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Ganz nah an der Biene

Foto: thg

Besuch Umweltministerin Priska Hinz besucht Eulenhaus und überreicht 500 Euro als Anerkennung der Arbeit

BUTZBACH (thg). 500 Euro Zuwendung aus Lotto-Finanzmitteln überreichte Umweltministerin Priska Hinz gestern an Christian Friedrich, Diplom-Umweltwissenschaftler und Eulenhaus-Leiter. Im Gegenzug erhielt die Grünen-Politikerin ein Glas Honig aus Eulenhaus-Ernte.

Anlässlich der Aktionswoche „Bienenfreundliches Hessen“ besuchte sie die Kinder- und Jugendimkerei des Natur- und Umweltschutzbildungsträgers im Butzbacher Stadtteil Hausen-Oes. Bürgermeister Michael Merle unterstrich, dass die städtischen Kindertagesstätten das Angebot des Eulenhauses verstärkt nutzen sollten. Derzeit laufen die Vorbereitungen, um das frühere Wochenendhaus zum Anlaufpunkt für eine Waldkindergartengruppe zu machen.

Die gelbe Stammgruppe aus Erst- und Zweitklässlern der Haingrabenschule Nieder-Weisel war gestern im und am Eulenhaus unterwegs, um mehr über die Bienen, ihren Lebensraum und ihre Funktion sowie Bedeutung für Natur und Mensch zu erfahren. Unter anderem erläuterte Waldpädagogin Viola Turba die Arbeit des Imkers. Heike Pfeiffer-Vorn-kahl erläuterte als Hobby-Imkerin den Kindern das Treiben im Bienenstock. Gut geschützt in typischer Imkerkleidung beobachteten die Schüler, wie die Insekten auf den Waben arbeiteten. Neben der offenen Hob-by-Imkerei mit sieben Kästen in Hausen und einem in Griedel ist das Eulenhaus auch Ansprechpartner für Fragen von Einsteigern.

Friedrich erläuterte der Ministerin und dem Bürgermeister die Arbeit des Eulenhauses und stellte speziell die Materialien und Inhalte des Bienenprojekts vor. Unter anderem hatten Hinz und Merle die Gelegenheit, die Varroa-Milbe, die als größter Feind der Bienen gilt und Bienenbrutsterben auslöst, unter dem Mikroskop zu betrachten. Um auch Wildbienen weiter zu fördern, die ebenfalls ein wichtiger Bestäuber sind, soll am Eulenhaus auch ein „Insektenhotel“ von entsprechender Qualität entstehen.

Das Eulenhaus kooperiert derzeit mit Butzbacher Schulen und Kindergärten. Die Waldkindergartengruppe, für die die Stadt und der Eulenhaus-Verein den Weg ebnen, soll bald starten können, laut Bürgermeister sind die Kinder, die die Gruppe besuchen sollen, derzeit bei den Waldwichteln im Degerfeld untergebracht. Künftig sollen sie sich im Stadtwald am Eulenhaus aufhalten, wobei die Bildungsstätte als Anlaufpunkt etwa für das Mittagessen dient. Entsprechendes Personal sei nun vorhanden, denn auch dafür sei es schwierig, geeignete Erzieher zu finden. Sechs Stunden Waldkindergartenbetrieb am Tag stellte der Wetteraukreis als Genehmigungsbehörde bereits in Aussicht für die Genehmigung. Unter anderem muss noch die Nutzungsänderung von einem Wochenendhaus in einen Waldkindergarten genehmigt werden.

Ministerin Hinz wies darauf hin, dass das Eulenhaus ein geradezu einzigartiger Lernort sei, da dort auch direkt mit den Bienen gearbeitet werde. Auch Merle stellte die Besonderheit des Lernens unmittelbar in der Natur heraus. Es sei eine wichtige Anlaufstelle für die Natur- und Umweltbildung, die auch andere Kindergärten nutzen sollten. „Wir stehen am Anfang einer Entwicklung“, sagte er.

Zum Thema „Bienenweide“ fragte Hinz den Bürgermeister nach Flächen in der Stadt. Das Thema sei bereits im Umweltausschuss beraten worden. Einzelne Umsetzungen gebe es bereits. Laut Hinz hat das Land in diesem Jahr ebenfalls aus Lotto-Mitteln Saatgut für Feldrandstreifen für 27 000 Euro bezahlt.

Das Eulenhaus hat 20 Vereinsmitglieder. Mit seinen Angeboten erreicht die Einrichtung laut Friedrich im Jahr über 2000 Menschen. Der Verein ist auf Spenden und Fördermittel angewiesen. In diesem Jahr hatte das Eulenhaus schon Mittel aus dem Landesprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung erhalten, die zum Abruf bereitstehen.

 

Butzbach. Das rege Treiben auf dem Wabenmuster beobachteten die Kinder der Haingrabenschule gut geschützt. Umweltministerin Priska Hinz überreichte den Bescheid über 500 Euro Zuwendung aus Lotto-Finanzmitteln als Anerkennung für die Arbeit des Eulenhauses an Christian Friedrich. Außerdem warf sie ebenso wie Bürgermeister Michael Merle durch das Mikroskop einen Blick auf die Varroa-Milbe, einen Bienen-Schädling. Foto: thg

 

Foto: BZ

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