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Gedenken an Friedrich Ludwig Weidig

KRANZNIEDERLEGUNG – Stadt erinnert auf Schrenzer an Todestag des Freiheitskämpfers vor 181 Jahren

BUTZBACH (pe). Dr. Friedrich Ludwig Weidig, geboren am 18. Februar 1791 in Oberkleen, verstorben im Darmstädter Arresthaus am 23. Februar 1837, der „Namenspatron“ von Butzbach, wurde an seinem Todestag mit einer Kranzniederlegung am Weidig-Gedenkstein auf dem Schrenzer bei Butzbach gedacht.

Mitarbeiter aus dem Kulturbereich der Stadtverwaltung legten im Auftrag des Magistrats der Weidigstadt Butzbach einen Kranz nieder. Die Widmungsschleife ist in „Weidigs Farben“ Schwarz-Rot-Gold gehalten. Dies sind bereits in der Zeit des Vormärz die Erkennungsfarben der oppositionellen demokratischen Bewegung, die zum ersten Mal von der ersten deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche als Reichsfarben der deutschen Reichsflagge einmütig bestimmt wurden.

Der Name des schmählich im Gefängnis zu Tode gekommenen langjährigen Butzbacher Lehrers, zuletzt Pfarrers von Obergleen, durfte nach dessen Tod 1837 über viele Jahre bei Strafe nicht mehr offen genannt werden. Weidig konnte seine Verwicklung in die revolutionäre oberhessische Widerstandsbewegung, vor allem wegen des Verfassens und Verbreitens verbotener politischer Schriften (besonders auch des mit Georg Büchner verfassten und herausgegebenen „Hessischen Landboten“) nachgewiesen werden. Weidig wurde verfemt, wer gegen das Verbot der hessischen Behörden verstieß, musste mit scharfen Sanktion rechnen.

Erst nach dem Erwirken der Freiheiten der deutschen Märzevolution 1848 – vor 160 Jahren – durfte Weidigs offen gedacht werden. Die Erinnerung an seine großen Verdienste und seinen schmachvollen Tod – verbunden mit dem Vorwurf, dass er ermordet wurde – konnten besonders in Butzbach gepflegt werden. 1849  wurde auf dem Schrenzer, Weidigs Lieblingsplatz in der freien Natur, zur „Erinnerung an den Märtyrer der Freiheit Friedrich Ludwig Weidig“ ein „Ehrenhain“ eingeweiht. Dort hatte Weidig um 1814 auch den ersten Turnplatz in Hessen eingerichtet.

Der Weidighain bestand aus vier Eichen an den Eckpunkten und schnell wachsenden Fichten, die im Namenszug WEIDIG angepflanzt wurden. Der Hain ist heute wohl bis auf zwei die Ecken markierende Eichen verschwunden. 1928, vor 90 Jahren, wurde auf dem Schrenzer auf einem Geländevorsprung, vom sozialdemokratisch unterstützen Reichsbanner „Schwarz-Rot-Gold“ ein „republikanisches Denkmal“ erbaut. Es zeigte neben einem Flachrelief mit dem Bildnis Weidigs auch Porträts des Reichspräsidenten Friedrich Ebert, des Außenministers Walter Rathenau, des Finanzministers Matthias Erzberger, drei führende demokratische Politiker der Weimarer Republik. Bereits unmittelbar nach der Machtergreifung der Nazis, kurz vor dem 10. April 1933, wurde dieses Denkmal aufgrund der Forderung der neuen Machthaber, gesprengt. Als Ersatz für dieses Weidigdenkmal wurde 1937 der bis heute vorhandene Weidig-Stein gesetzt.

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