Friedhelm Göttling wirkte mit Enthusiasmus als Dirigent in Butzbach

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Friedhelm Göttling wirkte mit Enthusiasmus als Dirigent in Butzbach

BUTZBACH. Im Rahmen seines Sommerfestes verabschiedete der KonzertChor seinen Gründer und langjährigen Dirigenten, der aus gesundheitlichen Gründen die Chorleitung beenden musste. Der Chor dankte ihm mit Geschenken für sein engagiertes künstlerisches Wirken. Foto: Bennet

KonzertChor würdigte seine jahrzehntelange künstlerische Arbeit

BUTZBACH (pm). Zu Beginn der Sommerferien hatte der KonzertChor Butzbach sich mit einem tollen Sommerfest von seinem Gründer und langjährigen Leiter Friedhelm Göttling verabschiedet, der im Frühjahr aufgrund einer Erkrankung die Chorleitung beendet hatte. 

Viele langjährige und ehemalige Weggefährten, manche sind schon von Anfang an, also seit 1986 dabei, aber auch viele, die erst seit jüngster Zeit dem KonzertChor angehören, waren der Einladung zu einem letzten Singen mit Friedhelm Göttling in das Gemeindezentrum Nieder-Weisel gefolgt. Begrüßt wurde der ‚Maestro‘ mit Verdis umgedichtetem Gefangenenchor, in dem der KonzertChor sich für die gemeinsamen Erfolge, Spaß und Stress bedankte und anklingen ließ, dass der Abschied beiden Seiten nicht leicht falle. Mitglieder eines Solochores boten außerdem einen kleinen Chorausschnitt aus dem „Elias“ von Mendelssohn dar.  

Auf gewohnt launig-lockere Art bedankte sich Göttling für die Unterstützung und Begleitung durch zahlreiche Musiker, Orchester und Stimmbildnerinnen. Auch die vielen Sängerinnen und Sänger, die sich immer wieder zusätzlich als engagierte Mitstreiter und Mitarbeiter für die Umsetzung der oft umfangreichen Projekte fanden, erwähnte der scheidende Chorleiter. Er erinnerte noch einmal an die unzähligen gemeinsamen Höhepunkte: Konzerte, Zusatzveranstaltungen in der Wendelinskapelle, Chorfreizeiten in Ilbenstadt, Feiern, Konzertreisen nach England, Lettland, in die Schweiz und ins Elsass, Opernproduktionen und Konzertengagements, z.B. im Kloster Eberbach, bei den Bad Hersfelder Festspielen, in Bad Homburg, Frankfurt oder in Butzbach bei den Neujahrsmatineen. Insgesamt hat der KonzertChor unter seiner Leitung ca. 40 Konzertprogramme erarbeitet und etwa 70 Konzerte gegeben.  

Einige Aufführungen sind Göttling besonders im Gedächtnis geblieben: 2015 das schwierigste Stück überhaupt, Sir Michael Tippetts weltliches Oratorium „A Child of Our Time“ (1944), die grandiose deutsche Erstaufführung von Karl Jenkins‘ Friedensmesse „The Armed Man“ (2000) – Muezzin auf der Empore inklusive – in der Butzbacher Markuskirche 2006, und die mit großer Begeisterung aufgenommene zweite Aufführung des Werkes anlässlich des Hessentages 2007. Die 2014 aufgeführte h-Moll Messe von Bach bezeichnete Göttling als die Meisterprüfung des Chores. Seinen eigenen Höhepunkt fand er in der Schumannreihe, der wirkungsvollen szenischen Aufführung von Robert Schumanns Faust 2010 und der Aufführung von Schumanns Messe und Requiem 2016. Und dann stellte Göttling sich zur Freude aller anwesenden Sängerinnen und Sänger noch einmal vor seinen Chor und dirigierte, mit bester Unterstützung durch Joachim Wagenhäuser am Klavier, verschiedene Stücke aus einigen seiner Lieblingswerke. 

Die 1. Vorsitzende Martina Maskos beendete die gemeinsamen Erinnerungen mit sehr persönlichen Abschiedsworten. Sie hob den steten Enthusiasmus, die Neugier auf Neues und den Perfektionismus von Göttling hervor und beschrieb ihre Dankbarkeit dafür, dass er sie zur klassischen Musik gebracht hat. Aus dem Herzen aller Anwesenden sprach sie auch, als sie Göttling noch einmal für die wunderbare Zusammenarbeit dankte. Mit einem Rosenstrauß dankte die 2. Vorsitzende Regine Cichowlas Maike Göttling dafür, dass sie all die Jahre ihren Mann bei seinen vielen Chorprojekten mit Rat und Tat begleitet hat.  

Und ganz zum Schluss, nach dem Aufräumen, gingen alle mit einem letzten gemeinsamen Lied, einem irischen Segenswunsch, auseinander.  

Die Nachhaltigkeit seines künstlerischen Wirkens für den Chor selbst, aber auch für unsere Region zeigt sich daran, dass es mit dem neuen Chorleiter Andreas Ziegler weitergeht. Friedhelm Göttling wird ‚seinen‘ Chor in Zukunft als Zuhörer begleiten. Das erste Mal hat er dazu Gelegenheit am 19. Oktober in der Markuskirche, wenn der KonzertChor unter der Leitung von Andreas Ziegler das von Friedhelm Göttling zuletzt einstudierte Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart aufführt.

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