„Ernst Zapf hat sich um Nieder-Weisel und Butzbach verdient gemacht“

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23. Oktober 2017
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23. Oktober 2017

„Ernst Zapf hat sich um Nieder-Weisel und Butzbach verdient gemacht“

Große Trauergemeinde nahm Abschied vom verstorbenen Alt-Bürgermeister 

NIEDER-WEISEL (dt). Zur Trauerfeier für den im 96. Lebensjahr verstorbenen Alt-Bürgermeister Ernst Zapf hatte sich am Freitagnachmittag eine große Trauergemeinde in der Pfarrkirche Nieder-Weisel versammelt. Gewürdigt mit Nachrufen wurden die besondere Persönlichkeit und die Verdienste des Verstorbenen durch Bürgermeister Michael Merle, SPD-Ortsdistrikt-Vorsitzender Otto Bill, den Vorsitzenden der Jägervereinigung Butzbach, Jürgen Göb, und Pfarrerin Cornelia Hankel. Frau Hankel betonte besonders die Tatsache, dass Ernst Zapf, der seine ersten Lebensjahre im Sudetenland verbracht hatte, später in langen Jahren seine ganze Erfahrung und Kraft für seine neue Heimat in Nieder-Weisel und Butzbach eingesetzt habe.

Aus der Erfahrung des Zweiten Weltkrieges, in der Folge in der amerikanischen Kriegsgefangenschaft, der Vertreibung aus der alten Heimat im Sudetenland habe sich Zapf immer wieder neuen ehrenamtlichen Aufgaben gestellt. Anfangs als Kaufmännischer Angestellter bei Nudel-Heil in Butzbach, dann in der Verwaltung im Landratsamt in Friedberg, später als Bürgermeister in Nieder-Weisel und – nach der Gebietsreform – als Stadtverordneter in Butzbach sei es Ernst Zapf stets nicht um die Bedeutung der eigenen Person gegangen – sondern immer um die Sache. In der Freizeit habe seine Liebe der Musik, dem Wald und der Jagd gegolten.

Bürgermeister Merle sprach seine Abschiedsworte im Auftrag des Magistrats, der Stadtverordnetenversammlung und des Ortsbeirats Nieder-Weisel. Zwei Jahre nach dem Ende von Zapfs Amtszeit als Bürgermeister in Nieder-Weisel – vor 47 Jahren – sei die selbstständige Gemeinde Nieder-Weisel ein Stadtteil Butzbachs geworden. Ernst Zapf sei von 1961 bis 1968 der letzte Bürgermeister in Nieder-Weisel mit einer vollen Amtszeit gewesen. Auch nach der Eingemeindung habe er sich mit großem Einsatz für das neue Gemeinwesen engagiert. Als Stadtverordneter habe er nicht nur Nieder-Weisel vertreten, sondern auch stets ehrenamtlich die Belange der Gesamtstadt. Für seine Verdienste wurde Ernst Zapf 2001 mit der Bürgermedaille der Stadt Butzbach ausgezeichnet. Merle: „Vernunft und Besonnenheit, bürgerschaftlich orientiertes Handeln und sachbezogenes Reden zeichneten Ernst Zapf aus und verschafften ihm eine hohe Reputation in Nieder-Weisel und darüber hinaus. Die Gremien der Stadt und Nieder-Weisels und die gesamte Bürgerschaft bekunden dem Verstorbenen Respekt, Anerkennung und Dank für sein Engagement. Sein Wirken für unsere Stadt wird Teil der Geschichte dieses Dorfes bleiben.“

Für die Nieder-Weisleer SPD stellte Otto Bill fest, dass der Verstorbene dank seiner ruhigen, besonnenen und sachbezogenen Art ein Mann des Ausgleichs und der Zusammenführung gewesen sei. Kennzeichnend für ihn seien Solidarität, Engagement für soziale Anliegen und Hilfsbereitschaft gewesen. Während seiner Amtszeit als Bürgermeister sei das neue Sportgelände für den SV 1921 Nieder-Weisel und den TV 1900 gebaut worden. Zapf sei über 50 Jahre Mitglied der SPD gewesen und habe es dabei verstanden, als Beispiel für Mitstreiter Maßstäbe zu setzen. Ernst Zapf habe sich um das Dorf Nieder-Weisel und die Stadt Butzbach verdient gemacht.

Für die Jägervereinigung Butzbach erinnerte deren Vorsitzender Jürgen Göb daran, dass der Verstorbene 1952 Mitgründer des Vereins gewesen sei und von 1966 bis 1987 im Vorstand als Kassenwart ehrenamtlich fungiert habe. Zu Ehren des Verstorbenen intonierte das  Jagdhornbläsercorps der Vereinigung im Anschluss das traditionelle Abschiedssignal: „Jagd vorbei und Halali.“

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