Platz im Herzen des größten Münzenberger Stadtteils mit zahlreichen Heimatfreunden, um die gemeinsam mit Stadtarchivar Hagen Vetter zunächst die evangelische Kirche samt Kirchhof zu besuchen. Die Küsterin hatte für freien Zugang gesorgt. Dort überraschte der Heimatpfleger die Zuhörer mit Fakten zur Baugeschichte des ehrwürdigen Gebäudes und vor allem zur Bestattungshistorie in und um die Kirche herum. Natürlich wurden auch die drei seit Generationen einsam an der Nordmauer des Kirchhofes lehnenden Grabmale aufgesucht. 

Weiter führte die Wanderung bei feuchter werdendem Wetter über die Hauptstraße zum ehemaligen Hainrabenfriedhof am Eichbornsweg, auf dem heute Teile des Anwesens Ohly stehen. Von dort führte die Route zum jüdischen Friedhof und hinter der Autobahn herum zum heutigen Friedhof. An den jeweiligen Stellen erläuterte Vetter geschichtliche Fakten zum Bestattungswesen früherer Zeiten und Erinnerungen an alte Gambacher und Bräuche vergangener Tage wurden wach. So manche Frage war zu beantworten und oft war zu hören „Waasde noch …?“ 

Den Abschluss der heimatgeschichtlichen Wanderung bildete ein Stopp am Goldwiesenweg, wo den rund 70 Wanderern die Situation der Besiedlung und Bestattung zu römischer Zeit erläutert wurde. Vielleicht haben die Mitwanderer auf die bis heute nicht sicher gefundene Römerstraße zwischen den Kastellen Hunneburg (Butzbach) und Arnsburg (Muschenheim) geschaut …! 

Am Bürgerplatz angekommen übernahm Manfred Kremers, bekannt unter den Stichworten „Folk an more“, die musikalische Regie und erfreute alle Anwesenden mit Livemusik, die von „fetzig“ bis „mitfühlend“ reichte. Applaus und Mitsingen waren garantiert. Das Helferteam in den Pavillons, darunter auch ein „Hirschkuss-Stand“, leistete ganze Arbeit, und Vorsitzender Ralf Schäfer dankte allen Mitwirkenden auf das Herzlichste. Auch der später einsetzende Regen konnte die beste Stimmung nicht schmälern, und alle hatten Spaß bis in den Abend.

Foto: raith

Last Updated on 23. April 2019 by Lothar Müller

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