Erster Neubau mit Aufzug seit 1966

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Erster Neubau mit Aufzug seit 1966

Foto: thg

SOZIALWOHNUNGEN – Butzbacher Wohnungsgesellschaft errichtet Am Hetgesborn 22 Einheiten

BUTZBACH (thg). Zum ersten Mal seit 1993 baut die Butzbacher Wohnungsgesellschaft (BWG) neue Wohnungen in ihrem Geschäftsbereich, erstmals seit 1966 auch wieder mit einem Aufzug. Voraussichtlich im Mai 2020 wird das Haus fertiggestellt. Gestern fand An der Koppelwiese/Ecke Am Hetgesborn der symbolische erste Spatenstich in der vorbereiteten Baugrube statt. 

3,467 Millionen Euro kostet der Neubau. 22 Wohnungen bietet er in Größen von 49 bis knapp 77 Quadratmeter. 18 davon werden mit Förderung des Landes errichtet. Die Miete beträgt dort maximal 6,38 Euro pro Quadratmeter. Die Wohnungen sind barrierefrei, zwei davon rollstuhlgerecht, wobei die übrigen auch auf Belange von Rollstuhlfahrern ausgerichtet seien. Die Finanzierung erfolgt aus 984 000 Euro Eigenkapital der Gesellschaft, 281 000 Euro Zuschuss der Stadt Butzbach – sie bringt das Grundstück ein – und einem Förderkredit des Landes über 1,6 Millionen Euro sowie einem Sparkassendarlehen in Höhe von 561 000 Euro. 

BWG-Aufsichtsratsvorsitzender Bürgermeister Michael Merle erinnerte daran, dass der frühere Butzbacher Bürgermeister Karl Heinz Hofmann wesentlichen Einfluss auf den sozialen Wohnungsbau genommen habe. Mehr als 800 Wohnungen seien im Eigentum der Gesellschaft, etwa 75 Prozent im Degerfeld. Hauptsächlich entstanden die Gebäude in den 50er bis 70er Jahren. Hintergrund seien unter anderem seinerzeit Flucht und Vertreibung gewesen. 

Merle wandte sich gegen den Vorwurf, im Degerfeld würden Parallelgesellschaften gefördert. Das habe mit der Realität nichts zu tun. „Die BWG betreibt seit vielen Jahren Integration.“ Und auch jetzt sei ein wichtiges Thema wieder Flucht und Vertreibung. Im Quartiersmanagement, das die BWG nach politischem Konsens übernommen habe, werde professionell und engagiert gearbeitet „über alle Gruppen hinweg“. Denn eine ganze Reihe von Veranstaltungen unterschiedlicher Gruppen fänden im Quartierszentrum statt. Die Räume seien mit Fördermitteln von Bund und Land entstanden. 

Das Degerfeld sei immer wieder als Problem diskutiert worden, sagte Landtagspräsident Norbert Kartmann. Dort sei aber immer Integrationsarbeit gegen eine Inselbildung geleistet worden unter anderem mit der „sozialen Stadt“. Und seit 50 Jahren bestehe dort eine Grundschule. „Es bewegt sich weiterhin“, fasste er die Debatte um den Wohnungsbau insgesamt zusammen. Butzbach liege am Rand des Speckgürtels von Frankfurt, und der Bedarf an Wohnungen sei vorhanden. Zudem schaffe die Bautätigkeit Arbeitsplätze. 

BWG-Geschäftsführer Alexander Kartmann unterstrich die funktionierende Zusammenarbeit im Aufsichtsrat und das Miteinander der Mitarbeiter der Gesellschaft. In den zurückliegenden zehn Jahren habe die BWG fast zehn Millionen Euro in Sanierungen investiert. Mit dem Gebäude erziele die Gesellschaft keinen Gewinn, sie lege aber auch nicht drauf. 

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