Fachleute voraussichtlich nächste Woche im Bestattungswald im Einsatz

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Fachleute voraussichtlich nächste Woche im Bestattungswald im Einsatz

BUTZBACH. Der Bestattungswald Butzbach ist derzeit geschlossen. Weil unter anderem Buchen von Krankheit befallen sind und Kronenteile herabfallen oder Bäume umstürzen könnten, besteht Lebensgefahr für Besucher. 

Bürgermeister Michael Merle berichtet nach Termin mit Dienstleistern / Magistratsbeschluss am Dienstag

BUTZBACH (thg). „Ziel ist es, die Begehbarkeit des Bestattungwalds möglichst schnell wieder herzustellen.“ Das sagte Bürgermeister Michael Merle im Gespräch mit der BZ. Am Mittwoch hatte er mit städtischen Mitarbeitern und Fachfirmen einen Vor-Ort-Termin. Demnach könnten schon in Kürze erste Maßnahmen beginnen. 

Der Magistrat wird sich in der nächsten Woche noch mit dem Thema befassen. Merle sagte: „Ich bin vorsichtig optimistisch“, dass ab Mitte nächster Woche die detaillierteren Überprüfungen der Bäume beginnen und danach schon „in gewissem Maß“ die Beseitigung der Schäden folgen kann. Es bestand die Befürchtung, eine Fachfirma erst  in ein paar Monaten zu finden. Aber nun sehe es gut aus. Über das zeitliche Ausmaß können derzeit noch keine Angaben gemacht werden. Je nach Schwere der Eingriffe werden auch Betroffene rechtzeitig von der Stadt informiert, so der Bürgermeister. 

Merle unterstrich, dass das gesamte Ausmaß der Schäden noch nicht bekannt sei. Nun sei zu ermitteln, wo man zuerst eingreifen kann. Man müsse „Baum für Baum“ nachgucken. Er schilderte auch die Abläufe. Weil es sich um eine städtische Fläche mit der Nutzung als Bestattungswald handele, sei die Stadt Butzbach zuständig, nicht etwa Hessen Forst. Die Schäden seien vom zuständigen eigenen städtischen Mitarbeiter festgestellt worden. Er habe Handlungsbedarf gesehen. Vertreter von Hessen Forst habe er hinzugezogen, um eine zweite Meinung einzuholen. „Das sind Fachleute, die täglich mit dem Thema zu tun haben.“ Nach Schätzungen seien 30 Prozent der Laubbäume von Erkrankungen betroffen. Die Schließung des Bestattungswalds sei vom Magistrat beschlossen worden, um die Besucher zu schützen. 

Der Vertrag über den Erwerb einer Grabstätte im Bestattungswald weise zwar auf die Gefahren dieses „Grundstücks in freier Natur“ hin. Dazu gehören auch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste. Aber mit dem Wissen um die Schäden, die Schließung zu unterlassen, wäre aus Merles Sicht grob fahrlässig. 

Die Stadt hatte bereits Betroffene angeschrieben. Dazu eingegangene Fragen wurden und werden beantwortet. Laut Merle wurde auch die Frage gestellt, ob Käufer von Bäumen Geld zurückerhalten, falls eine Bestattung dort nicht möglich ist. Die Stadt wolle dann an anderer Stelle ein Angebot machen. So gebe es auf den meisten städtischen Friedhöfen Baumgräber als Alternative, wenn ein Sterbefall eintritt, solange der Wald nicht betreten werden darf. Andere Möglichkeiten müsse der Magistrat regeln. 

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass der Vertrag über den Grabstätten-Erwerb einige Regelungen enthalte. Juristisch zu klären sei unter anderem die Frage, ob es sich um einen natürlichen Absterbeprozess oder um höhere Gewalt handelt. Im Vertrag ist geregelt, dass bei natürlichem Baumsterben keine Neupflanzung erfolgt. 

 „Ich weiß, dass es schmerzt und belastend ist“, fühlt Merle mit den Angehörigen Verstorbener mit. Im Sinne der Betroffenen sei aber die Schließung des Bestattungswalds notwendig. 

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