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Für nachhaltigen Bodenschutz

Bürgerinitiative „Unser Wald“ beruft sich auf Studien und fordert Umdenken für Stadtwald Butzbach

Butzbach (pe). In einer Pressemitteilung sieht sich die Bürgerinitiative (BI) „Unser Wald“ in ihren vielen geäußerten Bedenken ein weiteres Mal bestätigt und fordert die Stadt Butzbach zum Handeln auf. Eine Untersuchung des Instituts für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Christian-Albrechts Universität in Kiel und der HAWK Göttingen für die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft (DBG) stellt laut BI einvernehmlich fest, „dass der Einsatz von radgetriebenen Holzerntemaschinen auf Rückegassen als sehr problematisch angesehen werden muss, da dieser auf den getesteten Flächen zu negativen Auswirkungen auf die bodenphysikalischen Parameter und zum Verlust der technischen Befahrbarkeit führt. Bei feuchten Bedingungen resultiert eine Befahrung sogar in der Homogenisierung der gesamten Bodenstruktur. Durch den Einsatz von Spezialmaschinen und -bändern können die Spannungseinträge deutlich reduziert und zumindest die technische Befahrbarkeit der potenziellen Rückegassen gesichert werden“.

„Obwohl wir immer wieder auf diese Fakten hinweisen, werden wir in großer Regelmäßigkeit von der Stadtverwaltung und Hessen-Forst mit Blick auf wirtschaftliche Aspekte der Holzernte ausgebremst“, so der BI-Sprecher Markus Ruppel. Mit Blick auf eine Studie der TU München fordert die BI, dass bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit auch die Langzeitschäden in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einbezogen werden müssen.

Die BI führt aus, dass im Butzbacher Stadtwald an vielen Stellen sogenannte viskoplastische Verformungen auftreten, bei der eine Bodenregenerierung ohne aufwändige Sanierung nicht mehr möglich sei. Kritisiert wird von der BI auch, dass industriellen Holzkäufern erlaubt wird, ganzjährig in den Wald einzufahren, um Holz abzutransportieren.

Grundsätzlich wird als Ergebnis der genannten Untersuchung empfohlen, alle Spurentiefen von mehr als 20 Zentimeter zu vermeiden, keine Rückegassen unter 40 Meter Abstand zueinander entstehen zu lassen und die Folgebefahrung nicht sanierter Gassen zu vermeiden.

Kritisch begleitet die BI auch die Argumentation von Stadt und Hessen-Forst, die behaupten, dass eine Vergrößerung der Rückegassen mehr manuelle Arbeit bedeute und damit die Kosten deutlich höher würden. Mittel- bis langfristig unter Berücksichtigung der auftretenden Kollateralschäden betrachtet werde die Vergrößerung der Rückegassen zu Minderkosten und Mehreinnahmen führen, so Ruppel,  der sich auf Untersuchungen aus den Jahren 1970 bis 1990 stützt.

Die Bodenverdichtung durch die Rückegassen, die 20 Prozent Waldfläche aufwiesen, führt laut BI mittel- bis langfristig zu einem Einnahmeverlust zwischen 13 und 69 Prozent, da in den geschädigten Bereichen und den angrenzenden Gebieten eine natürliche Bodenerholung nicht mehr möglich ist, Krankheiten vermehrt auftreten und die heranwachsenden Bäume befallen. Diese Schäden seien irreversibel.

Technische Sanierungen und waldbauliche Maßnahmen würden, so die BI weiter, von Hessen-Forst gar nicht ausgeführt, obwohl von den anderen Landesbetrieben außerhalb Hessens angeraten. In Butzbach würde brutal bei jedem Wetter durchforstet. „Und genau das fand früher bei der Eigenbewirtschaftung nicht statt. Hier konnte die Stadt flexibel zusammen mit dem damaligen Forstamtsleiter Dr. Stahl-Streit arbeiten. Und genau diese Flexibilität ist auch zukünftig einzufordern von welchem Dienstleister auch immer“, fordert die BI. In der Stadtverwaltung müsse auch das Konzept des nachhaltigen Bodenschutzes Eingang finden, um Ernteausfälle zu verhindern.

Die BI ist nunmehr auch Mitglied in der 2017 in Darmstadt gegründeten Bundesbürgerinitiative „Waldschutz“, um noch besser über die Möglichkeiten einer nachhaltigen Forstwirtschaft informiert zu sein, heißt es in der Pressemitteilung.

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