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Gefahrenabstufung spart Kosten

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ABC-Risiko in Butzbach liegt nun auf mittlerer Ebene und hat Auswirkungen auf Fahrzeugbeschaffung

Butzbach (thg). Weil für die Stadt Butzbach eine Herabstufung im Bereich der ABC-Risiken möglich ist, soll der Bedarfs- und Entwicklungsplan (BEP) für die Feuerwehren der Stadt Butzbach geändert werden. Das spart auch Geld, weil sich damit auch die vorgesehenen Fahrzeuganschaffungen verändern. Das berichtete Stadtbrandinspektor Christian Veitenhansl in der vergangenen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Die Ausschussmitglieder stimmten einstimmig zu. 

Bei der Erstellung des BEP wurde das ermittelte Gefahrenpotenzial als Basis für die Ausstattung der Feuerwehr dargestellt. Es ist ein wichtiges Kriterium bei der Beurteilung der Fahrzeuge- und Geräteausstattung. Auf der Liste stand ein Rüstwagen Gefahrgut, für den ein komplexes Ausschreibungsverfahren erforderlich wäre. Da es sich dabei nicht um ein genormtes Fahrzeug handelt, ist die technische Umsetzung aufwendig und verursacht entsprechende Kosten.

Wie Veitenhansl ermittelte, ist die Einstufung Butzbachs in die Risikostufe ABC 3 nicht gerechtfertigt. Im Stadtgebiet befänden sich keine nennenswerten Betriebe und Einrichtungen mit dem entsprechenden Gefährdungspotential. Kreisbrand-
inspektor Lars Henrich folgt der Auffassung des Stadtbrandinspektors und unterstützt die Abstufung auf die Kategorie ABC 2.

Damit muss kein vorgesehenes Spezialfahrzeug mehr beschafft werden. Eine „Zusatzbeladung Gefahrgut“ sei nunmehr ausreichend. Der Kreis schlägt die Beschaffung eines „Gerätewagens Logistik 1“ mit der Zusatzbeladung Gefahrgut vor. Die vorgeschlagene Fahrzeugvariante kann neben dem Beladungssatz Gefahrgut auch die Gerätschaften zur technischen Hilfeleistung aufgrund seiner höheren Nutzlast aufnehmen „und somit den ursprünglich angestrebten einsatztaktischen und finanziellen Synergieeffekten gerecht werden“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Ferner ist die Ersatzbeschaffung für das vorhandene „LF 8/6“ der Feuerwehr Kirch-Göns vorgesehen. Dafür sieht der BEP ein Löschgruppenfahrzeug (LF) 10 vor. Im Hinblick auf die Risikoklassifizierung des Stadtteils Kirch-Göns und aufgrund gesamtstädtischer Belange schlägt die Leitung der Feuerwehr die Beschaffung eines „StLF 20“ mit einem mindestens 2500 Liter fassenden Löschwassertank und einer Druckzumischanlage vor. Mit der möglichen Ausrüstung und der Besatzungsstärke von neun Einsatzkräften k ann das Fahrzeug unter anderem auch beispielsweise bei Waldbränden eingesetzt werden. Die Beschaffung eines nicht förderfähigen Fahrzeugs „TLF 3000“ neben dem „LF 10“ wäre somit vom Tisch. 

Unter dem Strich bedeutet die Abstufung eine Ersparnis von etwa 400 000 Euro bei den genannten Beschaffungen. 926 500 Euro schlagen an Bruttokosten zu Buche, zuvor wären es 1,32 Millionen Euro gewesen. Eine Fahrzeugbeschaffung im Rahmen der ABC-Gefahrenstufe 3 hätte etwa 1,2 Millionen Euro Kosten verursacht. 

Veitenhansl wies darauf hin, dass das Thema Gase, die in der Stadt Münzenberg gelagert werden, mit dem Kreis besprochen worden sei. Bürgermeister Michael Merle sagte, dass mit der Stadt Münzenberg bereits ein Gespräch stattgefunden habe. „Wir können bei diesen Gasen nichts bewirken“, sagte Veitenhansl, dafür seien andere Techniken erforderlich als in Butzbach vorhanden. 

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