Förderung der Stadt für einheitliches Mehrwegsystem für Gastronomen

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Förderung der Stadt für einheitliches Mehrwegsystem für Gastronomen

Projekt aus dem Butzbacher Klimaschutzkonzept / Beispiele für Plastikvermeidung bereits in Bad Nauheim

BUTZBACH (thg). Mit der finanziellen Förderung beim Einsatz von Mehrweggeschirr in der Gastronomie beschäftigt sich am morgigen Mittwoch der Butzbacher Umweltausschuss in seiner Sitzung ab 20.00 Uhr im Bürgerhaus. Eine Förderrichtlinie bezieht sich auf die Nutzung von solchem Geschirr für Mitnahmemahlzeiten und -Getränke. Pro Betrieb sind maximal 300 Euro Förderung vorgesehen. 

Die Förderung soll einen Zeitraum von zwölf Monaten abdecken. 11 000 Euro Haushaltsreste aus dem vergangenen Jahr für „Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen“ stehen ebenso zur Verfügung wie Mittel in Höhe von jeweils 10 000 Euro für die Einrichtung eines „Pfand- oder Mehrwegsystems“ im laufenden und kommenden Jahr. Aufgrund des Verpackungsgesetzes  müssen ab 2023 EU-weit alle gastronomischen Betriebe mit einer Ladenfläche von mehr als 80 Quadratmeter und mehr als fünf Mitarbeitern sowie alle Filialen von Ketten eine Mehrwegalternative für das Mitnehmen von Essen und Getränken anbieten. 

Die Menge an Kunststoffabfällen soll damit reduziert und darüber auch die Umweltverschmutzung reduziert werden. Neben der gesetzlichen Pflicht ab 2023 hat die Stadt Butzbach in ihrem 2020 veröffentlichten Klimaschutzkonzept das Projekt „Mehrwegsystem und Plastikvermeidung“ eingeplant. Am Beispiel anderer Städte wie Fulda, Bad Hersfeld und Bad Nauheim könnte sich Butzbach orientieren und den ansässigen Gastronomen eine Unterstützung zur Einführung des Mehrwegsystems anbieten, indem eine städtische Förderung aufgelegt wird und Informationsveranstaltungen zur Nutzung eines Mehrwegsystems angeboten werden.

Um nicht nur die Stadt Butzbach sauberer und nachhaltiger zu gestalten, den Klimaschutz zu unterstützen, soll auch zur Vereinfachung für die Beteiligten ein einheitliches Mehrweggeschirrsystem auf den Weg gebracht werden. Die Stadtverwaltung könnte die Gastronomen bei der Einführung der Mehrweg-Alternative für Mitnahme- und Liefermahlzeiten aktiv unterstützen. Die Nutzerfreundlichkeit erhöht sich, je mehr Gastronomiebetriebe mitmachen und desto allumfassender und einheitlicher das System wird.

Mittlerweile haben sich verschiedene gewerbliche Anbieter von Mehrweggeschirrsystemen etabliert. Sie verleihen in der Regel die benötigten Gegenstände an die Gastronomiebetriebe. Die meisten gewerblichen Anbieter finanzieren sich über eine Ersteinrichtungs- oder Systemnutzungsgebühr, die die Gastronomie zahlen muss. Nach einem Anbietervergleich wurde das Unternehmen Vytal favorisiert. Der Anbieter ist bereits deutschlandweit sowie in vielen umliegenden Städten, darunter Gießen, Bad Nauheim und Fried-
berg, vertreten, wo die Behälter dann auch zurückgegeben werden können. Er bietet Butzbacher Gastronomen Sonderkonditionen an. Das Angebot wird öffentlich auf dem Butzbacher Nachhaltigkeitstag am Samstag, 18. Juni, auf dem Marktplatz in Butzbach, vorgestellt. 

In Butzbach sind zum Stand April 2022 etwa 75 gastronomische Betriebe – wie Speisewirtschaft, Cafés und Bäckereien, Metzgereien/heiße Theke – vorhanden, die auf die Nutzung eines Mehrwegsystems zurückgreifen könnten. Aufgrund von Erfahrungswerten der Städte, die eine solche Förderung bereits anbieten, ist nicht davon auszugehen, dass alle Gastronomiebetriebe auf die Förderung zurückgreifen, eben jene, die wegen der Ladenfläche und Mitarbeiterzahl nicht unter die Neuregelung fallen. 

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