Es bleibt bei überfüllten Schulbussen 

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Es bleibt bei überfüllten Schulbussen 

Kreistag erkennt Problem in der Pandemie, kann es aber nicht lösen / Verkehrsgesellschaften werden befragt

FRIEDBERG (jwn). Wenn morgens die Schüler zur Schule und auch die Erwachsenen zu ihrer Arbeitsstelle fahren müssen, dann herrscht auch in „Normalzeiten“ oftmals schon un-angenehme Enge in den Bussen. In der Coronavirus-Zeit wird das nun wegen der möglichen Ansteckungs-gefahr zum Problem. 

Die Grünen im Kreistag haben das Problem nun aufgegriffen und wollten mit einem Dringlichkeitsan-trag in der jüngsten Kreistagssitzung für Abhilfe sorgen. In ihrem Antrag forderten sie deshalb zum einen die Verkehrsverbünde Rhein-Main (RMV) und Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) auf, mit einem erweiterten Busangebot für Entlas-tung im morgendlichen Schülerver-kehr zu sorgen. Das könne durch das zusätzliche Anmieten von zur-zeit stillstehenden Reisebussen mit deren Personal geschehen. Zum an-deren sollen die Schulen mit der Ein-führung der Staffelung der Schulan-fangszeiten für weitere Entlastung der Schulbusse sorgen. Ergänzt wurde der Antrag der Grü-nen um weitere Forderungen der FDP-Fraktion. Sie sprach sich für den zusätzlichen Einbau von Plexi-glasscheiben in den Reisebussen aus und für mehr Kontrollen der Mund-schutzmaskenpflicht in den jeweili-gen Bussen. ,,Wenn überhaupt, dann stecken sich die Schüler in den Bus-sen mit dem Coronavirus an und nicht in der Schule“, begründete der FDP-Kreistagsabgeordnete Peter Heidt die zusätzlichen Forderungen seiner Fraktion. Er habe Ähnliches schon in der Verbandsversammlung des Zweckverbands Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) vorge-tragen und sei da von dem zuständi-gen Vorstandsmitglied Oswin Veith mit den Worten „Wird erledigt“ ge-radezu süffisant abgefertigt worden. 

Dass diese Anträge einige Proble-me mit sich bringen würden, merk-te Landrat Jan Weckler (CDU) an. Der Schülerverkehr mit der Masken-pflicht stelle an sich schon eine gro-ße Herausforderung dar, weil beim Verstoß gegen das Maskentragege-bot lediglich Polizei oder Mitarbei-ter der Ordnungsämter einschrei-ten dürften, nicht aber die Busfah-rer oder die Mitarbeiter von RMV oder VGO. Da aber weder die Poli-zei noch die Ordnungsämter über ge-nügend Personal verfügten, um flä-chendeckend kontrollieren zu kön-nen, seien nun vor allem die Eltern gefordert. Sie müssten auf ihre Kin-der einwirken, damit sie nicht bei je-der Gelegenheit sich ihrer Mund-Nasenschutzmasken entledigen. 

Und auch bei der Staffelung der Schulanfangszeiten sieht Weckler ein größeres Problem. Denn das ha-be unmittelbare Auswirkungen auf den Linienverkehr, und zwar auf die Zuverlässigkeit in Sachen Pünkt-lichkeit. Das beträfe dann vor allem die Eltern auf dem Weg zu ihrer Ar-beitsstelle. Im Übrigen dürften nach der momentanen Gesetzeslage und auch nach den geltenden Versiche-rungsstatuten Reisebusse nicht im öffentlichen Personennahverkehr eingesetzt werden. Und weil auch das Gesetz zur Regelung der Ab-standspflicht in Coronazeiten den vorgeschriebenen Abstand von 1,5 Metern im öffentlichen Personen-nahverkehr ausdrücklich aufhebt, sei nun das Land Hessen gefordert, für entsprechende Abhilfe zu sorgen. 

Doch da auch die CDU und-die SPD die Sorgen der Eltern verste-hen würden und das Problem des-halb nicht einfach auf andere Schul-tern verlagern wollten, beantragten die beiden Fraktionen die Uberwei-sung der Angelegenheit zur weiteren Beratung in den Bildungsausschuss. Dort sollen bereits m der nächs-ten Ausschusssitzung Vertreter von RMV und ZOV angehört und nach möglichen Konzepten in Sachen Schülerbeförderung befragt werden. 

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