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Gabriel-Biel-Schule nimmt Behinderte auf

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Schulentwicklungsplan im Kreistag beschlossen / Regelung ab Sommer 2021 / An Digitalisierung wird gearbeitet

Friedberg (jwn). Nun ist es amtlich, der Wetteraukreis verfügt ab sofort nur noch über zwei Förderschulen zur Integration behinderter Kinder. Mit Beginn des Schuljahrs 2021/22 soll eine dritte Förderschule hinzukommen.  

Die neunte Fortschreibung des Schulentwicklungsplans war in der Kreistagssitzung am Mittwoch nicht ganz unumstritten. Vor allem die Vertreter der AfD brachten Einwände gegen die geplante Neuaufstellung der Inklusionsarbeit behinderter Kinder an Regelschulen vor. Die Lehrer und vor allem auch die Schüler seien überfordert mit dem Umstand, dass behinderte Kinder nun parallel in den Regelschulkassen unterrichtet würden, meinte beispielsweise der AfD Fraktionsvorsitzende Michael Kuger. 

Anderer Ansicht war hingegen der Großteil des Kreistages an diesem Nachmittag. „Die Beschimpfung ist völlig fehl am Platz. Denn durch die Neuausrichtung in diesem Bereich sind sogar Freiräume für neue Aufgaben im schulischen Bereich entstanden. Die Brunnenschule in Bad Vilbel ist ein gutes Beispiel dafür,“ widersprach Jörg-Uwe Hahn (FDP) der Kritik aus den Reihen der AfD. 

Auch Landrat Jan Weckler (CDU) erhob noch einmal seine Stimme zugunsten der Neuausrichtung: „Die Eltern behinderter Kinder haben nun die Wahl zwischen Förderschule und Regelschule. Und überwiegend wählen sie jetzt die Regelschule“. Inzwischen besuchten rund 500 ehemalige Förderschüler die Regelschulen und nur noch 125 Kinder seien in den beiden verbliebenen Förderschulen untergebracht. Zu wenig, um fünf Förderschulen zu unterhalten. Nach dem fünfjährigen Modellversuch, dessen Ergebnis nun in der Fortschreibung des Schulentwicklungsplans Eingang findet, werden von den fünf bisherigen Wetterauer Förderschulen für Lernhilfe deshalb drei geschlossen, nämlich die Brunnenschule Bad Vilbel, die Gabriel-Biel-Schule in Butzbach und die Gudrun-Pausewang-Schule in Nidda. Erhalten blieben die Helmut-von-Bracken-Schule in Friedberg und die Erich-Kästner-Schule in Ortenberg.   Die Gabriel-Biel-Schule in Butzbach soll ab dem Schuljahr 2021/22 wieder behinderte Kinder aufnehmen.  

„Die Eltern haben jetzt das Wahlrecht und das ist gut so,“ meinte dazu abschließend der Landrat. Und das fand auch die Mehrheit des Kreistages, denn mit Ausnahme der AfD und der Piraten sowie einige wenige Enthaltungen stimmte die große Mehrheit für die Annahme des neuen Schulentwicklungsplans.  

Nicht beraten wurde hingegen über die Schaffung eines dezentralen Angebots für die Schuleingangsuntersuchung. Dieser Vorgang befindet sich nämlich immer noch im Fachausschuss.  

Keine Mehrheit fand an diesem Tag auch der Antrag der Linken auf Einrichtung eines Sozialfonds für die Ausstattung der Schulen mit digitalen Endgeräten und der Förderung eines Internetzugangs. Seit dem 16.März, seit dem Herunterfahren des öffentlichen Lebens aufgrund der Coronavirus-Pandemie seien auch die Schulen bundesweit geschlossen. Seither werde der Unterricht digital fortgesetzt und ist für die Schüler verpflichtend. 

„Doch es gibt viele einkommensschwache Familien, die weder mit einem Computer oder Tablet ausgerüstet sind und auch keinen Zugang zum Internet haben“, argumentierte die Sprecherin der Linken, Gabi Faulhaber. Bund- und Landesregierung stellten nun zwar Mittel in Aussicht, voraussichtlich 42,9 Millionen allein für Hessen, doch das reiche nicht. Denn übrig blieben dann pro Kind maximal 150 Euro. Zu wenig für Tablet und Drucker. Zudem koste der Internetzugang monatlich auch noch eine Gebühr. Die Linke fordert deshalb auf Landesebene einen Sozialfonds, der all dieses abdeckt. Der Kreis soll mit 150 000 Euro dazu beitragen. 

Die Dinge seien längst im Fluss, wehrte sich dagegen Landrat Weckler. So stünden im Wetteraukreis schon seit längerem 19,7 Millionen Euro für die Digitalisierung der rund 2000 Klassenzimmer bereit. Daran werde gearbeitet. Hinzu seien jetzt auf Grund der Coronakrise aber noch die 500 Millionen Euro des Bundes gekommen. Dazu seien jedoch noch nicht einmal die Förderrichtlinien bekannt. „Wir wünschen uns auch, dass es schneller geht. Aber die Krise ist gerade mal drei Monate alt. So etwas haben wir alle noch nicht erlebt“, so der Landrat. Der Antrag wurde deshalb mit großer Mehrheit abgelehnt. 

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