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„Fix und fertig“ am Wahlabend

Rockenberger Bürgermeisterwahl mit 80 Prozent Beteiligung / Jubiläum 50 Jahre Gebietsreform 2022

Rockenberg (thg). Mit Tränen in den Augen reagierte die künftige Rockenberger Bürgermeisterin Olga Schneider am Sonntag auf die Verkündung des Wahlergebnisses. Jubel kam in der Wettertalhalle auf, nachdem Bürgermeister Manfred Wetz die Zahlen genannt hatte, gefolgt von „Olga“-Sprechchören. 

Die Fraktionsvorsitzenden von drei im Parlament vertretenen Parteien gratulierten – darunter Eike Vater als Chef der SPD-Fraktion, nicht, wie berichtet, als CDU-Fraktionsvorsitzender –, wobei die Grünen ausblieben. Aber Beigeordneter Achim Mosch, ehemals Grünen-Fraktionsvorsitzender, gehörte danach zu den ersten Gratulanten.

Zunächst hatte Wetz das Bundestagswahlergebnis bekanntgegeben und auf die hohe Wahlbeteiligung hingewiesen. 83,3 Prozent der Berechtigten hätten ihre Stimme abgegeben. Bei der Bürgermeisterwahl war der Anteil mit 80,1 Prozent etwas geringer. Doch traditionell sei die Beteiligung an Abstimmungen in der Gemeinde gut. 

Der stellvertretende Vorsitzende der Gemeindevertretung richtete Worte an die Bewerber, weil mit CDU-Kandidat Johannes Weil der Vorsitzende des Parlaments zur Wahl stand. Er wie darauf hin, dass im kommenden Jahr das Jubiläum 50 Jahre Gebietsreform in der Gemeinde gefeiert werde. 

Am Rand der Veranstaltung sagte der Bürgermeister, dass es aus Sicht der Gemeindeverwaltung eine Erleichterung sei, dass es nicht zu einer Stichwahl am 10. Oktober komme. Der Aufwand sei schon immens. Daher hatte er auch vorgeschlagen, den Wahltermin auf das Datum der Bundestagswahl festzulegen. 

Auch dass mit John Schuh ein dritter Bewerber dabei war, führte nicht zu einer Stichwahl. Am Ende des Wahlabends gestand er, er sei „fix und fertig“, die gesamte Anspannung sei nun von ihm abgefallen, nachdem er den wochenlangen Wahlkampf allein organisiert habe. 

Noch vor dem Wahltag hatte die Dorfpartei auf Beschädigungen von Wahlplakaten in der Gemeinde hingewiesen. „Neben abgerissenen Wahlplakaten zur Bürgermeisterwahl steckte sogar in einem Plakat ein Messer. In einem demokratischen Land und einer so sympathischen Gemeinde sollte so etwas nicht passieren“, hieß es in einer Pressemitteilung. 

Die Dorfpartei findet das Aufstellen von Wahlplakaten nicht mehr zeitgemäß „und im Hinblick auf unseren Eintritt in das Projekt ‚Klimakommune‘ nicht mehr vertretbar“. Fraktionsvorsitzender Thomas Weil erklärte: „Übermäßig viele Plakate verursachen unnötigen Müll, ohne einen Mehrwert zu generieren. Aus diesem Grund werden wir in der Gemeindevertretung einen Antrag auf die Errichtung von jeweils einer Plakatwand pro Ortschaft, an repräsentativen Plätzen in der Gemeinde, einreichen.“ Diese Möglichkeit zur zentralen Wahlwerbung gebe es bereits in anderen Kommunen. Zudem schreibe dies allen Parteien bereits die Größe der Plakate vor.

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