Forscher verfolgen 15 Wildkatzen per GPS auf Schritt und Tritt 

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Forscher verfolgen 15 Wildkatzen per GPS auf Schritt und Tritt 

Forscher verfolgen 15 Wildkatzen per GPS auf Schritt und Tritt. Foto: Helmut Weller

Uni Gießen untersucht „Raumnutzungsverhalten“ / Meldungen über Sichtungen werden entgegengenommen

GIESSEN (pm). 15 Wildkatzen können aus ihren Wegen nun kein Geheimnis mehr machen: Die seltenen Tiere sind mit GPS-Senderhalsbändern ausgestattet worden, um ihre Bewegungsprofile und ihre Raumnutzung vor allem im Bereich von Straßen zu untersuchen. Damit ist die erste Phase des Forschungsprojekts „Raumnutzungsverhalten der Wildkatze“ erfolgreich abgeschlossen worden. Das Ziel des Projekts der AG Wildtierforschung an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist es, der bedrohten Wildkatze die Rückkehr in ihre angestammten Lebensräume zu erleichtern.

Straßen stellen die Haupttodesursache für Wildkatzen dar und jedes Jahr werden auch in Hessen viele Wildkatzen überfahren. Das Untersuchungsgebiet Hörre im Lahn-Dill-Kreis, das zum Forstamt Wetzlar gehört, bietet die Voraussetzungen, um an die wichtigen Projektdaten zu gelangen. 

Bei den eingesetzten GPS-Halsbändern handelt es sich um hochmoderne Technik. Um die Sender anzubringen, haben die Wildbiologen der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische an der JLU mit Unterstützung des Forstamts Wetzlar im Untersuchungsgebiet spezielle Kastenfallen aufgestellt. Diese wurden mit Baldrian geködert, worauf Wildkatzen vor allem in der Ranzzeit von November bis März ganz wild sind. Seit Februar 2020 wuren so insgesamt 15 Wildkatzen-Männchen und -Weibchen besendert.

Das Forschungsprojekt ist im November 2019 gestartet und wird vom Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) nach einer Verlängerung mit rund 73 000 Euro aus dem Biodiversitätsforschungsfonds bis 2022 gefördert. Da die gewonnenen Daten eine wichtige Grundlage für die zukünftige Raum- und Verbundplanung darstellen, beteiligt sich auch das Regierungspräsidium Gießen mit Mitteln aus der Biodiversitätsstrategie des Landes. Unterstützt werden die Gießener Forscher außerdem vom Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), vom Forstamt Wetzlar sowie vom Institut für Tierökologie und Naturbildung aus Laubach, das über Erfahrung beim Fang und der Telemetrie von Wildkatzen verfügt.

Auch Meldungen über Sichtungen von Wildkatzen oder Funde toter Wildkatzen können die Forschung unterstützen. Wer eine Wildkatze sieht, kann dies sowohl beim BUND als auch beim HLNUG melden. Wer ein totes Tier findet – ob mit oder ohne Senderhalsband – sollte sich direkt an eine der Ansprechpersonen für Wildkatzen-Totfunde wenden; die Liste findet man auf der Website des HLNUG. Dabei ist zu beachten: Wildkatzen sind streng geschützte Wildtiere und dürfen nicht ohne weiteres mitgenommen werden. Wer dies tut, macht sich strafbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

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