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DOKUMENTARFILM – Werk des gebürtigen Butzbachers Peter Rippl war für Preis in Stuttgart nominiert

BUTZBACH (thg). Mit Peter Rippl war ein gebürtiger Butzbacher nominiert für den Deutschen Dokumentarfilmpreis, der am Freitag im Rahmen des SWR Doku Festivals in Stuttgart vergeben wurde. Rippl hatte es schon im Vorfeld angedeutet, dass sein Werk „A Gravame – Das Stahlwerk, der Tod, Maria und die Mütter von Tamburi“ gegen starke Konkurrenz im Wettbewerb steht. 

Regisseur Rippl ist in Butzbach geboren und lebt in Frankfurt, wo er seine eigene Firma, die Best before Filmproduktion betreibt. Nach dem Abi an der Weidigschule absolvierte er das Studium der Bildhauerei und Filmgestaltung an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, danach war er mit einem Stipendium an der Drehbuchwerkstatt an der HFF München. Im Anschluss standen Stoffentwicklungen und Drehbücher für die Bavaria, ARD Degeto und Sat1. Mit „Winterspruch – Arbeit für Eisler“ (1999) war er erstmals als Produzent und Autor im Bereich Dokumentarfilm tätig. Für das Gruppenprojekt gab es im gleichen Jahr den Hessischen Filmpreis. Mit seiner Produktionsfirma setzt er hauptsächlich Filmförderungs-Projekte um. Auch „A Gravame“ wurde von der Filmförderung unterstützt und wird dann irgendwann auch im HR-Fernsehen zu sehen sein. 

‚A Gravame (die Bürde)’ ist der Titel eines Trauermarsches, der die einzigartige Karfreitagsprozession in Tarantos Altstadt um Mitternacht eröffnet, wie Rippl berichtet. Taranto, ganz im Süden Italiens gelegen war seit dem Altertum bekannt für die Kultivierung von Muscheln. Griechen, Römer, Spanier lebten dort, wegen des großen natürlichen Hafens. Heute sind die Bewohner Tarantos jährlich 2,7 Tonnen Kohlenmonoxid und 57,7 Tonnen Kohlendioxid ausgesetzt. Dazu kommt Dioxin, das für die hohe Rate an Leukämie und Lymphom-Erkrankungen verantwortlich gemacht wird.

Zum Projekt ist Rippl gekommen, weil er einmal privat am Schauplatz in Italien die Osterprozession selbst miterlebt hat. Dazu kam die Geschichte des Stahlwerks, in dem in der Hochzeit 40 000 Menschen arbeiteten, einst mit dem Staat als Arbeitgeber, dann privatisiert mit dem Weg in die Insolvenz. Jetzt sind es noch 5000 bis 6000 Beschäftigte. 

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