Für Rockenberger Jungunternehmerin Nanetta Ruf geht Traum in Erfüllung

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Für Rockenberger Jungunternehmerin Nanetta Ruf geht Traum in Erfüllung

ROCKENBERG. Das Foto zeigt oben, v.l.: Kreisbeigeordneten Matthias Walther, Jungunternehmerin Nanetta Ruf, Christina Braum (Fachstelle Strukturförderung des Wetteraukreises). Unten, v.l.: Klaus Karger (Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Wetterau), Silvia Kirmis (Projektleiterin Wifö Wetterau) sowie die Bürgermeister Carsten Krätschmer und Manfred Wetz (beide LEADER-Beirat). Foto: schnelzer

Ihre mobile Konditorei-Produktionsstätte wird mit 58 735 Euro gefördert

ROCKENBERG (pdw). Für die junge Konditormeisterin Nanetta Babette Ruf geht ein Traum in Erfüllung: eine mobile Produktveredelung im ausgestatteten Wechselcontainer eines Lkws. Damit kann sie die Existenzgründung ihres eigenen Betriebes in Rockenberg verwirklichen. Was so sperrig klingt, ist eine Konditorei auf vier Rädern, eben eine Mobile KondiTOURei. Dank LEADER-Fördermitteln in Höhe von 58 735 Euro wird dieser Traum nun wahr.

Gegründet wird eine mobile Konditorei-Produktionsstätte als Lohnverarbeitung für landwirtschaftliche Betriebe. Das heißt, die Rohprodukte des landwirtschaftlichen Betriebes werden in der mobilen KondiTOURei vor Ort veredelt und weiterverarbeitet. Im Rahmen des LEADER-Projekts wird diese innovative Idee, die passgenaue Ausstattung des Wechselcontainers als Konditorei, gefördert.

Die Bio-Erzeugerbetriebe als Kooperationspartner von Nanetta Babette Ruf werden direkt angefahren und ihre Produkte vor Ort veredelt. Anschließend können die so verarbeiteten Lebensmittel im Hofladen vor Ort oder auf dem Wochenmarkt verkauft werden. Aufwändiger Transport und dadurch mögliche Zeitverzögerung oder Überlagerung der Rohprodukte entfallen bei dieser effizienten Vorgehensweise.

In der Regel entstehen länger haltbare Lebensmittel wie süße und herzhafte Aufstriche oder Gebäck. Durch das große Produktportfolio von Nanetta Ruf sind den individuellen Wünschen der Kundschaft jedoch kaum Grenzen gesetzt.

Möglich sind regelmäßige und einmalige Produktionstermine oder auch Kooperationen bei Festen und Veranstaltungen mit direktem Kontakt durch die Verkaufsklappe.

Für die Inbetriebnahme der mobilen Produktionsstätte ist eine ebene Stellfläche mit Wasser-, Abwasser- und Stromanschluss notwendig. Lkw und Container bieten der Existenzgründerin mit integriertem Schlafplatz und Sanitäranlagen sogar die Möglichkeit weitestgehend autark auch über längere Zeit vor Ort zu produzieren. Durch die mobile Lösung entfällt die Suche nach einer passenden Betriebsstätte. Es findet kein weiterer Flächenverbrauch statt und zusätzlich kann die platzsparende Alternative bei Bedarf auch stationär genutzt werden.

„Bei diesem innovativen Projekt finden gleich mehrere Handlungsfelder der LEADER-Region Wetterau/Oberhessen Beachtung“, sagt Kreisbeigeordneter und Kreisentwicklungsdezernent Matthias Walther. „Neben der Unterstützung der regionalen Wirtschaft werden besonders aktuelle Themen wie Regionalität und transparente Liefer- und Verarbeitungsketten sichtbar gemacht und ein Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft geleistet.“

Hintergrund

LEADER steht für die „Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“ und ist ein Entwicklungsprogramm der EU und des Landes Hessen zur Stärkung und Weiterentwicklung ländlich geprägter Regionen. Wesentliche Grundlage ist das Engagement der Regionen, ihrer politischen Entscheidungsträger und ihrer gesellschaftlichen Gruppierungen.

Für die neue Förderperiode 2014-2020 sind 17 Wetterauer-Kommunen als LEADER-Region „Wetterau/Oberhessen“ anerkannt worden (Altenstadt, Büdingen, Butzbach, Echzell, Florstadt, Gedern, Glauburg, Hirzenhain, Kefenrod, Limeshain, Münzenberg, Nidda, Ortenberg, Ranstadt, Reichelsheim, Rockenberg und Wölfersheim).

Der Region wurde für den Förderzeitraum 2014-2020 ein Fördervolumen von rund 2,1 Millionen Euro zugesagt, das im Wesentlichen von der Europäischen Union bereitgestellt wird. Ergänzt werden diese Gelder durch geringe Anteile von Bund und Land.

Über Projekte, die mit Hilfe dieses Förderprogramms in der Region umgesetzt werden sollen, entscheidet ein 22-köpfiges, ehrenamtliches Gremium aus Wirtschaft, Verbänden, Vereinen und Politik.

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