„Gambi“ und Funde am Limes

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„Gambi“ und Funde am Limes

Foto: elsaß

Heimatstube Gambach im Rathaus gibt Zeugnis vom Leben in der Vergangenheit

GAMBACH (pdw). Der Duden versteht unter einem Museum eine der Öffentlichkeit zugängliche Sammlung von Altertümern, Kunstwerken oder Ähnlichem. In der ursprünglichen Wortbedeutung bezeichnet das aus dem Griechischen stammenden Wort das Heiligtum der Musen, also der Schutzgöttinnen der Kunst. Auch die Wetterau hat eine bunte Museumslandschaft, in denen Schätze verwahrt werden, die es zu entdecken gilt.

Das Heimatmuseum/Heimatstube im Rathaus in Gambach ist ein kleines ehrenamtlich betriebenes Museum, das sich als Gedächtnis der Stadt versteht. „Wir sammeln hier alles, was für die Stadt historische Bedeutung hat, vom Steinbeil über vorzeitliche und römische Funde, von Dokumenten über das harte Leben der Bauern im 18. und 19. Jahrhundert bis hin zu den Zeugnissen des Schreckens zweier Kriege und der Aufnahme vieler Heimatvertriebener.

Hagen Vetter ist Magistratsmitglied und Vorsitzender des Archivausschusses, und als solcher versteht er sich als Heimatpfleger. „Ich will Wissen bewahren, zeigen wie unsere Altvorderen gelebt haben, wie deren Alltag war und das auch für kommende Generationen“, ist sein Selbstverständnis.

Das Heimatmuseum ist im zweiten Obergeschoss des historischen Rathauses in der Gambacher Hauptstraße, der Prachtstraße des Dorfes mit schönen Hofreiten und prächtigen Toren, untergebracht.

Im Erdgeschoss des Rathauses fand einst so etwas wie der Marktbetrieb statt. Die Gambacher Elle war das Maß, an dem man sich orientierte. Eine Etage höher, wo heute Trauungen und Ausschusssitzungen stattfinden, war einst auch der Gerichtsort. Dort wurde die letzte hessische „Hexe“, Katharina Ratz, die im Volksmund „Ratzkathrein“ heißt, zum Tode verurteilt.

Wer den zweiten Stock des historischen Gebäudes erreicht, gelangt zunächst in das Museum, wo in verschiedenen Vitrinen wichtige Fundstücke ausgestellt sind, von der Vorzeit über die reichen Funde aus der römischen Zeit. Kein Wunder, denn der Limes verläuft nur zwei Kilometer von dort entfernt und es gibt kaum ein Baugebiet, das nicht wertvolle Funde zutage fördert.

Sicherlich das bedeutendste Ausstellungsstück des Museums ist der „Glockenbechermann“, ein 4500 Jahre altes Skelett eines etwa 40-jährigen Gambachers, der im Jahr 2003 bei Ausgrabungen in einem Neubaugebiet entdeckt wurde. Durch einen Anthropologen wurde „Gambi“, wie jüngere Museumsbesucher den betagten Gambacher nennen, fachgerecht in einer eigens dafür hergerichteten Vitrine neu gebettet. Die Präsentation gibt Einblicke in das Totenritual der „Glockenbecherleute“, die bereits Einzelbestattungen in Erdgräbern vornahmen.

Exponate zum Ersten und Zweiten Weltkrieg, persönliche Dokumente, Orden, Zeitschriften, Karten und Dokumente, die Einblicke geben in das Alltagsleben der Gambacher in einer schweren Zeit.

Der zweite Raum, der der Heimgeschichte vorbehalten ist, ist die Heimatstube, in der die Themen Kindheit, Schule, Hochzeit, Feier und Vergnügen, Haushalt und Waschtag vorgestellt werden.

Vetter beschreibt das Leben einfacher Leute, wie schwer es war, das tägliche Brot zu verdienen oder den Haushalt zu führen, etwa wenn die Frauen, den Kopf mit einem ‚Kezel‘ geschützt, die schweren Kuchenbleche zum Backhaus trugen. Montags war Waschtag: Gewaschen wurde in Zinkwannen im Hof, nachdem man im Kessel das Wasser heiß gemacht hat. Es war ein schweres Leben, und die meisten, die damals gelebt haben, würden wohl den Kopf darüber schütteln, wenn wir das als gute alte Zeit bezeichnen.

Die Gambacher Heimatstube ist jeden ersten Sonntag im Monat in der Zeit von 14 bis 17 Uhr geöffnet, Sondertermine werden gerne vereinbart. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Die Gambacher Kirche, die den gleichen Grundriss aufzubieten hat wie der Tempel des Salomon, oder die Kirche in Münzenberg mit dem gedrehten Kirchturm oder die Burg Münzenberg, das Wahrzeichen der Wetterau, sind weitere Sehenswürdigkeiten.

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