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Es fehlen 500 Betreuungsplätze

Bedarfsabschätzung Prognose bis ins Jahr 2022 für die Kitas in der Stadt Butzbach

BUTZBACH (thg). Immense Ausgaben stehen der Stadt Butzbach auf dem Sektor Kinderbetreuung bevor. Das geht bereits aus dem am Montagabend diskutierten Nachtragshaushalt hervor, eine „Bedarfsabschätzung“ hinsichtlich der Betreuungsplätze für Kinder in den Tagesstätten in der Stadt, lässt große Investitionen und damit verbunden im Weiteren höhere Betriebskosten erahnen. Der Prognose zufolge fehlen in der Stadt im Kindergartenjahr 2022/23 für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren 186 und für Kindergartenkinder ab drei Jahre 313 Plätze.

Dr. Andrea Soboth vom Institut für Regionalmanagement, das auch in das Forschungsprogramm „Dorf und Du“ eingebunden ist, stellte die Untersuchung ihres Büros vor. Das orientierte sich für den Blick in die Zukunft an den durchschnittlichen Geburtenzahlen der zurückliegenden Jahre. In einem weiteren Schritt bezog es Wohngebiete ein, zum einen damit den möglichen Zuzug in die Stadt angesichts der schon beschlossenen, aber auch mit Blick auf mögliche Erweiterungen. Berücksichtigung fand auch der Aspekt, dass die Nachfrage nach „U3“-Betreuungsplätzen über die derzeitige Quote hinaus steigen könnte. Auch die Grundschul-Eingangsstufe, die einen Abgang der „Ü3“-Kinder aus der Kita mit fünf Jahren vorsieht, wurde einbezogen.

Derzeit sind in der Stadt 225 U3-Plätze vorhanden, 760 Plätze sind für Ü3-Kinder vorhanden. Im Kindergartenjahr 2022/23 müssten es laut Studie 411 U- und 1073 Ü3-Plätze sein. Dies ist die Prognose bei Einbeziehung des Zuzugs durch Stadtentwicklungsprojekte. Für die Schätzung der Zahlen durch neue Einwohner von auswärts analysierte das Büro Dynamik und Struktur der Baugebiete „Wohnen am Limes“ in der Kernstadt und „In der Schmalbach“ in Kirch-Göns. In die Prognose flossen Projekte wie das Baugebiet Merowingerstraße oder auch Ebersgöns ein, die noch nicht bewohnt sind, aber in fünf Jahren zum Tragen kommen könnten.

In der Diskussion sagte Bürgermeister Michael Merle, er sei dafür, das Thema nicht bei der Studie zu belassen, sondern den Prozess von Soboth und ihrem Team begleiten zu lassen. Für den südlichen Teil der Stadt wies er darauf hin, dass die Stadt finanzielle Mittel für die Reaktivierung des Ostheimer Kindergartens vorgesehen habe. Mit der von der Landesregierung angekündigten Gebührenfreistellung für sechs Stunden Kinderbetreuung sei davon auszugehen, dass künftig auch mehr Kinder die Mittagsbetreuung nutzen, wofür dann mehr Personal und entsprechende Räume bereitgestellt werden müssten, so der Bürgermeister. Da an allen bestehenden Kindergarten-Standorten keine Erweiterungsmöglichkeiten vorhanden sind, müsse man über Neubau- und Sanierungsbedarf reden, schlussfolgerte Michael Schröter (SPD).

Hinsichtlich des zusätzlichen Gruppenbedarfs führte Merle an, dass die U3-Platzzahl durch zehn und die Ü3-Menge durch 25 geteilt werden könne. Nach der Sitzung erklärte er, dass dies zum einen immense Ausgaben bedeute, dass sich aber auch die Frage stelle, ob für die Gruppen überhaupt Personal zu bekommen sei. Erneut forderte er eine größere Kostenbeteiligung von Bund und Land.

Zu einem Kindergarten-Neubau am Schlossgartenweg in Nachbarschaft zur Villa Regenbogen legt die Butzbacher Wohnungsgesellschaft dem Bürgermeister in Kürze eine erste Planung vor. Wie viele Gruppen und für welche Altersgruppen dort eingerichtet werden könnten, stehe noch nicht fest. „Unter anderem geht es auch um den Verkehr, denn dort werden Stellplätze benötigt“, sagte er. Die Landgrafenschlossgesellschaft hatte ursprünglich geplant, auf der Fläche der abgerissenen früheren Flüchtlingsunterkunft ein mehrgeschossiges Wohnhaus ähnlich dem Objekt an der Prinzenmauer zu errichten. Nun ist daran gedacht, dass die Stadt das Areal für einen Kindergartenbau kauft. Doch dazu müsse zunächst der Nachtragshaushaltsplan, der drei Millionen Euro für das Projekt bereithält, beschlossen und von der Aufsichtsbehörde genehmigt werden. Danach könnten sich die politischen Gremien mit dem Projekt befassen.

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