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Für eine Nationalität entscheiden

Lieber Mezut Özil,

dass Sie sich über die Berichterstattung über Ihr Foto mit dem türkischen Präsidenten geärgert haben, kann ich sogar gut verstehen.
Sicher ist es für ein Kind, das zwar in Deutschland geboren und somit ein Deutscher ist, aber von türkischen Eltern und Großeltern erzogen wird und somit auch Türke ist, ein Spagat.

Beiden Seiten, den elterlichen türkischen Wurzeln und den Erwartungen seiner deutschen Landsleute an einen deutschen Nationalspieler gerecht zu werden, ist sicher nicht einfach.

Von einem Fußballer, der für die deutsche Nationalmannschaft spielt, erwartet man, dass er für Deutschland leidenschaftlich spielt und die deutsche Nationalhymne mitsingt.  Das aber verletzt das Ehrgefühl seiner türkischen Familie.

Hält er beim Nationalhymne-Singen den Mund, oder lässt er sich mit dem nicht nur aus deutscher Sicht umstrittenen türkischen Präsidenten ablichten, ist das der anderen Seite nicht recht.

Ich gehe mal davon aus, dass Sie zwei Pässe haben, einen deutschen und einen türkischen. Vielleicht sollten Sie darüber nachdenken, sich für einen zu entscheiden und dann zu Ihrer Entscheidung zu stehen.  Dann wären Sie zwar nicht everybodys darling, aber authentisch, was Ihnen mit Sicherheit ehrlichen Respekt einbringen würde. 

Als Türke könnten Sie zwar dann nicht mehr für die deutsche Nationalelf spielen, aber dafür für die türkische. Dann hätte auch niemand was dagegen, wenn Sie sich mit Ihrem Präsidenten Erdogan ablichten lassen.

Vera Reisinger, Münzenberg

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