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Filmische Spurensuche in Namibia

DOKUMENTATION – Hans-Peter Lübke stellt am Sonntag im Butzbacher Capitol-Kino sein Werk vor

Butzbach (th). Am Sonntag zeigt das Capitol im Rahmen der Reise-, Natur- und Dokumentarfilmreihe „Auf der Suche nach Paul“, den Film von Hans-Peter Lübke, der auch zur Vorführung des Films anwesend sein wird und sich danach den Fragen der Besucher stellt. Der Film beginnt wie immer um 11.00 Uhr und die Kasse ist ab 10.30 Uhr geöffnet. Karten gibt es vorab zu erwerben.

Als Missionarskind wurde Lübke 1960 in Namibia geboren. Er verbrachte die ersten zehn Jahre seines Lebens in Afrika. Ein Foto von Paul und ihm fiel ihm während des Umzugs seiner Eltern in die Hände. Seitdem lässt ihn der Gedanke an seinen Freund aus Kindertagen nicht mehr los und er beschließt, nach Namibia zu reisen. Die Kindheit von Lübke ist unmittelbar mit Paul verknüpft, inmitten der menschenunwürdigen Zeit der Apartheid. Mit der Kamera im Gepäck und dem Foto macht er sich auf, Paul zu suchen.

Lübke machte Abitur am Weidig-Gymnasium. Im Butzbacher Kino habe er bedeutende Filme gesehen wie „Jesus Christ Superstar“, „Odyssee im Weltraum“ oder „Einer flog über das Kuckucksnest“. „Nun, nach so vielen Jahren schließt sich der Kreis und ich darf meinen eigenen, sehr persönlichen Film in diesem Kino zeigen. Das freut und berührt mich sehr!“

Ausgangspunkt für die Suche ist für Lübke die Farm des Neffen eines Freundes und Kollegen. Reinhold Schreiber ist Farmer in Namibia, inzwischen in der vierten Generation. Seine Farm „Tivoli“ ist ungefähr 180 Kilometer südlich von Windhoek gelegen. Farm-Arbeiter wollen sich an der Suche nach Paul beteiligen.

Lübke besucht in Windhoek das ehemalige Missionshaus und die Kirche, in der er getauft wurde. Er taucht ein, in seine Vergangenheit. Immer wieder zeigt der Autor das Bild, das ihn nach Namibia gebracht hat. Die Reaktionen darauf sind überraschend.

In diesem sehr persönlichen Dokumentarfilm verliert der Filmemacher seinen „eigentliches“ Ziel nie aus den Augen: Er will Paul wiederfinden, um etwas über dessen Leben zu erfahren – ein Leben, das exemplarisch für die ungleich verteilten Lebenschancen zwischen Europäern und Afrikanern steht. Mit der Reflexion über seine eigene Biografie, die Freundschaft zu Paul und die verspätete Suche nach ihm nimmt der Filmemacher die Zuschauer auf eine visuell wie inhaltlich faszinierende Reise mit. Auf das Wiedersehen mit seinen Schulfreunden in Butzbach freut sich der Filmemacher ganz besonders.

Der Film lief bei den Filmfestspielen in Biberach vor ausverkauftem Haus und entpuppte sich als ein Publikumsliebling.

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