„Friederike“ reduzierte Fichtenbestand

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„Friederike“ reduzierte Fichtenbestand

SturmBilanz Forstamtsleiter: 2500 Festmeter meist Nadelholz betroffen / Aufarbeitung bis Winterende

BUTZBACH (dt). Die stürmische Dame „Friederike“ vom 18. Januar war kein „Kyrill“. Dem Letzteren war –  exakt auf den Jahrestag genau von „Friederike“, am 18./19. Januar 2007, also vor elf Jahren – mit teilweisen Spitzenböen von über 200 km/h in Hessen „eine fünfstellige Festmeterzahl“ an Holz in den Wäldern zum Opfer gefallen. „Friederike“ sei vor wenigen Tagen gnädiger gewesen. So stellte Forstamtsleiter Bernd Müller (Weilrod) in der Sitzung des städtischen Ausschusses für Landwirtschaft und Forsten am Mittwochabend in der Mehrzweckhalle Nieder-Weisel in einer rückblickenden Bilanz fest.

In den Revieren 261 (Hoch-Weisel) und 262 (Butzbach) habe „Friederike“ einen bisher geschätzten Schaden von 2500 Festmetern, zu 80 bis 90 Prozent aus dem Fichtenbestand, angerichtet. Wenn man berücksichtige, dass in beiden Revieren pro Jahr insgesamt bis zu 7000 Festmeter Fichte geschlagen werde, so könne man die geringere Dimension des Sturms erkennen. Wie Müller weiter betonte, habe dieser vor wenigen Tagen keine Schäden in der Fläche angerichtet, es habe sich lediglich um „Einzelwürfe“ im Revier Hoch-Weisel in der Region um den Hausberg, Maibach, Wiesental und Bodenrod gehandelt. „Laubbäume waren nur in geringem Maße betroffen,“ unterstrich der Forstamtsleiter, sodass die Waldstruktur nicht bedroht gewesen sei. Auf dem aktuell „wassergesättigten Boden“ fielen Bäume derzeit schneller um.

Vordringlich sei jetzt die Aufarbeitung der Schäden, mit der man sofort begonnen habe. Erster Schritt sei es, die Waldwege wieder passierbar zu machen. Wegen der Bodennässe sei ein Aufarbeiten in der Fläche aktuell noch nicht möglich. Abgeschlossen werden – mit der zeitnahen Abfuhr – müsse die Aufarbeitung der Schäden bis Winterende, ehe der Borkenkäfer-Flug und dessen Vermehrung einsetze.

Auf Nachfrage bestätigte Bernd Müller, dass ein möglicher Biozid-Einsatz nur als Ultima Ratio in Frage komme, dann, wenn alle anderen Möglichkeiten restlos ausgeschöpft seien. Der Forstamtsleiter wies auf eine weitere Problematik hin, nach der eine ständige Beobachtung an Waldrändern notwendig sei, weil in früheren Jahren bei der Randbebauung der „Mindestwaldabstand“ nicht eingehalten worden sei. So könne es weiter sein, dass fallende Bäume naheliegende Gebäude beschädigten. Heute müsse bei Bauten eine Baumlänge – definiert auf 35 Meter – Abstand eingehalten werden. Dies sei eben früher nicht der Fall gewesen.

 Zu Beginn der Sitzung waren die Ausschussmitglieder darüber informiert worden, dass es nun – wie in den übrigen Stadtteilen – auch in Griedel wieder Baumpatenschaften gebe; dazu finde eine Veranstaltung an diesem Samstag statt. Ausschussvorsitzender Rainer Michel (Grüne) teilte weiter mit, dass der Nabu an diesem Samstag für Interessierte einen Kursus zur Veredelung von Obstbäumen durchführe. Weiter habe es zuletzt einen Umweltfrevel eines – vermutlich nicht einheimischen – Jägers gegeben, der acht Wildschweinschwarten mit Köpfen und Innereien und die Abfälle von drei Rehe am Lattwiesengraben illegal „entsorgt“ habe.

 

Butzbach. Auch im Butzbacher Stadtwald hat „Friederike“ Schaden angerichtet. Foto: dt Foto: dt

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