Erster Neubau seit 30 Jahren bezogen

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Erster Neubau seit 30 Jahren bezogen

BUTZBACH. Am Hetgesborn in Butzbach hat die Butzbacher Wohnungsgesellschaft neu gebaut. Für 21 der 22 Wohnungen sind die Mietverträge unterzeichnet, die ersten Wohnungen sind bereits bezogen. Foto: BZ

Butzbacher Wohnungsgesellschaft schafft 22 Wohnungen Am Hetgesborn / „Glücksfall“ nach Hochhausbrand

BUTZBACH (thg). Offiziell eröffnet wurde das Haus „Am Hetgesborn 13“ von der Butzbacher Wohnungsgesellschaft (BWG) am 1. Juli. Aber bereits Ende Mai zogen die ersten Mieter ein, sie hatten ihr Obdach bei dem Brand des Hochhauses in der Pohl-Gönser Straße im Degerfeld verloren. Darüber informierte BWG-Geschäftsführer Alexander Kartmann zusammen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Bürgermeister Michael Merle. 

Das Haus in Butzbach ist der erste Neubau der BWG seit über 30 Jahren. Bislang ist nur eine der 22 Wohnungen nicht vermietet. Das hat mit der öffentlichen Förderung zu tun. 

Von den 22 Wohnungen sind 18 Wohnungen vom Land Hessen im Programm „Wohnraumförderung geringe Einkommen“ gefördert und stehen Menschen zur Verfügung, die über einen Wohnberechtigungsschein verfügen, so Kartmann. Während alle 22 Wohnungen barrierefrei nach Norm sind, seien zwei geförderte Wohnungen darüber hinaus rollstuhlgerecht und könnten auch nur an Menschen vermietet werden, die eine entsprechende Notwendigkeit belegen können. Eine dieser beiden Wohnungen ist die bislang unvermietete.

„Die ersten ‚regulären‘ Mieter wohnen seit Juli im Haus, wir konnten aber schon Ende Mai Wohnungen für vom Hochhausbrand betroffene Mieter zur Verfügung stellen“, so Kartmann. Die Baumaßnahme selbst sei tatsächlich aber erst Ende Juni fertiggestellt worden. Natürlich tauche noch der ein oder andere Mangel auf, den es noch abzustellen gebe und auch die Außenanlage werde witterungsbedingt erst fertig, „wenn genug Regen fällt“. 21 Mietverträge seien unterschrieben, „die ein oder andere“ Wohnung werde aber erst in den Wochen bis zum 1. Dezember bezogen. Zum 1. September sind 17 Wohnungen belegt.

„Nicht zuletzt wegen des Hochhausbrands in der Pohl-Gönser Straße, haben wir mit der Vermietung der Wohnungen etwas länger gewartet als notwendig, da nicht abzusehen war, wie viele und welche Wohnungen wir letztlich für Mieter aus dem Hochhaus benötigen“, erläuterte Kartmann. Man sei aber mit dem Grad der Vermietung zufrieden, decke er sich doch mit den angesetzten Erwartungen aus der Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Das Haus habe besondere Bedeutung für die BWG als erster Neubau in 30 Jahren und außerdem als erster Bau mit Aufzug seit den 60er Jahren und mit vollständig barrierefreien Wohnungen. Ein „Glücksfall“ sei der Bau gewesen, weil die BWG nach dem Hochhausbrand innerhalb von weniger als vier Monaten sechs Mietparteien dort ein neues Zuhause habe anbieten können, was immerhin ein Viertel aller betroffenen Mieter, die eine neue Wohnung wünschten, ausmachte.

„Bei einer maximalen Fördermiete von 6,38 Euro pro Quadratmeter und acht Euro für die frei finanzierten Wohnungen haben wir versucht, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und unseren Mietern anzubieten“, erklärte Kartmann. Der Fairness halber müsse aber gesagt werden, dass heute wohl kein privater Anbieter zu diesen Konditionen neu bauen und vermieten kann. Kartmanns Fazit: „Dank vorhandener Verwaltungsstrukturen und der Förderfinanzierung ist das Objekt kostendeckend, nicht weniger, aber auch nicht mehr.“

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